
"Weil die Gefahr durch einen Blitzschlag verletzt zu werden, in Wasserflächen groß ist, werden die Menschen bei einem Gewitter aufgefordert, sofort die Becken zu verlassen," sagt Günther Rapsch, Technischer Vorstand des Kommunalunternehmens Stadtwerke Ochsenfurt (KSO). Die Sicherheit der Badegäste werde im Maininselbad sehr ernst genommen, auch wenn es immer wieder einige Personen gäbe, die das nicht einsehen wollten. Als verantwortlicher Badebetreiber dürfe man aber kein Risiko eingehen.
Seiner Erfahrung nach verlassen viele Menschen das Maininselbad bei Gewitter freiwillig. Andere würden sich im Brückenengebäude unterstellen, bis es vorbeigezogen ist. "Dort haben wir Blitzabteilter", sagt Rapsch zum Bereicht der Umkleiden und Duschen im Ochsenfurter Freibad.
Im Würzburger Dallenbergbad ist das anders: Das 1954 errichtete Eingangsgebäude mit Duschen und Umkleiden ist aufgrund seiner Stahlbaukonstruktion bei Gewittern nicht sicher. Trotz Blitzableiter auf dem Dach würde ein Blitzeinschlag Menschen gefährden, die sich dort aufhalten. Deshalb müssen Badegäste bei Gewitter das Dallenbergbad verlassen.
Badegast ärgert sich über Rausschmiss ohne Gewitter
Wie diese Regel umgesetzt wird, ärgert den Badegast Roger Aig. "Ich wurde mit meiner Familie und vielen anderen Besucher hektisch und unfreundlich aus dem Bad geschmissen", berichtet der Würzburger von einem Erlebnis am 13. August.
Dabei gab es seiner Meinung nach keinen Grund dazu: Es seien zwar dunkle Wolken zu sehen gewesen, aber weder seine Wetter-App noch Windböen oder gar Donner hätten ein Gewitter angekündigt. Trotzdem mussten gegen 17.30 Uhr alle Menschen das Gelände verlassen. "Obwohl es dann überhaupt keine Gewitter gab", berichtet Aig. Erst gegen 22 Uhr habe es in Würzburg etwas geregnet.
Blitzwarndienst meldete Gewitter in drei Kilometer Entfernung
Die Pressestelle der WVV erklärt auf Nachfrage, "eine Warnung des beauftragten Blitzwarnsystems" sei an diesem Nachmittag der Grund für die Räumung des Dallenbergbades gewesen. Dieser kostenpflichtige Dienst habe Blitze im drei Kilometer-Radius um den Dallenberg gemeldet. Wenn Gewitter so nah kommen, schließe das Personal das Bad und räume es.
"Auch wenn es dann passieren kann, dass das Gewitter vorbeizieht", sagt WVV-Sprecherin Susanna Blum. Dass Wetter-Apps eventuell etwas anderes anzeigen als das Blitzwarnsystem sei möglich. Denn: "Die Apps zeigen gerechnete Vorhersagen, das Warnsystem real geortete Blitze."
In Ochsenfurt nutzt man zur Einschätzung der Gewittergefahr kein Blitzwarnsystem. "Die Kollegen schauen auf die Wetter-App und beobachten den Himmel", sagt Rapsch. Die Schwimmmeister hätten genug Erfahrung, um die Situation einschätzen zu können.
"Wir schauen nach oben und hören, ob es donnert", sagt auch Manuela Kutsch, stellvertretende Schwimmmeisterin des Geisbergbads in Veitshöchheim. Wenn Gewitter näher kämen, würden die Leute aufgefordert, die Becken zu verlassen. Auf dem Gelände des Bades könnten sie aber bleiben. "30 Minuten nach dem letzten Donner geben wir die Becken wieder frei", sagt die Schwimmmeisterin. Die meisten Leute hätten Verständnis, einige nicht.
Kein Verständnis für den "Rausschmiss" aus dem Dallenbergbad hat der Würzburger Badegast Aig. "Ich fühle mich betrogen", sagt er und fordert die Rückerstattung des Eintrittspreises. Die WVV bietet Badegästen lediglich an, dass diese kostenlos wieder zurück ins Bad kommen können, wenn sie dieses wegen eines Gewitters vor 15 Uhr verlassen mussten. Danach bleibt das Würzburger Freibad geschlossen.
Wetter ist höhere Gewalt, nix gibt's. Ob der empörte 'Betrogene' die Gefahreneinschätzung teilt, ist dabei unerheblich. Er ist nicht Betreiber.
Nach Schutz im eigenen Auto und Abzug des Gewitters darf das Bad ja wieder betreten werden.
Die heutigen Wetterlagen lassen eine Lokalisierung der niedergehenden Unwetter nicht mehr zu, also muß in weiser Voraussicht auch mal präventiv das Bad geräumt werden.
Ich möchte die Reaktion des Herrn Beschwerdeführers sehen, wenn trotz dessen Wetter App ein Blitz einschlagen würde und sogar Personen verletzt würden.
Also Herr Aig, nehmen Sie das mal gelassen, das Personal hatte alle Gründe, Sie zu Ihrem Schutz des Platzes zu verweisen.
Nicht einverstanden? Dann wechseln das Schwimmbad
Ja solche Leute gibt es leider.