
Im Main-Post-Podcast "Würzburg wählt" geben die Kandidatinnen und der Kandidat für das Oberbürgermeisteramt Einblick in ihren persönlichen und politischen Werdegang. Welche Schicksalsschläge und Erfahrungen prägen heute die Arbeit der vier Politikerinnen und des Politikers? Einen Auszug aus dem Gespräch von Chefredakteur Ivo Knahn mit Judith Roth-Jörg finden Sie hier:
Judith Roth-Jörg: Für mich ist ein normales Leben, wenn ich am Wochenende mal frei habe und mit meinen Kindern oder unseren Kindern frühstücken kann, dann ein bisschen spazieren gehe, vielleicht noch zum Sport und abends schön essen. Am Wochenende wäre es wunderschön, wenn es mal so wäre.
Roth-Jörg: Das Leben einer Bürgermeisterin ist alles andere als normal. Wir leben unter ständiger Beobachtung und auch schon unter einer gewissen Erwartungshaltung der Bürger. Und es gibt eine Terminfülle. Viele sind sehr schön und machen auch Freude, aber das ist einfach die pure Menge, die einen manchmal erschlägt.
Roth-Jörg: Keine Sekunde. Ich bin auch schon gefragt worden, ob ich mir vorstellen könnte, mit jemandem zusammen zu sein, der nicht in der CSU ist. Nein, kann ich mir auch nicht vorstellen. Ich lebe Politik und bin ja nur eine Person. Ich bin nicht auf der einen Seite die CSU-Judith und auf der anderen Seite die Privat-Judith. Wenn ich politisch aktiv bin, bin ich das durch und durch, auch zuhause. Und wenn ich mich dann ständig mit jemand streiten müsste, weil er schräge Ansichten hat, das wäre glaube ich schwer.
Roth-Jörg: Da wird es keine Veränderung geben. Wir sind beide der Verschwiegenheit verpflichtet. Ich habe einen Eid abgelegt, wie er auch. Das gibt es ganz klare Regeln, an die haben wir uns gehalten und an die werden wir uns halten.
Roth-Jörg: Wir haben das natürlich auch schon gehört. Wir haben uns in der Politik kennengelernt. Mit welcher Rechtfertigung soll man jetzt sagen, dass er irgendein Amt niederlegen soll, nur weil ich ein anderes anstrebe? Das fände ich nicht sehr emanzipiert. Der Wähler hat uns beide gewählt und hat auch jetzt wieder die Entscheidung.
Roth-Jörg: Ich frage Freunde um Rat. Als Frau in der Führungsposition muss man sich auch männlichen Rat holen, wenn man bestehen will. Wenn man so reagiert wie ein Mann, sind die Männer meist sehr überrascht. Anfangs wurde ich in so mancher Männerrunde am Anfang nicht ganz ernst genommen. Dann habe ich einen befreundeten Vorstand gefragt, was er machen würde. Er war krass. Ich war dann auch krass. Das hat mir enormen Respekt verschafft.
Die Fragen und Antworten sind ein Auszug aus einem etwa 40-minütigen Podcast mit Judith Roth-Jörg im Vorfeld der Oberbürgermeister-Wahl am 4. Mai. Das ganze Gespräch und die Gespräche mit den anderen Kandidatinnen und dem Kandidaten gibt es auf YouTube und überall, wo es Podcasts gibt.
Was genau ist der Antrieb für Frau Roth-Jörg sich um das Amt zu bewerben wenn die Erwartungen und Aufmerksamkeit der Bürgerinnen für sie so lästig sind?
Was für eine Repräsentation können wir uns erwarten von jemandem, die andere Meinungen als „schräg“ abtut (zugeben im privaten Kontext erwähnt, aber hier öffentlich)?
Was soll „krass sein“ für eine Führungsqualität sein? Ich kenne diese Männerrunden, da wird sich unhöflich über den Mund gefahren, nicht ausreden gelassen und an der besten Lösung ist sowieso keiner interessiert, sondern daran die eigene zu platzieren und Dominanz zu etablieren.
Es wird Zeit, dass wir dieses Verhalten in Führungspositionen ablösen und nicht fortführen.
Gerade von einer Frau, die diese unangenehmem Erfahrungen gemacht hat, würde ich mir das wünschen.
Die Herausforderungen der Zukunft lassen sich nur miteinander lösen. Spalten wird da keinem helfen …
=> ist die Erde eine Scheibe?
Da werden dumpfe (Geschlechter-)Klischees nachgeplappert, da wird die Partei über alles gestellt und eine fiktive "Rama-Idylle" aus dem Lehrbuch dieser Partei als vorgebliche Normalität dargestellt, die mit den Nöten und Lebenswirklichkeit der Menschen nicht das geringste zu tun hat.
Sympathische Vereinnahmung wird ja gerne mit Sozialkompetenz verwechselt...