zurück
Wonfurt/Amorbach
TV-Premiere für "Fränkischer Fastnacht-Flitter" im BR: Deshalb wollte "Rentner" Wolfgang Voit unbedingt dabei sein
Auftakt zur närrischen Saison an diesem Freitag, 11.11., mit neuem Format: Erstmals geht Wolfgang im Fernsehen in die Bütt - und tritt quasi in die Fußstapfen seines Vaters.   
Bekam viel Applaus und verbreitete eine gute Stimmung bei der Aufzeichnung in Amorbach: An diesem Freitag ist das  Debut der 'Fränkischen Fastnacht-Flitter' zu sehen - mit Wolfgang Voit als Rentner.
Foto: Ralf Wilschewski (BR) | Bekam viel Applaus und verbreitete eine gute Stimmung bei der Aufzeichnung in Amorbach: An diesem Freitag ist das  Debut der "Fränkischen Fastnacht-Flitter" zu sehen - mit Wolfgang Voit als Rentner.
Folker Quack
 |  aktualisiert: 09.02.2024 21:53 Uhr

Mit einem "Fränkischen Fastnacht-Flitter" startet der Bayerische Rundfunk an diesem Freitag, 11.11. 2022,  um 20.15 Uhr in die neue Faschings-Session. Das neue farbenfrohe Format - mehr Revue, denn  Prunksitzung - soll laut BR von der frechen und lockeren Moderation und den Einlagen von Sabrina Anderlik und André Sultan-Sade leben.

Doch dürfen Büttenreden und karnevalistischer Tanzsport nicht fehlen. Neben altbekannten Faschingsgrößen wie Ines Procter und Matthias Walz treten auch vier absolute Fernseh-Neulinge auf: die stimmgewaltigen  Schnabelbremsen aus dem mittelfränkischen Heideck und der Fürther Comedien Michael A. Tois, den auch in Unterfranken viele vom "Totalen Bamberger Cabaret" (TBC) kennen. 

Bunte Gala-Show zum Fränkischen Fasching: Mit dem 'Fränkischen Fastnacht-Flitter' eröffnet der BR am 11.11.2022 um 20.15 Uhr die neue Session. 
Foto: Ralf Wilschewski (BR) | Bunte Gala-Show zum Fränkischen Fasching: Mit dem "Fränkischen Fastnacht-Flitter" eröffnet der BR am 11.11.2022 um 20.15 Uhr die neue Session. 

Den größten Applaus vom Publikum bei der Aufzeichnung in Amorbach im Odenwald bekam ein Neuling aus Unterfranken: Wolfgang Voit aus Wonfurt im Landkreis Haßberge. Voits Vater Hermann hatte 1987 bei der allerersten "Fastnacht in Franken"-Sendung eine Büttenrede gehalten. Jetzt stand er selbst bei der Premiere der "Fastnacht-Flitter" zum ersten Mal vor Kameras auf der närrischen Bühne. Mit seiner Paraderolle als Rentner, der früher alles besser fand. Im Interview verrät Wolfgang Voit, was er von seinem Vater gelernt hat.   

Herr Voit, was war das für ein Gefühl, 35 Jahre nach dem Auftritt Ihres Vaters bei der "Fastnacht in Franken"-Premiere jetzt selbst erstmals vor Kameras in einem neuen Format aufzutreten? 

Wolfgang Voit: Mein Vater sagte stets: Fernsehen ist schön, Fernsehen ist interessant, aber die Luft ist dünn, weil die Konkurrenz so groß ist. Dennoch muss man diese Erfahrung einmal gemacht haben. Das hat mich neugierig gemacht und darum habe ich mich bei einem Talentwettbewerb des Fastnachtsverbands beworben. Ich habe ein Video eingeschickt und machte mir schon etwas Hoffnung auf die "Närrische Weinprobe", die dann aber Corona-bedingt ausfiel. Im Sommer rief mich der Fastnachtspräsident Marco Anderlik dann an, ob ich Lust hätte, an einem ganz neuen Format mitzuwirken. Das fand ich spannend und ich habe gleich zugesagt. Natürlich habe ich während der Aufzeichnung immer wieder an meinen Vater und an seine Geschichten von "Fastnacht in Franken" gedacht. Vieles kam mir bekannt vor, vieles war ganz anders.

Waren Sie vor Ihrem Auftritt nervös, weil das jetzt ins Fernsehen kommt?

Voit: Ich bin vor jedem Auftritt angespannt. Aber ich kann nicht sagen, dass ich dort in Amorbach nervöser als sonst war. Man gewöhnt sich schnell an die Atmosphäre und die Kameras, es gab ja eine Probe. Natürlich war ich hochkonzentriert, denn ich wusste, wenn ich jetzt eine verkorkste Nummer abliefere, sehen das verdammt viele. Beziehungsweise es wird für die Sendung eben extrem gekürzt.

Was haben Sie von Ihrem Vater gelernt? 

Voit: Er war ein Vorbild für mich und für meine beiden Brüder. Wir sind alle drei in die Faschingsbütt gestiegen. Ich als jüngster als letzter als die Leute schon fragten: Gell, Du kannst das nicht? Da habe ich meinen Vater gebeten, mir eine Rede zum Ausprobieren zu geben. Dann habe ich mal einen meiner Brüder vertreten und siehe da, es klappte. So schrieb mir mein Vater jedes Jahr eine Büttenrede, die ich vortrug. 2009 wollte ich mal als Frau auftreten. Da winkte mein Vater ab: Eine Frauenrolle musst Du Dir selbst schreiben. Seitdem schreibe ich meine Reden selbst. Mitbekommen habe ich von meinem Vater das Herzblut, das er in seine Büttenreden steckte. Sechs Wochen bevor er 2015 mit über 91 Jahren starb, hielt er noch eine gefeierte Büttenrede beim Weiberfasching hier in Wonfurt. 

Wolfgang Voit als Rentner beim Faschingsauftakt des Bayerischen Rundfunk.
Foto: Ralf Wilschewski, BR | Wolfgang Voit als Rentner beim Faschingsauftakt des Bayerischen Rundfunk.
Ist es jetzt Ihr Ziel, auch einmal bei "Fastnacht in Franken" aufzutreten?  

Voit (lacht): Wenn sie mich wollen, gehe ich hin. "Fastnacht in Franken" ist für mich der Büttenredner-Olymp. 

Haben Sie schon mal eine Sendung von "Fastnacht in Franken" verpasst?

Voit: Nein, und wenn ich selbst an dem Abend unterwegs bin, zeichne ich sie auf. Die ersten sieben Sendungen, als mein Vater auf der Bühne stand, haben wir eh alle gemeinsam angesehen. In den letzten Jahren habe ich quasi als Talisman von meinem Freund Otti Schmelzer auch Karten für die Generalprobe bekommen. Da bin ich doch gerne Talisman. 

"Früher was alles besser" - das zieht sich wie ein roter Faden durch Ihre Bütt als Rentner. Eine versteckte Hommage an den Vater?

Voit: Nein, das knüpft eher an das Gejammere vor allem älterer Menschen an, die das Frühere immer  glorifizieren. Früher war alles schöner, obwohl es das ja in Wirklichkeit gar nicht war. Das ist mein roter Faden für die Gags in der Rede. Mal schauen, wie das mit mir weitergeht, seit drei Monaten bin ich jetzt ja selbst in Altersteilzeit.

 
Themen & Autoren / Autorinnen
Wonfurt
Folker Quack
Altersteilzeit
Bayerischer Rundfunk
Fasching
Fastnacht in Franken
Rentner
Väter
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden Jetzt registrieren

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits von 50 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen
Kommentare
Aktuellste
Älteste
Top
  • glaser.rudolf@t-online.de
    da wurde der humor böse gequält. es ist noch viel luft nach oben zu einer guten faschingssendung.
    • Bitte melden Sie sich an Gefällt mir () Gefällt mir nicht mehr ()
    • Antworten
  • Arnold-Schreibservice@t-online.de
    Nicht nur meckern, sondern besser machen!
    • Bitte melden Sie sich an Gefällt mir () Gefällt mir nicht mehr ()
    • Antworten
  • Eos123456
    ... und wegen so einem Handkäs' lässt der BR Hubert und Staller ausfallen.
    • Bitte melden Sie sich an Gefällt mir () Gefällt mir nicht mehr ()
    • Antworten