Zweites Spiel, erster kleiner Dämpfer: Der FC 05 Schweinfurt verpasste mit dem 1:1 (0:1) gegen den TSV Buchbach die Tabellenspitze der Fußball-Regionalliga Bayern. Rettete aber immerhin ein Unentschieden: Lucas Zeller traf in der Schlussminute, nachdem es lange nach der ersten Niederlage ausgesehen hatte. Verdient war der Teilerfolg allemal, denn die Schweinfurter waren nach dem frühen Rückstand beinahe pausenlos angerannt.
"Ich kann der Mannschaft nichts vorwerfen", sagte 05-Coach Christian Gmünder. "Okay, wir waren anfangs zu passiv. Aber dann haben wir ungemein Power ins Spiel gebracht. Das stimmt mich positiv für die nächsten Wochen." Auch Torschütze Zeller nahm "den Punkt gerne mit" - zumal parallel Mitfavorit FC Bayern München II mit 0:2 gegen Ansbach verloren hatte. "Mit einem Auge schaut man da schon hin." Weniger gerne schauten Gmünder, Zeller und Co. auf das Bein des erst ein- und später ausgewechselten Severo Sturm. Er verletzte sich im Zweikampf, die erste Diagnose: Wadenbeinbruch.
Fast ein Jahr ist es her, da waren die Schweinfurter als Meister und mit klar formulierten Titel-Ambitionen auswärts in Buchbach in die Saison gestartet – und haben prompt mit einem für sie auch noch glücklich zustande gekommenen 1:1 einen ersten Dämpfer kassiert. Diesmal also Buchbach im ersten Heimspiel. Und auch wenn wenig an den Spielverlauf von 2021 erinnerte, der FC 05 viel Lauf- und Kampfkraft investierte, waren die Oberbayern einmal mehr der Spielverderber. Fünf Siege in 21 Partien waren bis dato die magere Bilanz der Nullfünfer gegen den stets unbequem agierenden TSV – auf den sechsten warten sie weiterhin vergebens. Ganz gut, dass jetzt erst einmal eine kleine (Denk-)Pause ansteht: Das ursprünglich für Samstag, 30. Juli angesetzte Spiel beim FV Illertissen wurde ja auf 9. August verlegt.
"Eine Mannschaft, die robust verteidigt, aber mit dem Ball auch etwas anzufangen weiß", hatte Gmünder vorab den mit einem 1:3 gegen Titelfavorit Unterhaching gestarteten TSV Buchbach bewertet – und durchaus recht behalten. Die Gäste verteidigten spätestens nach ihrem Führungstreffer teils im "9-0-1-System", um bei Ballbesitz dann blitzschnell auf drei Spitzen umzuschalten. Initiiert wurden die Konter meist von Aleksandro Petrovic – bis dieser sich in den letzten 20 Minuten auch in die Mann-und-Maus-Verteidigung einreihte.
Gedenkminute für Kristian Sprecakovic
Gmünders Mannschaft trat nahezu unverändert an im Vergleich zum 3:0-Sieg in Rain vor Wochenfrist. Lediglich der pfeilschnelle Malik McLemore rutschte in die Startelf und auf die rechte Außenbahn; dafür nahm Felix Schwarzholz auf der Bank Platz. Dort saß mit dem vom Zweitligisten Karlsruher SC gekommenen Jannis Rabold auch auf Anhieb der letzte, den Kader komplettierende Neuzugang des FC 05. Bevor es allerdings losging, gab es noch eine Schweigeminute für den am Dienstag im Alter von 44 Jahren einem Krebsleiden erlegenen Ex-Zweitliga-Spieler Kristian Sprecakovic – die 05er liefen zudem mit Trauerflor auf.
Alles andere als freudig war auch der Auftakt für die Schweinfurter, die zwar zunächst um Spielkontrolle bemüht waren, sich aber durch einen abgefälschten 15-Meter-Schuss von Samed Bahar das 0:1 einfingen (13.). Der Zündfunke für den FC 05, der einen Gang hochschaltete: Doch den Freistoß von Adam Jabiri lenkte TSV-Keeper Andreas Steer über die Latte (15.), nach Schmitt-Flanke köpfte Pascal Moll knapp vorbei (30.), Jabiri hätte bei seiner zweiten Großchance präziser abschließen müssen (35.) und McLemores Versuch aus zweiter Reihe wurde zur Ecke abgefälscht (43.). Chancenwucher nennt man das – und so blieb's beim Rückstand zur Pause.
Lange zu hektisch und dann auf den letzten Drücker zur Stelle
Gmünder reagierte, brachte auf der Sechs Georgios Spanoudakis für Tim Kraus – und der Ex-Burghausener machte gleich mächtig Dampf. Trotzdem dauerte es bis zur 59. Minute bis zur ersten gefährlichen Szene: Nach Schmidt-Flanke fehlten Jabiri fünf Meter vor dem Tor nur Millimeter, um an den Ball zu kommen.
Längst zu den Akten gelegt war zu diesem Zeitpunkt die Devise "Geduld" beim FC 05. Stattdessen: hoch in den Strafraum, ein ums andere Mal – mit wenig Effizienz. Und die Versuche aus der Distanz blieben meist an einem der bis zu 20 im Strafraum versammelten Buchbacher Beine hängen. Und weil sich diese beiden Varianten häuften, kam an Gefahr kaum noch etwas herum für die immer hektischer werden Schweinfurter. Die dann doch noch den Ausgleich feiern durften: Nach einem lang durchgesteckten Ball war Innenverteidiger Zeller frei durch und schob an Steer vorbei ins Tor (90.). In der Nachspielzeit hatte Lukas Aigner sogar noch die Chance zum 2:1, doch Keeper Steer boxte den Kopfball gerade noch zur Seite.