Lange haben die Initiatoren aus Münnerstadt (Landkreis Bad Kissingen) warten müssen, jetzt ist der Förderbescheid eingetroffen: Damit ist der Weg frei für die Gründung des kommunalen Klimaschutz-Netzwerkes Main-Rhön.
Ganze 53 Kommunen, darunter fünf Landkreise, die Stadt Würzburg und der Bezirk Unterfranken, hatten bis zur Einreichung des finalen Förderantrages eine unverbindliche Interessensbekundung abgegeben. Es handelt sich um Städte und Gemeinden aus den Landkreisen Bad Kissingen, Kitzingen, Main-Spessart, Rhön-Grabfeld, Schweinfurt, Würzburg und Aschaffenburg.
Nun müssen die Interessenten einen formellen Beschluss fassen. Am 14. März wird das Netzwerk offiziell in der Mehrzweckhalle in Münnerstadt gegründet.
Institut für Energietechnik der Hochschule Ambert-Weiden begleitet das Netzwerk
Ziel ist zum einen der regelmäßige Wissens- und Informationsaustausch der Kommunen. Auch die Organisation und gegenseitige Unterstützung bei der Entwicklung vorbeugender und nachhaltiger Vorhaben zur Reduktion der Auswirkungen des Klimawandels stehen im Fokus. Außerdem soll ein vor allem für die ländliche Region spezifischer Fahrplan zur angestrebten Klimaneutralität ausgearbeitet und umgesetzt werden.
Die fachliche Beratung des Netzwerkes übernimmt das renommierte Institut für Energietechnik der Hochschule Amberg-Weiden. Die Gemeinschaft besteht inhaltlich aus zwei Teilen: Einerseits findet quartalsweise ein Treffen statt mit dem Ziel, einen Austausch zwischen den teilnehmenden Kommunen zu schaffen. Bei den moderierten Terminen gibt es Fachvorträge und es werden Praxisbeispiele besichtigt.
Kommunalrichtlinie finanziert Teil der Treffen und fachlichen Beratung
Zum anderen haben alle Teilnehmenden die Möglichkeit, sich individuell durch das Institut für Energietechnik beraten zu lassen. Das kann beispielsweise durch Potenzialanalysen, Wirtschaftlichkeitsberechnungen, Ökobilanzierungen oder allgemeine fachliche Beratung zu anstehenden Projekten stattfinden. Voraussetzung ist, dass die Unterstützung darauf abzielt, Treibhausgasemissionen zu reduzieren.
Innerhalb der Netzwerkzeit von drei Jahren werden dabei über die Kommunalrichtlinie 70 Prozent der Ausgaben für die Treffen und die fachliche Beratung gefördert.
Die Idee aus Münnerstadt gewinnt immer mehr an Zuspruch
Angestoßen hat das Netzwerk der Klimaschutzmanager der Stadt Münnerstadt, Stefan Richter. Er nahm Kontakt zum Leiter des Instituts für Energietechnik, Markus Brautsch, auf, der das Projekt begleiten wird.
Waren es Ende 2021 noch sechs Kommunen, die zusammen mit Münnerstadt das Netzwerk gründen wollten, so wuchs die Zahl immer mehr an. Bei etlichen Stadt- und Gemeinderatssitzungen sowie bei persönlichen Gesprächen mit Bürgermeisterinnen und -meistern in ganz Unterfranken hat Richter das Projekt vorgestellt. Als dann der entscheidende Förderantrag abgegeben wurde, waren es bereits 53 Kommunen.
Für die Gründung des Klimaschutznetzwerkes muss ein Beschluss gefasst werden
Diese müssen nun aus förderrechtlichen Gründen einen Beschluss fassen, dass sie am Klimanetzwerk teilnehmen wollen. Sollte die eine oder andere Gemeinde oder Stadt inzwischen nicht mehr im Projekt mitarbeiten wollen, wäre das auch kein Problem: "Es sind noch 30 Kommunen auf der Warteliste", sagt Richter. "Das ist schon ein Netzwerk, mit dem man etwas anfangen kann."
Der Stadtrat von Münnerstadt hat in seiner jüngsten Sitzung einen einstimmigen Beschluss zum Beitritt gefasst. "Es ist uns gelungen, das in Münnerstadt zu halten", sagte Bürgermeister Michael Kastl (CSU). Denn die Gründungsversammlung findet in Münnerstadt statt. Der Titel "Klimanetzwerk Main-Rhön sei anfänglich sehr hoch gegriffen gewesen. Inzwischen passe er aber genau zu dem Projekt, das etwas ganz Besonderes sei, so Kastl.