Wissen wie Oper, Frauenkirche, Straßenzüge um 1900 ausgesehen haben – „darum allein geht es uns nicht“, sagt der Kunsthistoriker, der selbst über 15 Jahre in Dresden arbeitete und lebte. Mit seiner Kollegin Dr. Kristina Friedrichs interessiert sich Bürger vor allem für die Wechselbeziehungen von Architektur, Mensch und Bild. Oder, wie er sagt, um eine zentrale Frage: „Wie bewegt der Stadtraum die Menschen, und wie bewegt sich das Bild von der Stadt in ihren Köpfen?“
Mit Hilfe der Bilder aus der Riesensammlung der Fotothek wollen die Wissenschaftler diese „Bewegungen“ und Stadtbild-Vorstellungen sichtbar machen – möglichst auf einer Zeitschiene, möglichst im Dreidimensionalen. Dabei konzentrieren sie sich zunächst auf zwei Schauplätze: das Kronentor des Zwingers, von dem allein es mehrere Tausend Aufnahmen gibt. Und die Prager Straße, die prominente Allee, die zwischen 1851 und 1853 als direkte Verbindung zwischen der Altstadt und dem heutigen Hauptbahnhof entstand. Mal dicht, mal weniger dicht bebaut, mal mit hohen Häusern, mal mit flachen: „Da haben wir völlig verschiedene Aufnahmesituationen“, sagt Bürger. Im Moment sucht Kristina Friedrichs nach geeigneten Fotos dafür.