
Im Main-Post-Podcast "Würzburg wählt" geben die Kandidatinnen und der Kandidat für das Oberbürgermeisteramt Einblick in ihren persönlichen und politischen Werdegang. Welche Schicksalsschläge und Erfahrungen prägen heute die Arbeit der vier Politikerinnen und des Politikers? Einen Auszug aus dem Gespräch von Chefredakteur Ivo Knahn mit Martin Heilig finden Sie hier:
Heilig: Ich selbst bin in geborgenen Verhältnissen aufgewachsen, in einer Welt, die gefühlt in Ordnung war. Ich habe eine glückliche Kindheit gehabt und würde sagen, meine Kinder haben das auch. Aber wie wird es mal sein, wenn die 50 Jahre alt sind, so alt wie ich jetzt werde? Wenn sie wiederum Kinder haben, wie schaut unsere Welt dann aus?
Heilig: Meine Eltern waren parteipolitisch nicht gebunden, haben aber klare Werte vertreten. Nach der Wiedervereinigung sind Skinheads aus dem Osten bei uns aufgetaucht. Und da war plötzlich eine Gruppe von Skins, die offensichtlich zwei dunkelhäutigen jungen Männern nachgestellt haben und die konfrontiert haben. Ich war mit meiner Mutter unterwegs, und plötzlich standen wir zwischen den zwei Gruppen. Meine Mutter hat die Skinheads zusammengeputzt wie kleine Schuljungs. Die dunkelhäutigen Männer konnten dann die Szenerie verlassen. Mir wurde damals klar: Irgendwie wegducken, das ist keine Option.
Heilig: Ein Oberbürgermeister muss für alle da sein. Er muss Leute zusammenbringen, Brücken bauen, gerade in den jetzigen Zeiten. Wir müssen über Parteigrenzen hinweg zusammenarbeiten, und da meine ich jetzt nicht nur eine Partei im Sinn von politischer Partei. Es geht mir auch um gesellschaftliche Gruppen. Es geht um die Zusammenarbeit mit dem Landkreis, auch mit anderen Städten. Diese Idee von Überparteilichkeit, die darf man jetzt auf den Plakaten durchaus spüren.
Heilig: Es war nie der Plan, Autofahrern die Möglichkeit zu nehmen, in die Stadt mit dem Auto zu fahren. Das wird immer wieder behauptet und ist einfach falsch. Wir wollten die Talavera-Parkplätze bewirtschaften und die Straßenbahn dafür in der Innenstadt kostenlos machen. Das war keine schlechte Idee. Hat es mir jetzt geholfen, für langfristigere Popularität? Nein. Und ich mache mir zum Vorwurf, dass wir zu schnell waren und wir es nicht gut genug kommuniziert haben.
Heilig: Wenn andere abdrehen und sagen "Hm, das reicht mir jetzt“, dann fangen wir erst richtig an. Also unter Druck Leistung zu bringen, das ist auf jeden Fall geblieben. In Kleinbooten war ich übrigens nie besonders erfolgreich. Aber im Großboot im Team zu arbeiten, das war mein Ding. Der Takt muss stimmen, du musst aufeinander achten. Das prägt mich bis zum heutigen Tag.
Die Fragen und Antworten sind ein Auszug aus einem etwa 40-minütigen Podcast mit Martin Heilig im Vorfeld der Oberbürgermeister-Wahl am 4. Mai. Das ganze Gespräch und die Gespräche mit den anderen Kandidatinnen gibt es auf YouTube und überall, wo es Podcasts gibt.
Grüne,im Bund versagt- im Ratssaal nicht die Hellsten!