zurück
Würzburg
Diese Mittel gegen Maulwürfe sind verboten: Was Garten-Besitzer auf keinen Fall verwenden dürfen
Wie lassen sich Maulwürfe vertreiben? Diese Frage stellen sich Gartenbesitzer mit unfreiwillig umgegrabenen Rasen jedes Jahr. Was verboten und was erlaubt ist.
Maulwürfe lockern den Boden auf und tragen zur Kontrolle von Schädlingen bei.
Foto: Getty Images | Maulwürfe lockern den Boden auf und tragen zur Kontrolle von Schädlingen bei.
Viktoria Beister
 |  aktualisiert: 23.03.2025 02:28 Uhr

Maulwürfe sind für viele Garten- und Grundstückbesitzer ein Ärgernis. Die kleinen Säugetiere graben Tunnelsysteme und hinterlassen dabei ein hügeliges Schlachtfeld. Beim Versuch, die „Erdwerfer“ loszuwerden, greifen manche Menschen zu drastischen und schädlichen Methoden. Warum man diese besser unterlassen sollte und welche umweltschonenden Alternativen zur Verfügung stehen.

Die geheimen Helfer des Gartens: Warum Maulwürfe geschützt sind

Zunächst ist es wichtig zu verstehen, dass Maulwürfe generell nicht als Schädlinge gelten. Im Gegenteil: Der Europäische Maulwurf (Talpa europaea) ist laut Bundesnaturschutzgesetz und Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Das liegt daran, dass er eine relevante Rolle im Ökosystem spielt. Maulwürfe lockern den Boden auf und tragen zur Kontrolle von Schädlingen bei. Ein einziges Exemplar frisst täglich bis zu 50 Gramm Insekten und hilft so, das biologische Gleichgewicht im Garten zu erhalten. Daher ist es illegal, die Tiere zu töten oder ihnen Schaden zuzufügen.

Nicht zu verwechseln ist der Maulwurf mit anderen Gartenbewohnern – insbesondere der Wühlmaus. Ein eindeutiges Erkennungsmerkmal sind die Hügel, die er hinterlässt. Maulwurfshügel sind in der Regel höher als die der Wühlmaus und enthalten keine Pflanzenreste, da die Erde aus tieferen Erdschichten stammt. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Position des Eingangs zum Tunnel: Beim Maulwurf befindet sich das Loch zentral im Hügel, während es bei Wühlmäusen eher am Rand liegt. Im Gegensatz zum Maulwurf ist die Wühlmaus nicht geschützt, sie gilt als Schädling. Gegen sie darf demnach mit anderen Methoden vorgegangen werden.

Diese Mittel gegen Maulwürfe dürfen Sie nicht einsetzen

Etliche Vorschriften, auf die Gartenbesitzer achten müssen, sollen vor allem dazu dienen, die Umwelt, sich selbst und seine Mitmenschen zu schützen. Bevor Gartenbesitzer Maßnahmen gegen Maulwürfe ergreifen, sollte ihnen bewusst sein, dass der Einsatz bestimmter Methoden illegal ist und mit einem hohen Bußgeld geahndet werden kann. Je nach Bundesland liegt dieses im vierstelligen bis hohen fünfstelligen Bereich. Um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden, sollte auf folgende Mittel verzichtet werden:

Sämtliche Arten von Fallen sind untersagt

In Deutschland ist es aufgrund des Schutzstatus des Maulwurfs generell verboten, ihn zu gefährden, zu töten oder zu fangen. Somit dürfen auch Lebendfallen, die eigentlich dazu gedacht sind, die Tiere unversehrt umzusiedeln, nicht eingesetzt werden. Denn es besteht das Risiko, den Maulwurf zu verletzen. Ebenso untersagt ist es, die Gänge und Behausungen der Tiere im Garten zu zerstören.

Streng verboten: Der Einsatz von Fallen und Co. verstößt gegen das Gesetz und wird mit hohen Strafen geahndet.
Foto: Getty Images | Streng verboten: Der Einsatz von Fallen und Co. verstößt gegen das Gesetz und wird mit hohen Strafen geahndet.

Chemische Giftköder gefährden die Umwelt

Der Einsatz chemischer Gifte im Garten kann erhebliche Schäden verursachen, indem sie nicht nur Maulwürfe, sondern auch andere nützliche Bodenorganismen, Pflanzen und Wildtiere gefährden. Zudem besteht die Gefahr, dass Haustiere oder Kinder mit den Giftstoffen in Kontakt kommen. Außerdem können Chemikalien ins Grundwasser gelangen und damit die Wasserqualität beeinträchtigen.

Explosive oder brennbare Materialien verstoßen gegen den Naturschutz

Nicht nur illegal, sondern auch extrem gefährlich ist zudem der Einsatz explosiver oder brennbarer Materialien. Manche Gartenbesitzer versuchen, den Maulwurf auszuräuchern oder ihn mit Abgasen zu vertreiben. Gleichermaßen ist der Einsatz von Strom oder die Maulwurfbekämpfung mit Benzin rechtswidrig. Diese Methoden können erhebliche Schäden an der Gesundheit zahlreicher Lebewesen verursachen und zu rechtlichen Konsequenzen führen.

Mit diesen legalen Mitteln werden Sie Maulwürfe wieder los

Anstatt dem Maulwurf Schaden zuzufügen, empfiehlt es sich, auf sanftere Mittel zur Bekämpfung zu setzen. Es gibt zahlreiche humane Methoden, die helfen können, Maulwürfe aus dem Garten zu vertreiben. Da die kleinen Tiere äußerst empfindlich auf Geräusche und Gerüche reagieren, ziehen sie bei anhaltendem Unbehagen oft „freiwillig“ in einen anderen Lebensraum um. Je nach Größe des Grundstücks oder Gartens kann es erforderlich sein, mehr oder weniger Aufwand zu betreiben, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.

Nutzen Sie Pflanzen als Abwehrmittel

Aufgrund seines ausgeprägten Geruchssinns nimmt der Maulwurf den Duft bestimmter Blüten als störend wahr. Pflanzen mit abschreckendem Duft sind unter anderem:

  • Lilie
  • Tagetes
  • Krokus
  • Hyazinthe
  • Thuja
  • Kaiserkrone
  • Narzisse

Wer Wert auf eine optisch ansprechende Methode legt, findet hier gute Optionen. Zu beachten ist allerdings, dass der Großteil dieser Beispiele auch für Menschen und andere Tiere giftig sind. Ein vorsichtiger Umgang mit diesen Gewächsen ist demnach mit Kindern und Haustieren geboten. Gartenbesitzer können alternativ auf diese ungiftigen Pflanzen mit intensiven Gerüchen setzen:

  • Knoblauch
  • Zwiebel
  • Basilikum
  • Minze
  • Thymian

Das Anpflanzen von Knoblauch und Co. hilft nicht nur den Maulwurf auf natürliche Weise aus dem Garten zu vertreiben, sondern sorgt dafür, dass Hobbyköche stets frische Zutaten aus dem eigenen Garten zur Hand zu haben.

Umweltfreundlich und kostengünstig: Verstreuen Sie Kaffee auf den Maulwurfshügeln

Der Einsatz von Kaffee als Mittel gegen Maulwürfe bietet mehrere Vorteile: Er ist umweltfreundlich, nachhaltig und kostengünstig. Gartenbesitzer sollten den Kaffeesatz großzügig um die Maulwurfshügel und entlang der Tunnel auf dem Rasen verstreuen. Wichtig ist, den Kaffeesatz in den Boden einzuarbeiten, damit er nicht vom Wind verweht wird. Der Prozess sollte regelmäßig wiederholt werden, besonders nach Regen oder dem Gießen, um den Geruch aufrechtzuerhalten.

Mit Hunde- und Katzenhaaren schlagen Sie Maulwürfe in die Flucht

Sowohl Katzen als auch Hunde gelten als natürliche Feinde des Maulwurfs, deren Gerüche die nachtaktiven Tiere vertreiben. Haustierbesitzer können die Katzen- oder Hundehaare nach dem Bürsten sammeln und die Büschel in den Hügeln oder entlang der Gänge platzieren. Wer das Aroma verstärken möchte, kann es außerdem mit dem Urin der Maulwurffeinde versuchen.

Da Maulwürfe sehr empfindliche Sinne haben, helfen Geräte, die Geräusche aussenden, sie zum Umzug zu bewegen.
Foto: Getty Images | Da Maulwürfe sehr empfindliche Sinne haben, helfen Geräte, die Geräusche aussenden, sie zum Umzug zu bewegen.

Hochwertige Maulwurfschreck-Geräte vertreiben den Maulwurf

Der Einsatz von Maulwurfschreck-Geräten ist eine weitere effektive Methode, um Maulwürfe zu vertreiben. Die Geräte erzeugen in regelmäßigen Abständen Geräusche oder senden Vibrationen aus, die den Maulwurf abschrecken. Um nicht selbst gestört zu werden, sollten Gartenbesitzer auf ein Modell im Ultraschallbereich setzen. Für eine bestmögliche Wirkung empfiehlt es sich, mehrere Geräte auf dem Grundstück zu platzieren. Dabei ist es wichtig, auf hochwertige Modelle zu setzen, da die preisgünstigeren Varianten häufig nicht leistungsstark genug sind. Ebenfalls sollte darauf geachtet werden, den Maulwurf nicht zu umzingeln, sondern immer entsprechende „Fluchtwege“ offenzulassen.

Errichten Sie Schutzbarrieren für dauerhaft maulwurffreie Gärten

Für Gärten, die langfristig maulwurffrei bleiben sollen, sind unterirdische Barrieren wie Maulwurfnetze oder -gitter eine effektive Lösung. Diese werden etwa 10 cm unter der Grasnarbe installiert und hindern Maulwürfe daran, an die Oberfläche zu gelangen. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass die Erde weiterhin locker und gesund bleibt, während der Rasen frei von Maulwurfshügeln bleibt. Obwohl die Installation zunächst mit einigem Aufwand verbunden ist, zahlt sich die Investition besonders in neu angelegten Gärten auf lange Sicht aus.

Schützen Sie die Natur durch verantwortungsbewusstes Handeln

Auch wenn die Maulwurfshügel nerven – Maulwürfe sind wertvolle Helfer im Garten und ein integraler Bestandteil des Ökosystems. Wer die kleinen „Erdwerfer“ dennoch loswerden möchte, sollte es durch den Einsatz natürlicher Abwehrmittel oder tierfreundlicher Technologien tun.

 
Themen & Autoren / Autorinnen
Würzburg
Viktoria Beister
Bundesnaturschutzgesetz
Garten-Ideen
Gartenbesitzer
Schädlinge
Umweltgefahren
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden Jetzt registrieren

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits von 50 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen
Kommentare
Aktuellste
Älteste
Top