Jetzt fehlen nur noch der TSV Aubstadt und der TSV Rain. Zwei Partien und die Würzburger Kickers haben in der Fußball-Regionalliga gegen jeden Gegner einmal gespielt. Das Fazit zwei Spieltage vor dem Vorrundenabschluss steht schon fest: die Rothosen sind in der vierten Liga ein Spitzenteam, eine Mannschaft, die dem Großteil der Kontrahenten meilenweit voraus ist. „Es muss schon viel zusammenkommen, dass man uns schlägt“, sagte Kickers-Rechtsverteidiger Thomas Haas nach dem 3:0 (2:0) gegen die zuvor in fünf Spielen in Serie unbesiegte SpVgg Greuther Fürth II. „Wir hätten nur mit der besten Besetzung und Glück hier vielleicht etwas holen können“, sagte Gäste-Trainer Petr Ruman – und besetzt sei seine Mannschaft an diesem Nachmittag gut gewesen. Eine echte Chance hatte sie in den 90 Minuten am Dallenberg aber nicht. Ruman: „Die Kickers sind definitiv die beste Mannschaft der Regionalliga Bayern.“
Dabei waren die Rothosen am Samstag sogar noch unter ihrem Tore-Durchschnitt (3,2 erzielte Treffer pro Spiel) geblieben. Dominik Meisel (20.) und der mit seinem Spielwitz abermals herausragende Ivan Franjic (24., 67.) trafen. Am Ende zählte für Trainer Marco Wildersinn aber vor allem „die hochkonzentrierte Leistung“, die sein Team über die gesamte Spielzeit gezeigt hatte. Dass die Fürther keine einzige wirklich dicke Torchance verzeichnen konnten, war Ausdruck einer engagierten Defensiv-Leistung des gesamten Teams, die Haas durchaus als „anstrengend“ beschrieb. Die Laufarbeit, die nötig ist, um dem Gegner möglichst immer im Weg zu stehen, mag für die Zuschauer weniger spektakulär wirken als manch feiner Angriff. Wildersinn sah indes gerade da Fortschritte zur 0:1-Niederlage beim FC Bayern München II. Dass die Kickers auch in Druckphasen des Gegners enorm sicher wirkten, gefiel dem Chefcoach besonders.
Und so war es dann ein Sieg im Stile eines Spitzenteams, wie man das in der Sport-Journalisten-Sprache gerne zusammenfasst. Sollte nach der jüngsten Niederlage irgendjemand Zweifel an der Reife der Kickers-Mannschaft gehabt haben, so dürften die schnell zerstreut worden sein. Auch dass Unterhaching im Fernduell an der Tabellenspitze durch den 1:0-Erfolg am Freitagabend in Aschaffenburg zwischenzeitlich sechs Punkte davongezogen war, ließ die Rothosen offensichtlich gänzlich unbeeindruckt. „Unterhaching interessiert mich nicht“, wiederholt Wildersinn dieser Tage gerne. Der Zweikampf an der Tabellenspitze kann ja für die Fans durchaus spannend sein. Dem Kickers-Coach nimmt man ab, dass er die wöchentliche Abstandmessung getrost ignorieren kann. Am Ende, so sein Kalkül, wird abgerechnet. Die Kickers haben, Stand jetzt, alles noch in der eigenen Hand.
Ja, die Kickers sind verdammt gut, aber: Machen wir uns nichts vor, die Kickers sind zum Aufstieg verdammt, sonst sind sie mit ihrem Profi-Konzept nächste Saison endgültig pleite. Die Alternative heißt dann bestenfalls 10 bis 12 Regionalliga-Spitzenspieler teuer nach oben verkaufen (so sie nicht nur Jahresverträge haben...) und wieder von vorn anfangen.
Die vielen Tore sind ja schön, aber es fehlen mindestens drei Punkte und vor allem die notwendige Konstanz auf diesem hohen Niveau. Da darf eben auch ein Ausrutscher bei den B-Bayern nicht passieren, während Haching zwar nicht immer schön, aber zuverlässig seine drei Punkte einsackt.
Trotzdem: Liebe Kickers, bitte weiter so! Und noch ein Quäntchen besser! Wir lieben Euch!