
Maulwürfe sind für viele Garten- und Grundstückbesitzer ein Ärgernis. Die kleinen Säugetiere graben Tunnelsysteme und hinterlassen dabei ein hügeliges Schlachtfeld. Beim Versuch, die „Erdwerfer“ loszuwerden, greifen manche Menschen zu drastischen und schädlichen Methoden. Warum man diese besser unterlassen sollte und welche umweltschonenden Alternativen zur Verfügung stehen.
Die geheimen Helfer des Gartens: Warum Maulwürfe geschützt sind
Zunächst ist es wichtig zu verstehen, dass Maulwürfe generell nicht als Schädlinge gelten. Im Gegenteil: Der Europäische Maulwurf (Talpa europaea) ist laut Bundesnaturschutzgesetz und Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Das liegt daran, dass er eine relevante Rolle im Ökosystem spielt. Maulwürfe lockern den Boden auf und tragen zur Kontrolle von Schädlingen bei. Ein einziges Exemplar frisst täglich bis zu 50 Gramm Insekten und hilft so, das biologische Gleichgewicht im Garten zu erhalten. Daher ist es illegal, die Tiere zu töten oder ihnen Schaden zuzufügen.
Nicht zu verwechseln ist der Maulwurf mit anderen Gartenbewohnern – insbesondere der Wühlmaus. Ein eindeutiges Erkennungsmerkmal sind die Hügel, die er hinterlässt. Maulwurfshügel sind in der Regel höher als die der Wühlmaus und enthalten keine Pflanzenreste, da die Erde aus tieferen Erdschichten stammt. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Position des Eingangs zum Tunnel: Beim Maulwurf befindet sich das Loch zentral im Hügel, während es bei Wühlmäusen eher am Rand liegt. Im Gegensatz zum Maulwurf ist die Wühlmaus nicht geschützt, sie gilt als Schädling. Gegen sie darf demnach mit anderen Methoden vorgegangen werden.
Diese Mittel gegen Maulwürfe dürfen Sie nicht einsetzen
Etliche Vorschriften, auf die Gartenbesitzer achten müssen, sollen vor allem dazu dienen, die Umwelt, sich selbst und seine Mitmenschen zu schützen. Bevor Gartenbesitzer Maßnahmen gegen Maulwürfe ergreifen, sollte ihnen bewusst sein, dass der Einsatz bestimmter Methoden illegal ist und mit einem hohen Bußgeld geahndet werden kann. Je nach Bundesland liegt dieses im vierstelligen bis hohen fünfstelligen Bereich. Um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden, sollte auf folgende Mittel verzichtet werden:
Sämtliche Arten von Fallen sind untersagt
In Deutschland ist es aufgrund des Schutzstatus des Maulwurfs generell verboten, ihn zu gefährden, zu töten oder zu fangen. Somit dürfen auch Lebendfallen, die eigentlich dazu gedacht sind, die Tiere unversehrt umzusiedeln, nicht eingesetzt werden. Denn es besteht das Risiko, den Maulwurf zu verletzen. Ebenso untersagt ist es, die Gänge und Behausungen der Tiere im Garten zu zerstören.

Chemische Giftköder gefährden die Umwelt
Der Einsatz chemischer Gifte im Garten kann erhebliche Schäden verursachen, indem sie nicht nur Maulwürfe, sondern auch andere nützliche Bodenorganismen, Pflanzen und Wildtiere gefährden. Zudem besteht die Gefahr, dass Haustiere oder Kinder mit den Giftstoffen in Kontakt kommen. Außerdem können Chemikalien ins Grundwasser gelangen und damit die Wasserqualität beeinträchtigen.
Explosive oder brennbare Materialien verstoßen gegen den Naturschutz
Nicht nur illegal, sondern auch extrem gefährlich ist zudem der Einsatz explosiver oder brennbarer Materialien. Manche Gartenbesitzer versuchen, den Maulwurf auszuräuchern oder ihn mit Abgasen zu vertreiben. Gleichermaßen ist der Einsatz von Strom oder die Maulwurfbekämpfung mit Benzin rechtswidrig. Diese Methoden können erhebliche Schäden an der Gesundheit zahlreicher Lebewesen verursachen und zu rechtlichen Konsequenzen führen.
Mit diesen legalen Mitteln werden Sie Maulwürfe wieder los
Anstatt dem Maulwurf Schaden zuzufügen, empfiehlt es sich, auf sanftere Mittel zur Bekämpfung zu setzen. Es gibt zahlreiche humane Methoden, die helfen können, Maulwürfe aus dem Garten zu vertreiben. Da die kleinen Tiere äußerst empfindlich auf Geräusche und Gerüche reagieren, ziehen sie bei anhaltendem Unbehagen oft „freiwillig“ in einen anderen Lebensraum um. Je nach Größe des Grundstücks oder Gartens kann es erforderlich sein, mehr oder weniger Aufwand zu betreiben, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.
Nutzen Sie Pflanzen als Abwehrmittel
Aufgrund seines ausgeprägten Geruchssinns nimmt der Maulwurf den Duft bestimmter Blüten als störend wahr. Pflanzen mit abschreckendem Duft sind unter anderem:
- Lilie
- Tagetes
- Krokus
- Hyazinthe
- Thuja
- Kaiserkrone
- Narzisse
Wer Wert auf eine optisch ansprechende Methode legt, findet hier gute Optionen. Zu beachten ist allerdings, dass der Großteil dieser Beispiele auch für Menschen und andere Tiere giftig sind. Ein vorsichtiger Umgang mit diesen Gewächsen ist demnach mit Kindern und Haustieren geboten. Gartenbesitzer können alternativ auf diese ungiftigen Pflanzen mit intensiven Gerüchen setzen:
- Knoblauch
- Zwiebel
- Basilikum
- Minze
- Thymian
Das Anpflanzen von Knoblauch und Co. hilft nicht nur den Maulwurf auf natürliche Weise aus dem Garten zu vertreiben, sondern sorgt dafür, dass Hobbyköche stets frische Zutaten aus dem eigenen Garten zur Hand zu haben.
Umweltfreundlich und kostengünstig: Verstreuen Sie Kaffee auf den Maulwurfshügeln
Der Einsatz von Kaffee als Mittel gegen Maulwürfe bietet mehrere Vorteile: Er ist umweltfreundlich, nachhaltig und kostengünstig. Gartenbesitzer sollten den Kaffeesatz großzügig um die Maulwurfshügel und entlang der Tunnel auf dem Rasen verstreuen. Wichtig ist, den Kaffeesatz in den Boden einzuarbeiten, damit er nicht vom Wind verweht wird. Der Prozess sollte regelmäßig wiederholt werden, besonders nach Regen oder dem Gießen, um den Geruch aufrechtzuerhalten.
Mit Hunde- und Katzenhaaren schlagen Sie Maulwürfe in die Flucht
Sowohl Katzen als auch Hunde gelten als natürliche Feinde des Maulwurfs, deren Gerüche die nachtaktiven Tiere vertreiben. Haustierbesitzer können die Katzen- oder Hundehaare nach dem Bürsten sammeln und die Büschel in den Hügeln oder entlang der Gänge platzieren. Wer das Aroma verstärken möchte, kann es außerdem mit dem Urin der Maulwurffeinde versuchen.

Hochwertige Maulwurfschreck-Geräte vertreiben den Maulwurf
Der Einsatz von Maulwurfschreck-Geräten ist eine weitere effektive Methode, um Maulwürfe zu vertreiben. Die Geräte erzeugen in regelmäßigen Abständen Geräusche oder senden Vibrationen aus, die den Maulwurf abschrecken. Um nicht selbst gestört zu werden, sollten Gartenbesitzer auf ein Modell im Ultraschallbereich setzen. Für eine bestmögliche Wirkung empfiehlt es sich, mehrere Geräte auf dem Grundstück zu platzieren. Dabei ist es wichtig, auf hochwertige Modelle zu setzen, da die preisgünstigeren Varianten häufig nicht leistungsstark genug sind. Ebenfalls sollte darauf geachtet werden, den Maulwurf nicht zu umzingeln, sondern immer entsprechende „Fluchtwege“ offenzulassen.
Errichten Sie Schutzbarrieren für dauerhaft maulwurffreie Gärten
Für Gärten, die langfristig maulwurffrei bleiben sollen, sind unterirdische Barrieren wie Maulwurfnetze oder -gitter eine effektive Lösung. Diese werden etwa 10 cm unter der Grasnarbe installiert und hindern Maulwürfe daran, an die Oberfläche zu gelangen. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass die Erde weiterhin locker und gesund bleibt, während der Rasen frei von Maulwurfshügeln bleibt. Obwohl die Installation zunächst mit einigem Aufwand verbunden ist, zahlt sich die Investition besonders in neu angelegten Gärten auf lange Sicht aus.
Schützen Sie die Natur durch verantwortungsbewusstes Handeln
Auch wenn die Maulwurfshügel nerven – Maulwürfe sind wertvolle Helfer im Garten und ein integraler Bestandteil des Ökosystems. Wer die kleinen „Erdwerfer“ dennoch loswerden möchte, sollte es durch den Einsatz natürlicher Abwehrmittel oder tierfreundlicher Technologien tun.