
Der Angriff kam unvermittelt und von hinten: Als zwei Mitarbeitende des Würzburger Ordnungsamts Mitte April die Einhaltung der Maskenpflicht im Bereich des Bahnhofsplatzes kontrollierten, versuchte ein Unbeteiligter, einen Mitarbeiter mit einem Fußtritt zu verletzen. Nach Angaben der Polizei musste seine Kollegin Pfefferspray einsetzen, um den Angriff abzuwehren.
Auch wenn der Angreifer selbst laut der Stadt Würzburg gar nicht kontrolliert werden sollte – die Akzeptanz in der Bevölkerung für die Einhaltung der Corona-Maßnahmen lässt nach. "Im Laufe der vergangenen Wochen hatte die unterfränkische Polizei eine Vielzahl von Einsätzen aufgrund von Verstößen gegen die geltenden Kontaktbeschränkungen zu bewältigen. Hierbei konnten wir unterfrankenweit auch eine steigende Tendenz feststellen", teilte etwa das Polizeipräsidium Unterfranken der Redaktion bereits Ende März auf Anfrage mit.
671 Anzeigen wegen Maskenpflicht in Würzburg
Auch die im Rahmen der Corona-Maßnahmen bei Stadt und Landkreis Würzburg eingegangenen Anzeigen lassen auf eine sinkende Akzeptanz der Maßnahmen schließen. Insgesamt 3369 Anzeigen wegen Corona-Verstößen seien seit März 2020 eingegangen, teilt die Stadt Würzburg auf Anfrage mit (alle Angaben Stand 23. April 2021), davon 1376 im Jahr 2021. Dies entspricht etwa 40 Prozent der Anzeigen in nur vier Monaten der inzwischen über einem Jahr andauernden Pandemie.

Den größten Teil der Anzeigen machen laut Stadt Verstöße gegen die Maskenpflicht (671 insgesamt, 537 dieses Jahr) sowie Verstöße gegen Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen (1039 insgesamt, 556 dieses Jahr) aus. 1659 sonstige Anzeigen (283 dieses Jahr) setzen sich laut Stadt etwa durch Quarantäneverstöße, Verstöße gegen die Testpflicht oder unerlaubter Prostitution zusammen.
Ähnlich wie in der Stadt Würzburg sieht es im Landkreis aus. Dort sind nach Angaben des Landratsamts seit Beginn der Pandemie insgesamt 961 Anzeigen im Rahmen der Corona-Maßnahmen eingegangen, davon 400 im Jahr 2021. Auch das entspricht einem Anteil von etwa 40 Prozent.
900 Bußgeldverfahren stehen laut Stadt noch offen
Die Anzeigen setzen sich laut Landratsamt aus Verstößen gegen die Maskenpflicht (50 insgesamt, 25 dieses Jahr) sowie Verstößen gegen Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen (906 insgesamt, 370 dieses Jahr) zusammen. Insgesamt fünf sonstige Anzeigen setzen sich laut Landratsamt etwa durch unerlaubte Abgabe von Getränken und Verstöße gegen Einreisebestimmungen zusammen.
In der Stadt Würzburg wurden bisher insgesamt 1822 Bußgeldbescheide und Verwarngelder im Rahmen der Pandemie ausgesprochen (418 004 Euro). Seit Jahresbeginn wurden 448 Bescheide ausgesprochen (82 821 Euro). Dies ist im Verhältnis deutlich niedriger als die eingegangenen Anzeigen. Stadt-Sprecherin Claudia Lother erklärt dies folgendermaßen: "Diese Zahl resultiert daraus, dass momentan noch über 900 Verfahren zur Bearbeitung offen stehen." Seit März 2020 seien zudem 647 Verfahren eingestellt worden.
Weniger Bußgeldbescheide in Landkreis Würzburg
Deutlich niedriger als in der Stadt sind Anzahl und Summe der Bußgeldbescheide und Verwarngelder im Landkreis Würzburg. Dort wurden nach Angaben des Landratsamts seit Beginn der Pandemie 864 Bußgeldbescheide verhängt (182 000 Euro). Seit Jahresbeginn wurden 320 Bescheide verhängt (88 000 Euro). Die Differenz zu den 400 im Jahr 2021 eingegangenen Anzeigen erklären sich laut Landratsamt dadurch, dass nicht alle Vorwürfe sich am Ende auch belegen lassen.
"Die Akzeptanz lässt spürbar nach", schreibt Dagmar Hofmann, Sprecherin des Würzburger Landratsamts angesichts der rasant steigenden Zahl der Verstöße. Laut Claudia Lother, Sprecherin der Stadt Würzburg gibt es in der Stadt bei Corona-Kontrollen zwar weiterhin Akzeptanz. "Dennoch werden die Menschen spürbar (...) dünnhäutiger." Und auch das Polizeipräsidium mahnt: "Die Einhaltung (...) der geltenden Kontaktbeschränkungen ist absolut notwendig, um die Ausbreitung des Virus zu reduzieren. Dabei hoffen wir auch weiterhin auf das Verständnis der Bevölkerung."
Es wird noch schlimmer kommen wen die Krankenkasse die Beiträge erhöht und die Regierung die Steuern um die Rettungspakete an die Milliardenschwere Industrie zu bezahlen.
Wann war im letzten Jahr:
Maskenpflicht?
Ausgangssperre?
Testpflicht?
Gastronomie komplett geschlossen?
Da werden Äpfel mit Birnen verglichen.
Da gebe ich Ihnen vollkommen recht. Die Wohnmobile fallen ein wie Ungeziefer, sind überall und nehmen sich Rechte heraus die uns Einheimischen verwehrt werden. Es gibt ein Übernachtungsverbot. Warum werden die nicht mit einem spürbaren Bussgeld belegt wenn sie dennoch Nachts irgendwo stehen? Mindestens 500 Euro pro Person! Bei einem erlaubten Tagesausflug dürfte keine Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit anfallen und wer am Wohnmobil-Dinner teilnimmt darf halt keinen Alkohol trinken. Wer auf Alkohol verweist sollte die doppelte Strafe bekommen, wegen Vorsatz. Nur so kann man die Unmengen an Touristen abhalten. Leider macht es Bayern nicht wie MV und schickt Touristen bereits an der Landesgrenze zurück....
In dem Roman "Die Pest" von A. Camus gehen trotz der Epidemie die Leute in Oran in die Kinos und Kneipen. Es grenzt an wunderlicher Fragwürdigkeit, warum in dem fiktiven Roman die Pest letztlich trotz alledem besiegt werden kann. Früher hieß es, sich allen Gewalten zum Trotz am Leben zu erhalten. Heute weiß man von den PTBS auf der Intensivstation, und wie die Menschen nach dem künstlichen Koma damit zu kämpfen haben, sich einen Weg zurück in die Normalität zu bahnen. Heutige Menschen sind in regelloser Freiheit aufgewachsen. Ihnen dürften die zahlreichen Änderungen an Verhaltensweisen, Gesetzen und Regeln mittlerweilen auf den Geist gehen. Es führt aber kein Weg an einem angemessenen Verhalten vorbei. Keiner will ein "Frontschwein des Konsums" sein, aber alle wollen feiern. Daran ist nichts zu ändern. Nur müssen wir uns alle ändern, damit die Pandemie gebannt werden kann. Maßhalten in allen Dingen, das ist das Gebot der Stunde.
Hugh, ich habe gesprochen.