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Würzburg
Maulwürfe im Garten: Warum sie nützliche Helfer sind
Wer stolz auf seinen schönen Rasen ist, der wird sich wohl wenig über die Anwesenheit von Maulwürfen freuen. Doch die Tiere können auch hilfreich sein.
Der niedliche Maulwurf fällt vor allem durch seine Hügel auf - doch er kann im Garten durchaus nützlich sein. 
Foto: Getty Images | Der niedliche Maulwurf fällt vor allem durch seine Hügel auf - doch er kann im Garten durchaus nützlich sein. 
Beate Spinrath-Beck
 |  aktualisiert: 20.03.2025 02:37 Uhr

Wenn ein Maulwurf im Garten einzieht, werden das Gartenbesitzer vor allem anhand der auffälligen Hügel bemerken. Doch das Tier kann auch ein nützlicher Helfer sein. 

Das kleine, schwarze Säugetier ist eigentlich ganz niedlich - aber spätestens, wenn sich auf dem Rasen die Maulwurfshügel bemerkbar machen, ist der Maulwurf für viele Leute ein Ärgernis. Maulwürfe stehen unter Naturschutz, sie zu jagen, zu fangen oder gar zu töten ist verboten. Bis zu 75 Meter weit kann er sich allein in einer Nacht unter der Erde fortbewegen und gräbt unterirdisch seinen Lebensraum. Und dabei kann er sogar ein fleißiger Helfer für Gärtnerinnen und Gärtner sein.

Der Maulwurf wühlt die gute Erde nach oben

Besonders im Frühjahr, im März und April, tauchen viele Maulwurfshügel im Garten auf. Denn da ist bei den Maulwürfen Paarungszeit, männliche Maulwürfe suchen sich ein Weibchen und buddeln sich dabei auf bis zu 6000 Quadratmetern durch die Erden. Während der Maulwurf unter der Erde sucht oder seine Schlafzimmer, Kinderzimmer oder Vorratskammern baut, lockert er die Erde auf. Die gute Erde kommt dabei nach oben - denn Maulwürfe schieben die Erde, die sie in ihren Kammern nicht brauchen, mit dem Kopf nach oben. Dieses für ihn überflüssige Material zeigt sich dann als Maulwurfshügel. Doch genau diese Erde ist bei Gärtnerinnen und Gärtnern beliebt: Sie ist frei von Unkraut und daher als Pflanz- oder Aussaaterde gut zu gebrauchen. Alleine die Tatsache, dass ein Maulwurf sich Ihren Garten ausgesucht hat, zeigt, dass die Bodenqualität sehr gut ist. Und indem er sich durch die Erde buddelt, wird die Erde durchlüftet und gut gemischt.

Die Erde, die der Maulwurf nach oben gräbt, hat eine gute Qualität. 
Foto: Getty Images | Die Erde, die der Maulwurf nach oben gräbt, hat eine gute Qualität. 

Schädlinge sind die Hauptnahrung von Maulwürfen

Außerdem sind Maulwürfe Insektenfresser. An seinem Rüssel befindet sich ein Tastorgan, das „Eimersche Organ“, mit dem er kleinste Bewegungen und Geräusche wahrnimmt. Da der Maulwurf quasi blind ist - nur hell und dunkel kann er unterscheiden - hilft ihm das, seine Nahrung zu finden. Im Garten trifft er so unterirdisch auf potenzielle Schädlingen und frisst sie. Dazu gehören zum Beispiel Asseln, Engerlingen, Larven, Schnecken oder sogar kleine Mäuse. Pflanzenwurzeln wird der Maulwurf nicht anfressen, denn er mag tatsächlich nur Insekten. Im Gegensatz zu Wühlmäusen, die Wurzeln anfressen, sich aber von Maulwürfen gestört fühlen und sich dann vielleicht sogar aus dem Garten entfernen.

Vorsichtig aus dem Garten vertreiben: wenn es stinkt, geht der Maulwurf

Wer sich aber vom Maulwurf und den Maulwurfshügeln extrem gestört fühlt, der sollte schnell reagieren. Denn wenn der Maulwurf erst neu im Revier ist, lässt er sich leichter vertreiben. Das ist auch gesetzlich erlaubt. Allerdings nur mit Mitteln, die dem Maulwurf nicht körperlich schaden.

Der Maulwurf ist fast blind, deshalb sind andere Sinne besser ausgeprägt: Die Tiere können sehr gut riechen und hören. Das heißt, dass sie bestimmte Gerüche und Geräusche überhaupt nicht mögen und sich dann lieber einen anderen Ort zum Graben suchen. Zunächst können es Gartenbesitzerinnen und -besitzer mit einer zerdrückten Knoblauchzehe versuchen, die in einen der Gänge gesteckt wird. Auch mit stark riechenden Ölen oder Buttersäure getränkte Lappen, die in die Eingänge gesteckt werden, können die Tiere vertreiben. Aus Wasser und Holunderblättern kann man, zusammengerührt und zwei Wochen stehen gelassen, eine Jauche ansetzen. Wenn diese vorsichtig in die Gänge gekippt wird, kann auch dieser Geruch den Maulwurf so stören, dass er den Garten verlässt. Ähnlich eklig findet der Maulwurf den Geruch von Buttermilch oder Molke.

Wer seinen Rasen neu anlegt, kann ein Maulwurfgitter einbauen.
Foto: Getty Images | Wer seinen Rasen neu anlegt, kann ein Maulwurfgitter einbauen.

Kinderlärm und Rasenmähen stört die empfindlichen Ohren - Maulwurfgitter für neuen Rasen

Wer regelmäßig den Rasen mäht, der ärgert den Maulwurf mit Vibrationen und Lärm. Und wenn viele Kinder im Garten spielen, die laut sind, schreckt das Maulwürfe ebenfalls ab. Eine weitere Methode, die mit Lärm abschreckt: eine Eisenstange oder einen Holzpfahl in eines der Maulwurfslöcher stecken und regelmäßig mit dem Hammer dagegen schlagen. Auch eine offene Flasche, die in den Boden gesteckt wird und in die der Wind pustet, kann auf den Maulwurf im Garten abschreckend wirken. Es gibt auch Geräte zu kaufen, die in die Erde gesteckt werden, und deren Geräusche ebenfalls den Maulwurf vergrämen sollen. Ob die besser wirken als anderer Lärm, ist allerdings nicht erwiesen.

Wer seinen Rasen neu anlegt, kann Maulwurfgitter oder Maulwurfschutznetze in den Gartenboden einlassen. Alternativ gibt es Maulwurfsperren, die man vertikal im Boden versenkt und die den Maulwurf daran hindern, die Gänge zu graben.

 
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Kommentare
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  • Peter Koch
    In Österreich sollen Maulwürfe angeblich massenhaft nützliche Regenwürmer vertilgen. Das wäre nun wieder schlecht für die Durchlüftung des Bodens, Bildung guten Bodens und die Ernährung von Amseln.
    https://www.umwelt-bildung.at/hungriger-maulwurf
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