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Fußball: Bayernliga
Würzburger Kickers: U-23-Abmeldung "ist eine ganz große Frechheit"
Nachdem die Kickers ihre Bayernliga-Mannschaft zurückgezogen haben, melden sich die Eltern betroffener Spieler zu Wort.
Würzburgs Rothosen werden in der neuen Saison nicht mehr in der Bayernliga an den Start gehen.
Foto: Alexander Rausch | Würzburgs Rothosen werden in der neuen Saison nicht mehr in der Bayernliga an den Start gehen.
Carolin Münzel
 |  aktualisiert: 07.04.2020 12:48 Uhr

"Das ist eine ganz große Frechheit!" – Diese klaren Worte findet ein Vater, dessen Sohn schon einen Vertrag für die U23 des FC Würzburger Kickers unterschrieben hatte – kurz bevor bekannt wurde, dass die Verantwortlichen des Vereins aus finanziellen Gründen keine Mannschaft mehr in der Fußball-Bayernliga melden werden.

Die jungen Spieler traf diese Nachricht völlig unvermittelt. Viele hatten in Würzburg schon eine Wohnung gemietet und ihre berufliche Zukunft den sportlichen Anforderungen bei den Rothosen untergeordnet. Hinweise auf eine Abmeldung der Mannschaft gab es nicht. Im Gegenteil: die jungen Männer waren schon mit den Trainingsplänen für die Vorbereitung ausgestattet, als sie per E-Mail zu einem Treffen bestellt wurden. Bei diesem teilte ihnen Kickers-Vorstandsvorsitzender Daniel Sauer mit, dass es ihr Team in der kommenden Saison nicht mehr geben werde.

Für viele Spieler war Sauers Mitteilung wie ein Schlag ins Gesicht."Es ist doch unmenschlich, den Jungs etwas vorzumachen. Der Umgang hat mich schon sehr überrascht. Da wird bei den Kickers immer von Familie gesprochen und dann so was", hadert die Mutter eines Spielers mit dem Verein. Einige Eltern hatten sich nach der Berichterstattung über den Rückzug der Mannschaft mit dieser Redaktion in Verbindung gesetzt – mit der Bitte, ihre Namen nicht zu nennen.

Wie geht es weiter für die jungen Spieler?

Was für viele nicht nachvollziehbar ist, ist der Zeitpunkt, an dem die Abmeldung bekannt gegeben wurde. Zumal es künftig eine Kooperation der Rothosen mit dem Regionalliga-Aufsteiger TSV Aubstadt geben wird. "So etwas plant man doch nicht über Nacht", sagt eine Mutter. Für ihren Sohn und seine Kameraden ist die sportliche Zukunft ungewiss. Die meisten Mannschaften haben ihre Kaderplanung bereits abgeschlossen. Ob all die von den Kickers verpflichtenden Spieler noch unterkommen werden, ist fraglich.

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Unerfreulich war die Nachricht vom Mannschaftsrückzug auch für den Bayerischen Fußball-Verband (BFV). Der hat die Bayernligen Nord und Süd inzwischen neu eingeteilt. Nach dem Rückzug der Kickers gehen in beiden Staffeln zur neuen Spielzeit anstatt der vorgesehenen 36 Teams jetzt 35 Mannschaften an den Start: Die Nord-Staffel mit 17 Teams, die Süd-Staffel mit 18 Mannschaften.

„Durch den späten Rückzug der Würzburger Kickers haben wir in diesem Jahr leider die Konstellation, dass wir in einer Staffel mit einer ungeraden Mannschaftszahl leben müssen. Das ist bedauerlich, aber leider nicht zu ändern. Nichtsdestotrotz gehen wir mit zwei sportlich attraktiven Spielklassen in die neue Saison, die beide zahlreiche Traditionsduelle garantieren“, wird Verbands-Spielleiter Josef Janker am Pfingstmontag in einer Mitteilung zitiert. Die beiden Bayernligen starten am Wochenende 13./14. Juli 2019 in die neue Saison. Der letzte Spieltag findet am 23. Mai 2020 statt.

Bayernliga Nord (17 Teams)
DJK Gebenbach, Würzburger FV, TSV Großbardorf, SV Seligenporten, SC Eltersdorf, SpVgg Bayern Hof, DJK Don Bosco Bamberg, TSV Abtswind, SpVgg Ansbach, DJK Ammerthal, ATSV Erlangen, 1. FC Sand, FC Eintracht Bamberg 2010, TSV Karlburg, FC Viktoria Kahl, ASV Cham, DJK Vilzing.

Bayernliga Süd (18 Teams)
SSV Jahn Regensburg II, SV Pullach, TSV 1865 Dachau, TSV 1874 Kottern, TSV Schwabmünchen, TSV 1861 Nördlingen, TSV 1860 München II, SV Kirchanschöring, TSV Schwaben Augsburg, SpVgg Hankofen-Hailing, FC Ismaning, FC Pipinsried, FC Ingolstadt 04 II, TSV 1880 Wasserburg, TSV 1882 Landsberg, SV Donaustauf, FC Deisenhofen, Türkspor Augsburg 1972.

 
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Kommentare
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  • Vorstandsvorsitzender Daniel Sauer betonte in seiner Stellungnahme auf der Kickers-Internetseite gar die Wichtigkeit der entsprechenden Regel: „Wir begrüßen diese Entscheidung, denn uns ging es auch darum, die Förderung der Nachwuchsarbeit in den Klubs nicht zu unterhöhlen. Ein Verstoß der U23-Regel darf nicht bagatellisiert und muss entsprechend restriktiv sanktioniert werden. Die im gesamten DFB zur Priorität erklärte Ausbildungsphilosophie wird damit bekräftigt.

    Ja genau Mr. Handball
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  • mueller-heidingsfeld@t-online.de
    Ja, die Aktion sieht wenig durchdacht aus und der Zeitpunkt war für BFV und Spieler ungünstig. Kickers sollte sich insbesondere bei Eltern und Spielern entschuldigen. Dass Releganten in der Bayernliga sauer sind, nachdem sie eine Saison Zeit hatten, halte ich für an den Haaren herbeigezogen.
    Nachdem dies jetzt der vierte Artikel zum Thema ist und mit FV und Schnüdeln Vereine befragt wurden, die die Stimmung potentiell noch anheizen sollten, wäre es Zeit, nicht ihnen, sondern Kickers die entscheidende Frage zu stellen - und nicht einfach erboste Kommentare zu sammeln. Diese Frage, die Hr. Sauer nach Rückkehr beantworten könnte, lautet: Wieso hat Kickers so spät die U23 abgemeldet und erst dann die Aubstadt-Kooperation bekannt gegeben, nachdem offensichtlich fast alle Spieler für die U23 engagiert waren? Ein wenig mehr Suche nach Transparenz würde MainPost und Kickers gut tun und denen, die bei jeder Gelegenheit auf dem FWK herumhacken den Wind aus den blau-grünen Segeln nehmen.
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  • bettym
    Egal ob Erwachsener oder Jugendspieler, solch ein Verhalten von Vereinen ist einfach nur respektlos, unfair und vor allem unprofessionell den Spielern gegenüber. Die anderen Würzburger Vereine sind da nicht besser.

    Die Welt des Amateurfußballs ist klein, man trifft sich immer wieder.
    Normalerweise hält man deshalb in so einer Situation seinen Mund und schluckt den Frust über solche Aktionen runter.

    Gut dass diesmal Betroffene, damit an die Presse gehen.
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  • 1958kosb
    U23 und Mama und Papa mischen noch mit? Die hätten zu den Kicker gepasst.
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  • al-holler@t-online.de
    Erster Satz ist RICHTIG👍, der zweite aber - sorry -a a weng arg von der (blauen? oder gar grünen??) Vereinsbrille beeinfl. Un...........
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  • christian@kreatil.de
    Wer seine berufliche Ausrichtung dem Sport unterordnet, der setzt ohnehin falsche Prioritäten in meinen Augen.
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  • downhiller
    Das macht diesen unbeliebten Verein, nochmals sypathischer.
    Ironie aus.
    Eine absolute Frechheit gegenüber den anderen Vereinen, welche vllt auch absteigen mussten und natürlich auch den Spielern, die sich nen neuen Club suchen müssen.
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  • meeviertel
    Die "Jungs" sind erwachsen und volljährig. Wer Fußball für einen Profi-Club spielen möchte, der kann keinen Ponyhof erwarten. Die von den Herren am "Dalle" gerne erwähnte Kickers-Familie ist längst aufgelöst. Es geht um Vertrag und Ertrag - fertig!
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  • 1860loewenalex@gmail.com
    Sportlich sieht anders aus, aber kann man das bei diesem Verein erwarten? Ich sage nein. Hochmut kommt vor dem Fall.
    Zum Glück gibt es ja noch einen BYL Verein in Würzburg mit ( wieder ) geordneter Perspektive, vielleicht einfach dort mal probieren. Denn dort gibt es noch ehrlichen Amateurfußball, eine Bratwurst vom Holzkohlegrill und ein Bier, das noch ein Bier ist.

    Und bevor jetzt wieder alle FV Gegner aus den Löchern kriechen: Waren es damals nicht die Kickers Anhänger, die sich gegen den Kommerz im Fußball aussprachen?........Heute noch nachlesbar auf diversen Kickers Seiten....Ja, Ja das Internet vergisst nicht grinsen
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  • 4650246
    Naja, bei der U23 würde ich nicht mehr von Jungs sprechen. Wer den Sprung ins Profitum in diesem Alter nicht geschafft hat, für den wird es eh sehr unwahrscheinlich. Klar hat man aus Sicht eines Vaters eine andere Meinung dazu.
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  • MoePe
    Es geht doch nicht um die Bezeichnung - es geht um ein "nogo" des Vereins !
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  • al-holler@t-online.de
    Wieso "nogo"? is doch "gegot"
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  • Schottenanger
    Fairness geht vor aber nicht bei den Kickers.
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  • al-holler@t-online.de
    Geeeenau: Unteres Mittelfeld in der euphemistisch Bayernliga (die früher mal die dritte Liga war!) genannten Dörferliga - a weng arg weng für den Aufwand, der dafür betrieben wurde und die vermeintlichen Stars, die da kick(t)en........
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  • al-holler@t-online.de
    sorry - is eine Etage zu hoch gerutscht -
    Ergänzung: Vielleicht kommen ein paar dieser "Profis" in der Zellerau unter und hieven den FV in die Regionalliga........
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