
Spenden sind wohl bei jeder sozialen Einrichtung herzlich willkommen. Grundsätzlich auch bei der Caritas-Kindertagesstätte in Zeil. Doch statt einer Finanzspritze hat sich der katholische Kindergarten für Solidarität entschieden – und auf seine Spende aus dem Göller-Hilfsfonds verzichtet. Denn das evangelische "Regenbogenhaus" braucht derzeit jede finanzielle Hilfe, die zu bekommen ist.
Was ist los? Anstelle von Reparaturen steht bei der evangelischen Kindertagesstätte "Regenbogenhaus" eine Generalsanierung des Außengeländes an. Und das kostet. Auf vermutlich 60.000 Euro belaufen sich die Kosten, den Spielplatz wieder neu zu gestalten und zu bestücken. Und das ohne Erdarbeiten. "Wir haben das alles vor gut zehn Jahren mit einer zertifizierten Firma gebaut, die auch die Eltern einbezogen hat und Eigenleistung ermöglichte, aber das ist jetzt offenbar gar nicht mehr erlaubt", berichtet Leiterin Susanne Schmid.
Stämme sind von Pilz befallen
Vor ihr spielen drei Kinder im Sand. Gleich daneben beginnt der abgesperrte Bereich. Manch sehnsüchtiger Blick geht hinüber. "Das Häuschen ist laut TÜV nicht mehr standfest genug", so Schmid, die Baumstämme daneben sehen allerdings sehr massiv aus. Doch der Schein trügt. Die Stämme sind von einem Pilz befallen und müssen ebenfalls weg. Zum Glück für das "Regenbogenhaus" hat die Stadt Zeil vor Kurzem zwei Balancier-Strecken aufgebaut. Wenigstens diese dürfen die Kinder benutzen.

94 Mädchen und Jungen besuchen derzeit das Regenbogenhaus. Für die Kinder sei die aktuell verfügbare Spielfläche zu klein. "Wir behelfen uns mit der Waldgruppe", erklärt Schmid. Jede Woche verbringen 24 Kinder im Wechsel von Dienstag bis Donnerstag ihre Zeit im Wald und können sich dort im Freien austoben.
Nach TÜV-Prüfung: Teile des Freigeländes gesperrt
Eine Renovierung und den Austausch verschiedener Geräte habe man im Regenbogenhaus zwar geplant. "Dafür haben wir auch Rücklagen gebildet", erklärt Pfarrerin Claudia Winterstein. Doch dann stand im vergangenen Sommer die turnusmäßige Prüfung durch den TÜV an – und der größte Teil des Freigeländes wurde gesperrt.
Eine doppelte Finanzspritze bekam der evangelische Kindergarten nun aus dem Göller-Hilfsfonds: 3000 Euro waren dieses Jahr zu vergeben. Das Geld, je 1000 Euro, sollte gleichmäßig an die Paul-Moor-Schule in Sylbach und die beiden Zeiler Kindertagesstätten verteilt werden. Eva Göller informierte die Spendenempfänger per Mail und bekam von der Caritas-Kita die Antwort, dass man sich zwar sehr freue, doch wisse man von der Misere beim Regenbogenhaus.
Verzicht der katholischen Kita sei etwas Besonderes
"Wir selbst haben jetzt alles so schön neu. Es fühlt sich nicht richtig an, wir möchten Sie bitten, die Spende an das Regenbogenhaus zu erhöhen", hieß es darin. Von dieser Reaktion war nicht nur Eva Göller positiv überrascht. Auch Susanne Schmid und Pfarrerin Claudia Winterstein waren gerührt. "Unsere zusätzlichen 1000 Euro sind da zwar auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber der Verzicht der katholischen Kita ist schon etwas Besonderes", so Eva Göller bei der Spendenvergabe.

Schmid und Winterstein sind derzeit fleißig dabei, Geld zu sammeln, damit sie die große Herausforderung stemmen können. In diesem Bemühen war das kleine Treffen zur Spendenübergabe doppelt wertvoll: einerseits gab es statt die zweifache Summe aus dem Göller-Hilfsfonds, andererseits tauschten die Anwesenden am Tisch Tipps aus, wie sich eine Finanzierung auf die Beine stellen ließe. Denn auch die Paul-Moor-Schule gestaltet ihre Außenflächen und Spielbereiche neu und wurde dabei tatkräftig durch Spendenaktionen unterstützt, im Wesentlichen vom Rotary-Club Haßberge.
Spendenlauf in Planung
Wie geht es jetzt weiter? Derzeit schmiedet man Pläne für verschiedene Aktivitäten, um Spenden zu generieren. Für die Außenanlagen der Paul-Moor-Schule gab es einige Benefizkonzerte. Das wäre auch in Zeil eine Möglichkeit. Von der Brauerei Göller kam direkt die Zusage, potenzielle Veranstaltungen mit Getränkespenden zu unterstützen. "Außerdem planen wir einen Spendenlauf", erklärt Pfarrerin Winterstein, die jetzt unverhofft zwei große Baustellen hat. Denn auch das neue Gemeindezentrum ist gerade im Bau.
Wer den Kindergarten bei den Aktivitäten unterstützen möchte oder eigene Ideen hat, kann sich gerne im Kindergarten selbst oder im Pfarrbüro unter der Tel.: (09524) 5351 melden.