
Der Start ins neue Jahr ist für viele Schülerinnen und Schüler an den Schweinfurter Schulen neuerdings mit viel Stress verbunden: verlegte Bushaltestelle, Taktänderungen im Fahrplan und volle Busse, all dies erwartet nun Schulkinder auf ihrem Weg zur Schule.
Eine Schulbusanweiserin der Stadtwerke Schweinfurt hat bereits um 7.30 Uhr am Roßmarkt allerhand zu tun. Eine Schülertraube nach der nächsten steigt am Roßmarkt um, um mit den Linien K und L weiter zum Schulzentrum zu gelangen. Die Frau in der neongelben Jacke hilft, die unübersichtliche Situation für die vielen Schülerinnen und Schüler in geordnete Bahnen zu leiten.
Auch einige Eltern sind mit ihren kleineren Kindern gekommen. Die Anweiserin hilft ihnen, sich zurechtzufinden. Viel Zeit bleibt dafür nicht. Im Minutentakt rollen die Busse an den Haltepunkten ein, nur um Sekunden später wieder abzufahren. Schließlich sollen alle Kinder pünktlich zur Schule kommen.
Die Neuerungen im Schweinfurter Schulbusverkehr: wenige Busse, aber dafür umso voller
Die Busse sind sichtlich voll, die Fenster beschlagen – und dennoch, einige Kinder quetschen sich in den Eingangsbereich. Die Anweiserin hat die Szene im Blick, drückt die Kinder etwas grob in den überfüllten Bus – zu voll, da hilft auch kein Zusammenrücken mehr. Sie schickt die Kinder aus dem Bus. Sie müssen den nächsten nehmen. Der steht in diesem Moment auch schon bereit. Weitere Gruppen laufen los, um einen der begehrten Sitzplätze zu ergattern. Sonst müssen sie, wie so viele andere an diesem Tag, im Bus stehen.

Es sind hektische Szenen am Roßmarkt am frühen Morgen, doch nach und nach lichtet sich die Situation. Die Schülermassen werden Bus für Bus in Richtung Schulzentrum gebracht. In weniger als 20 Minuten beginnt die Schule. Es wird dennoch knapp für einige Schülerinnen und Schüler.
Einer der Busfahrer, der an diesem Morgen im Dienst ist, ist Andreas Stühler. Der stellvertretende Betriebsleiter der Stadtwerke greift seinen Kolleginnen und Kollegen unter die Arme. Sein Bus ist gut gefüllt, aber mit Abstand leerer als die vorherigen. Alle Busse fahren nach neuem Fahrplan - zusätzliche Busse helfen, die schiere Menge an jungen Passagieren abzuarbeiten.
Startschwierigkeiten im Schulverkehr: Morgens drängen sich hunderte Schulkinder um die Busse
Die Schulabfertigung am Morgen "funktioniere noch nicht so gut", sagt Stühler. Busfahrpläne werden theoretisch geplant, erst in der Praxis sieht man, wo es noch hakt, meint er. Es gebe aber die Überlegung, ob nicht noch ein weiterer Bus am Morgen eingesetzt werden könne, um das hohe Aufkommen der Schülerinnen und Schüler abzufedern. Die Situation werde erstmal in den nächsten Tagen und Wochen beobachtet und dann entschieden, ob es einer Nachjustierung bedarf. Beim Schulende sehe er allerdings bisher keine Probleme.
"Das funktioniert in anderen Städten auch, bei uns in Schweinfurt wird es auch funktionieren", zeigt sich der stellvertretende Betriebsleiter optimistisch, trotz der bekannten Startschwierigkeiten. Die Schulkinder müssen sich erstmal an die Veränderung gewöhnen, sagt er. Seine Tour führt über die ebenfalls überfüllte Ignaz-Schön-Straße bis zum Schulzentrum hinauf.

Dies sieht die Schulleiterin des Alexander von Humboldt-Gymnasium, Gabriele Seelmann, ganz anders. "Wir beobachten zwar die Situation noch", so Seelmann. Allerdings berichteten ihr mehrere Schülerinnen und Schüler über ihren beschwerlichen Weg zur Schule. Mehrere Kinder seien schon zu spät zu Schule gekommen, einige Eltern mussten ihre Kinder selbst zur Schule fahren.
Schulzentrum besonders betroffen von dem Wegfall der Busse
Laut ihrem Kenntnisstand fahren nur noch zwölf Busse von vormals 16 das Schulzentrum an. Den Wegfall von Bussen spüre man deutlich. Dort gehen rund 2000 Schülerinnen und Schüler zur Schule. Noch schwieriger sei die Situation am Nachmittag. Es gebe kaum eine Direktverbindung mehr vom Schulzentrum, beklagt die Schulleiterin. Daher laufen Schülerinnen und Schüler über den viel befahrenen John.-F.-Kennedy-Ring, um von dort den Bus zu nehmen.
Im Gespräch mit der Redaktion nennt Seelmann gut acht Buslinien, die den Kindern Probleme beim Schulweg bereiten. Sie beklagt, dass einige Gemeinden im Landkreis Schweinfurt nun schlecht angebunden seien: Kützberg, Niederwerrn und vor allem Schonungen.

Neuerung der Schulbusverbindungen bereits im Dezember durch das AvH-Gymnasium kritisch beäugt
Diese Entwicklung habe man schon vor den Weihnachtsferien kritisch beäugt, doch auf die Befürchtungen des Elternbeirats des Gymnasiums, der einen Brief an die Stadtwerke schrieb, wurde nur spärlich eingegangen. Der Brief als auch die Antwort der Stadtwerke liegen der Redaktion vor. An den Rathenau-Schulen ist die Lage entspannter, äußert sich dagegen Schulleiterin Kerstin Petz. Bisher gebe es nur wenige Rückmeldungen von den Kindern und Eltern. Die Rathenau-Schulen sind aber auch "besser angebunden als das Schulzentrum", meint Petz.
In dem Bus von Andreas Stühler ist die Lage ruhiger geworden. Ein Teil der Schulkinder stieg bereits an der Haltestelle Ignaz-Schön-Straße aus. Auf dem John-F.-Kennedy-Ring steht der Bus. Es dauert eine Weile, bis die zwei vorfahrenden Busse nach links ins Schulzentrum abbiegen können.
Zwei junge Schülerinnen unterhalten sich währenddessen im mittleren Teil des Busses, ob sie noch rechtzeitig in die Klasse kommen, es ist jetzt wenige Minuten vor acht Uhr. "Es ist genauso wie gestern", antwortet ihr ihre Freundin genervt. Der Bus fährt nun die letzte Haltestelle an. Fünf Minuten vor acht hält der Bus am Schulzentrum an. Die Mädchen steigen aus und hasten zum Unterricht. Bis die Mädchen im Klassenzimmer sitzen, wird es wohl kurz nach acht Uhr werden.
läuft ja bestens.. (Ironie aus)
Kopfschüttelnd,..