zurück
Kitzingen
Weichhans Wochenrückblick: Warum Kitzingen gerade das Ende der Welt ist
Satire am Samstag: Die Wahrheit über Schienenersatzverkehr. Wenn das Navi zum Friedhof führt. Und was ein Blitzer mit Arnold Schwarzenegger zu tun hat.
Weichhans Wochenrückblick: Warum Kitzingen gerade das Ende der Welt ist
Foto: MP, Angie Wolf, Montage: Biscan
Frank Weichhan
 |  aktualisiert: 13.02.2024 21:44 Uhr

Es wurde nie so richtig geklärt, wo genau das Ende der Welt liegt. Wo man also hingehen muss, um andere endgültig wegzuschubsen. Inzwischen aber macht sich eine Ahnung breit, dass womöglich Kitzingen am Ende der Welt liegen könnte. Weil es hier nicht weitergeht. Wer in den Süden will, strandet.

Seit dieser Woche ist die Bahnlinie von Kitzingen nach Nürnberg monatelang gesperrt. Man könnte natürlich auf das Auto ausweichen, um in den Süden zu gelangen. Dummerweise ist die A 3 von Biebelried bis Erlangen ebenfalls eine Dauerbaustelle. Alles wie abgeschnitten. Eine unsichtbare Wand.

Beim Ampel-Irrsinn ist Kitzingen weltweit führend

Damit haben wir endlich auch eine Erklärung, warum in Kitzingen immerzu alle Straßen verstopft sind: Es liegt gar nicht an dem Tangenten-Murks und dem weltweit führenden Ampel-Irrsinn. Vielmehr kreiseln die Autos ständig. Sie prallen gegen das Ende, schleudern zurück und versuchen es erneut. Immer und immer wieder. Bleibt abzuwarten, ob die Busse durchkommen, die als Schienenersatzverkehr eingesetzt werden. Schienenersatzverkehr klingt übrigens genau so, wie es sich dann unterwegs anfühlt.

Nicht gut angefühlt hat sich auch eine Szene, die sich am Dienstag am Alten Friedhof in Kitzingen zutrug. Eine junge Frau lief mit ihrem Handy umher, das ihr als Navi diente und lauthals den Weg wies. Wohin die Frau wollte, ist leider nicht überliefert. Verbürgt ist dagegen ihr ins Fassungslose abgleitende Gesichtsausdruck, als das Navi am Haupteingang des Friedhofs verkündete: "Sie haben Ihr Ziel erreicht!"

Wer kommt heute noch ohne Navi ans Ziel?

Heutzutage kann sich ja keiner mehr vorstellen, wie man ohne Handy überleben konnte. Wie man ohne Navi jemals ans Ziel kam. Wie ohne Servolenkung eingeparkt wurde. Es war die Zeit, als man dachte: Hoffentlich wird es mal besser! Heute denkt man: Wäre es doch wie früher! Damals, als es noch keine Enforcementtrailer gab. Der Begriff tauchte diese Woche in den Polizeimeldungen auf. Klingt nach einem Gegenspieler von Arnold Schwarzenegger. Oder einer Weltraum-Waffe.  

So sieht er aus, der Enforcementtrailer. 
Foto: Julien Becker, HMB Media | So sieht er aus, der Enforcementtrailer. 

Tatsächlich aber handelt es sich um ein Blitzgerät. Ein Ding, das sich als Anhänger tarnt, um dann doch zu blitzen. Ein solcher Trailer stand dieser Tage an der Bundesstraße 286 bei Prichsenstadt – und war plötzlich mit blauer Farbe übertüncht. Was dazu führte, dass die Geschwindigkeitsüberwachung schlagartig beendet war.

Wir wissen nicht genau, was passiert ist. Vielleicht wurde ein Malermeister geblitzt. Womöglich hatte jemand Farbe übrig. Am wahrscheinlichsten aber ist, dass sich einer dachte: Wie sinnlos ist es doch, die Geschwindigkeit am Ende der Welt zu kotrollieren. 

 
Themen & Autoren / Autorinnen
Kitzingen
Frank Weichhan
Arnold Schwarzenegger
Glosse Kitzingen
Servolenkungen
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden Jetzt registrieren

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits von 50 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen
Kommentare
Aktuellste
Älteste
Top