Die Landtagswahl 2023 steht vor der Tür und die Wahlberechtigten im Stimmkreis Kitzingen müssen sich zwischen neun Direktkandidatinnen und -kandidaten entscheiden. Eine davon ist CSU-Kandidatin Barbara Becker, die sieben Fragen dieser Redaktion beantwortet hat. Diese drehen sich um wichtige Themen im Landkreis Kitzingen und im angrenzenden Landkreis Schweinfurt rund um Gerolzhofen.
Zu Herausforderungen wie der Weinbergsbewässerung über die Steigerwaldbahn bis zur Aufnahme neuer Flüchtlinge hat sich Barbara Becker geäußert. Die 54-jährige Landtagsabgeordnete ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Wiesenbronn.
1. Möchten Sie weitere Windkraft- und Photovoltaik-Freiflächen-Anlagen im Stimmkreis zur Energieversorgung oder was sonst?
Nur wenn wir alle Potenziale der erneuerbaren Energien nutzen, schaffen wir die Energiewende. Ich setze vorrangig auf PV auf Dachflächen und Batteriespeicher. Und das immer mit den Bürger/innen gemeinsam.
2. Sind Sie für eine Weinbergsbewässerung mit Mainwasser per Pipeline vom Main nach Iphofen?Auch für andere Weinbaugemeinden?
Als Pilotprojekt: ja. Der Main hat im Sommer seine Ruhe, betröpfelt wird mit im Winter gespeichertem Wasser, und nur, wenn die Reben sonst nicht überleben könnten. Begrünung und weniger Laubwand müssen den Boden zusätzlich schützen.
3. Sollte die Steigerwaldbahn als Bahnstrecke reaktiviert werden?
Eine schnellere und einfache Lösung sind Busse auf der Strecke (wenige Kurven, hoher Fahrkomfort, günstigere Lösung), gegebenenfalls mit einem Radweg in Kombination. Wir hoffen, dass auch der Kreistag in Kitzingen der Machbarkeitsstudie zustimmt.
4. Begrüßen Sie die Ansiedlung weiterer Logistik-Betriebe im Stimmkreis?
Waren müssen verteilt werden. Dazu braucht es solche Zentren. Die Frage ist, wie wir sorgsam mit unseren Flächen umgehen. Für das Projekt in Kleinlangheim braucht es jetzt einen Runden Tisch mit allen Beteiligten.
5. Verkraftet der Stimmkreis Ihrer Meinung nach noch mehr Flüchtlinge?
Unsere Kommunen stehen mit dem Rücken zur Wand. Wir müssen aufpassen, dass die Stimmung nicht noch mehr kippt. Die Berliner Regierung setzt falsche Anreize! Wir als CSU wollen Integration in den Arbeitsmarkt, nicht in die Sozialsysteme.
6. Sind Sie für eine feste Quote von Sozialwohnungen beim Wohnungsneubau?
Wir brauchen neue Sozialwohnungen. Gute Anreize helfen mehr als starre Quoten. Der Freistaat und wir im Haushaltsausschuss haben die Weichen gestellt. Wohnungsbau und sozialen Wohnungsbau schieben wir mit der Baumilliarde energisch an.
7. Würden Sie etwas am bestehenden Schulsystem ändern wollen? Was?
Ein Schulsystem muss sich immer anpassen. Die Frage muss sein: Wie fördern wir jedes Kind bestmöglich? Kein Abschluss ohne weiteren Anschluss. Zur guten Bildung gehören für uns als CSU auch Jugendarbeit, Ehrenamt und Vereine.