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Würzburg
Würzburgs OB-Kandidatin Claudia Stamm: "In der Sache hart streiten, aber persönlich halt nicht"
Claudia Stamm bewirbt sich um das Amt der Oberbürgermeisterin. Im Podcast "Würzburg wählt" erzählt sie, was sie prägte und warum sie ohne Partei ist.
Im Podcast spricht Claudia Stamm über ihre Kandidatur für die OB-Wahl in Würzburg.
Foto: Silvia Gralla | Im Podcast spricht Claudia Stamm über ihre Kandidatur für die OB-Wahl in Würzburg.
Ivo Knahn
Ivo Knahn
 |  aktualisiert: 26.03.2025 02:35 Uhr

Im Main-Post-Podcast "Würzburg wählt" geben die Kandidatinnen und der Kandidat für das Oberbürgermeisteramt Einblick in ihren persönlichen und politischen Werdegang. Welche Schicksalsschläge und Erfahrungen prägen heute die Arbeit der vier Politikerinnen und des Politikers? Einen Auszug aus dem Gespräch von Chefredakteur Ivo Knahn mit Claudia Stamm finden Sie hier:

Frage: Wer hat Sie mehr geprägt: Ihre Mutter oder Ihr Vater?

Claudia Stamm: Ich glaube, ich habe viel von beiden und manchmal nicht nur die guten Seiten. Bei meinem Vater ist es dieses Rechnungen-liegen-lassen und solche Geschichten. Bei meiner Mutter ist es das Hockenbleiben. Das ist ja nicht unbedingt eine schlechte Seite, aber das hat schon manchmal zur Folge, dass es einem dann bei den nächsten Terminen leidtut und man zu spät kommt. Da bin ich aber gerade dabei, das zu ändern und wieder ganz pünktlich zu sein.

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War es sehr konfliktär bei Ihnen daheim?

Stamm: Bei uns gab es irgendwie immer drei Sachen: Wir haben zusammen Schafkopf gespielt, wir haben zusammen Fußball gehört – also mit meinem Vater und meinem Bruder - und wir haben eben über Politik diskutiert. Ich habe gelernt, dass man ganz, ganz heftig miteinander streitet, danach aber wieder Kaffee oder einen Wein miteinander trinkt. In der Sache ganz hart, aber persönlich halt nicht - das hat mir später viel geholfen für meine Arbeit im Landtag.

Sie waren für die Grünen im Landtag, haben später die Partei "mut" gegründet und liebäugelten 2023 ein wenig mit der CSU. Zur OB-Wahl treten Sie parteilos an. Haben Sie die Suche nach einer politischen Heimat aufgegeben?

Stamm: Ich habe ja immer gesagt, für mich gibt es keine Heimat, sondern ich habe Heimaten. Auch mit der CSU habe ich nicht so richtig geliebäugelt, sondern ich habe für einen Abgeordneten gearbeitet. Ich bin oft gefragt worden, ob ich eintrete - auch vom Ministerpräsidenten. Und natürlich: Als Stamm-Tochter in der CSU wäre wahrscheinlich einiges leichter. Aber ich drehe es mal um: Mit Blick auf das Oberbürgermeister-Amt kann das eine wahnsinnige Chance sein, weil man eben keinem Parteibuch und keiner Parteilinie verpflichtet ist, sondern weil man nur dem Wohl dieser Stadt verpflichtet ist.

2018 ist ihr Mann Hans Jürgen Staudt unerwartet gestorben. Was hat das verändert?

Stamm: Alles. Da war nichts mehr so wie vorher. Wir hatten uns genau zu der Zeit vorgenommen, viel zu reisen, weil wir nach meinen Jahren im Landtag die Zeit dazu hatten. Ich hatte dann auch ein Traumjob-Angebot, das ich nicht annehmen konnte, weil ich plötzlich allein für unsere Töchter sorgen musste. Der Headhunter, der mich für diesen Job vorgeschlagen hat, hat damals gesagt, dass der Tod meines Mannes auch eine Qualifikation für mich sei. Da habe ich zuerst gedacht: Oh Gott, wie kann man denn so darüber reden? Über die Jahre hinweg habe ich aber verstanden, was er meinte: Ich musste alles irgendwie allein hinkriegen.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, als Oberbürgermeisterin für Würzburg zu kandidieren?

Stamm: Da gibt es mehrere Geschichten. Unter anderem haben mich mehrere Leute angesprochen, dass so ein kommunales Spitzenamt doch etwas für mich wäre. Und ja, das ist ein Platz, wo man wirklich gestalten kann. Man kann in einem Parlament sein, in der Opposition oder auch in der Regierung, aber man kann dort lange nicht so gestalten, wie wenn man ein kommunales Spitzenamt innehat.

Die Fragen und Antworten sind ein Auszug aus einem etwa 40-minütigen Podcast mit Claudia Stamm im Vorfeld der Oberbürgermeister-Wahl am 4. Mai. Das ganze Gespräch und die Gespräche mit den anderen Kandidatinnen und dem Kandidaten gibt es auf YouTube und überall, wo es Podcasts gibt.

 
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  • Heike Pauline Grauf
    Wenn der OB Gestaltungsspielraum hätte oder ihn nutzen würde, sähe es in Würzburg anders aus.Der Oberbürgermeisterjob ist eine repräsentative und moderierende Tätigkeit, bei der man Spezln schon mal hin und wieder eine Wohltat gewähren kann. Das war's dann aber auch. Ohne Mehrheiten ist ein OB ein armer Fürst. Das Format eines Boris Palmer kann man im schwarzen (Hexen)Kessel Würzburg eh nicht erwarten. Hier regiert ein dumpfer Sumpf, der sich bis zur Generalstaatsanwaltschaft nach Bamberg zieht. Da muss man schon schwarz sein, um nicht schwarz zu sehen.Und die Stammtochter kommt ja aus der Schwärze. Ohne ihre Genealogie wäre Claudia Stamm weder OB-Kandidatin noch so leicht sonst etwas geworden. Wie schrieb ein MP-Kommentator, Roland Rösch, doch so treffend, zu "Kritik aus der CSU-Basis" an Roth-Jörg" "Der Stadtrat Würzburg ist mehr oder weniger seit Jahren ein Familienbetrieb." In Politik und Wirtschaft überhaupt zählt nur "la familia". Siehe Quandt, Albrecht, nomen est omen: Schwarz.
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