Das Amtsgericht Würzburg hat das bisher vorläufige Insolvenzverfahren der Würzburger Unverpacktgenossenschaft am 1. September regulär eröffnet. Die Genossenschaft war aufgrund von Umsatzrückgängen in den vergangenen Monaten in finanzielle Bedrängnis geraten. Was im ersten Moment wie eine weitere Hiobsbotschaft für den kleinen Ökoladen in der Sanderstraße klingt, ist laut Lars Wallstabe, Mitglied des Unverpackt-Aufsichtsrats, tatsächlich eine gute Nachricht.
"Das Ziel des Insolvenzplans ist, dass Laden und Genossenschaft am Ende weiter existieren", sagt Wallstabe im Gespräch mit der Redaktion. Der Übergang des bisher vorläufigen Verfahrens in ein reguläres bedeute, dass das Amtsgericht den aufgestellten Insolvenzplan akzeptiere und eine Erholung des Ladens von den bisherigen finanziellen Schwierigkeiten für möglich halte.
Unverpackt Würzburg: Neue Ladenleitung wurde gut eingearbeitet
Der Wechsel vom vorläufigen in das reguläre Insolvenzverfahren bedeute auch vermehrte finanzielle Eigenständigkeit, sagt Wallstabe weiter. In den vergangenen drei Monaten habe die Arbeitsagentur den Beschäftigen des Ladens Insolvenzgeld bezahlt. Dies sei nun nicht mehr der Fall: "Die Personalkosten sind nun in einem Bereich, in dem wir uns wieder selber tragen sollten." Ihre Ansprüche könne die Arbeitsagentur nun als Insolvenzgläubiger geltend machen.
"Das geht in eine sehr gute Richtung", ist Wallstabe überzeugt. So sei darüber hinaus mit der Einarbeitung einer neuen Ladenleitung inzwischen ein weiteres großes Problem gelöst worden. Durch den Abgang der Unverpackt-Gründerin Susanne Waldmann als Geschäftsführerin war eine große Lücke entstanden. Diese konnte jedoch geschlossen werden. "Die neue Ladenleitung mit Mario Schrader ist großartig", freut sich Lars Wallstabe.
Dennoch habe der Laden auch weiterhin mit Herausforderungen zu kämpfen. So müsse zunächst das Inventar und der Lagerbestand aus der Insolvenzmasse zurückgekauft werden. Hier hoffe man auf Unterstützung: Interessierte Personen hätten nun die Möglichkeit, bedingte Mitgliedschaften in der Unverpackt-Genossenschaft abzuschließen. Bereits bestehende Mitgliedschaften könnten durch den Kauf weiterer Anteile ausgebaut werden.
Genossenschaftsversammlung entscheidet über weiteres Vorgehen
Bezahlt werden müssten diese Anteile nur für den Fall, dass es tatsächlich langfristig weitergeht mit dem Unverpacktladen. Genaueres werde auf der nächsten Genossenschaftsversammlung entschieden. Diese werde voraussichtlich Ende Oktober oder im November stattfinden.
Der Würzburger Unverpacktladen und die zugehörige Genossenschaft hatten in den vergangen Jahren immer wieder mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Gegründet worden war der Laden im Jahr 2017 von Susanne Waldmann, die diesen jedoch schon bald in eine Genossenschaft umwandelte. Vor einigen Monaten kündigte Waldmann ihren Abgang aus dem aktiven Geschäft an. Der Genossenschaft wolle sie jedoch erhalten bleiben. Bisherigen Angaben zufolge zählt die Genossenschaft rund 180 Mitglieder.
Für ne Insolvenz brauchts ne Rechtsform…
dank corona und falscher politik!