Drei Schweinfurter schafften es nach dem 2:2 in Buchbach in die Elf der Woche. So die gute Nachricht für den FC 05 Schweinfurt. Es gibt auch eine schlechte? Ja, alle drei wurden verletzt ausgewechselt. Ob sie am kommenden Wochenende wieder um eine Nominierung spielen können ist zumindest fraglich. Neben den Schweinfurter verteidigt ein massiver Abwehr-Riegel der Würzburger Kickers, der für unsere Zwecke etwas umgestellt wurde und nach seiner dritten "weißen Weste" der Saison auch wieder Aubstadts Keeper Lukas Wenzel.
Tor
Lukas Wenzel (TSV Aubstadt)
Allzu oft hat der TSV Aubstadt in dieser Saison noch nicht zu null gespielt. Mit Lukas Wenzel zwischen den Pfosten glückte das beim 1:0 gegen den FC Pipinsried erst zum dritten Mal. Dank Wenzel, aber auch mit Glück. Zweimal verhinderte die Latte ein Pipinsrieder Tor, einmal der Pfosten. Oder anders ausgedrückt: Wenzel verleitete mit seinem Stellungsspiel die FC-Angreifer zur Annahme, es besonders genau machen zu müssen und zu wollen.
Abwehr
Daniel Hägele (Würzburger Kickers)
Weil uns partout kein Rechtsverteidiger einfallen wollte, der sich die Nominierung an diesem Wochenende verdient hatte, nehmen wir angesichts der anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft eine Anleihe beim damaligen Bundestrainer Joachim Löw und der erfolgreichen WM 2014. Mit Daniel Hägele steht ein Innenverteidiger auf dem rechten Flügel. So routiniert wie er auch gegen den 1. FC Nürnberg II seine Aufgabe erfüllte, ist er auf jeder Position ein Gewinn.
Felix Göttlicher (Würzburger Kickers)
Schon alleine aufgrund seiner Größe und Statur herausragend. Am Samstag beim 1:1 gegen den kleinen Club umso mehr. Göttlicher köpfte nach einer exakten Franjic-Ecke nahezu schulbuchmäßig das Würzburger 1:0 und erwies sich hernach als enorm zweikampfstark. Leitete nach Ballgewinnen auch einige Angriffe schnell und klug ein. Alles in allem sogar der beste Würzburger am Samstag.
Jannik Fippl (TSV Aubstadt)
Der aus Coburg stammende Jannik Fippl durfte zum ersten Mal in der Liga von Anfang an für den TSV Aubstadt ran und machte sich um den Sieg besonders verdient. Zunächst, als er einen Schuss von Richter von der Linie kratzte. Auch für das Siegtor war der 22-Jährige, der im Sommer just aus Pipinsried nach Aubstadt gewechselt war, zuständig: Eher untypisch für einen Verteidiger mit einem satten Dropkick, der ihm noch leicht über den Schlappen gerutscht war.
Thomas Haas (Würzburger Kickers)
Musste diesmal die Seite wechseln und den noch nicht komplett gesundeten Kickers-Kapitän Peter Kurzweg auf links vertreten. Flankenläufe waren so für den Rechtsfuß nur schwer möglich, umso bemerkenswerter wie er das Spiel auch auf ungewohnter Position immer wieder antrieb. Was den Einsatz angeht sowieso ein Vorbild.
Mittelfeld
Ivan Franjic (Würzburger Kickers)
An ihm kommt man bei der Besetzung unserer Elf derzeit nie vorbei. Dabei versuchten die Nürnberger recht geschickt die Kreise des 25-Jährigen zu stören. Und trotzdem war Franjic wieder an fast allen gefährlichen Aktionen beteiligt. Den Würzburger Treffer bereitete er per Ecke vor. In der 87. Minute legte er Benyas Junge-Abiol den Ball genau in den Lauf, doch der brachte den Ball freistehend nicht an FCN-Keeper Jan Reichert, einem gebürtigen Schweinfurter, vorbei.
Nils Piwernetz (TSV Aubstadt)
Von Drittliga-Absteiger TSV Havelse kurz vor Saisonbeginn nach Aubstadt gekommen, konnte sich Nils Piwernetz bislang noch nicht oft auszeichnen. Nur dreimal durfte der Linksfuß über die volle Distanz ran. Auch gegen Pipinsried kam der 22-Jährige von der Bank - und belebte das lahme TSV-Spiel in den letzten 25 Minuten mit frischen Ideen. Defensiv aufmerksam, zum Beispiel als er einen Agbowo-Abschluss von der Linie schlug.
Tim Kraus (FC 05 Schweinfurt)
Wenn der Kleinste die breiteste Brust hat: Kein anderer Schweinfurter ging in Buchbach so resolut in die Zweikämpfe wie Tim Kraus. Da verschlug es dem rustikalen oberbayerischen Tribünenvolk bisweilen den Atem, aber nicht die Sprache - "Kraus-raus"-Lyrik wechselte mit durchaus justiziablen Attributen. Das muss man sich erstmal verdienen. Musste später verletzt raus.
Angriff
Benyas Junge-Abiol
Seinem starken Spiel fehlte am Ende etwas entscheidendes: ein Tor. Vier dicke Gelegenheiten dazu konnte er nicht nutzen. Am spektakulärsten war dabei ein Seitfallzieher, der etwas zu sehr in die Tormitte platziert war. Doch alleine die Art und Weise wie er sich die Chancen erarbeitete und seine Motivation, die bis unters Tribünendach zu spüren war, rechtfertigen seine Nominierung.
Adam Jabiri (FC 05 Schweinfurt)
Wenn der Älteste am meisten läuft: Auch wenn er sein inzwischen 15. Saisontor aus einem ruhenden Ball vom Elfmeterpunkt aus erzielte, war der 38-jährige Adam Jabiri gefühlt pausenlos unterwegs. Im eigenen Strafraum, im Mittelfeld, links vorne, rechts vorne – wo war er nicht. Dazu bullige Körpersprache und Übersicht beim Pass zur 1:0-Führung. Musste später verletzt raus.
Pascal Moll (FC 05 Schweinfurt)
Wenn der Schmalste am strammsten schießt: Bedient von Adam Jabiri, vereinte Pascal Moll aus gut 16 Metern alles, was es zu einem schönen Tor braucht -Timing, Präzision und Bumms, 1:0 für Schweinfurt. Ums Haar hätte der bewegliche Ex-Nürnberger auch noch per Kopf getroffen, wäre sein Kopfball nicht an den Innenpfosten geklatscht. Musste später verletzt raus.