
Auf eine enorme Resonanz stieß eine Informationsveranstaltung zum Thema Photovoltaik in Oberschwarzach, zu der einige Flächenbesitzer um Andreas Groha eingeladen hatten. Ihr Ansinnen: die Kommune möge ihre Haltung zu dem Thema überdenken und mehr als die bisher festgelegten Flächen mit einer Größe von insgesamt rund zwölf Hektar zur Erzeugung von Solarenergie zuzulassen.
Rund 70 Bürgerinnen und Bürger waren ins Sebastianihaus gekommen, um dort teils leidenschaftlich zu diskutieren. Befürworter wie Gegner meldeten sich zu Wort. Einige monierten, sie fühlten sich nicht ausreichend informiert zu dem Thema von Seiten der Gemeinde. Nicht nur dazu nahm Bürgermeister Manfred Schötz Stellung in den gut zwei Stunden.
Landwirt sieht zusätzliche Einnahmequelle
Andreas Groha hatte von Seiten der Initiatoren eingeleitet. Man habe die Veranstaltung anberaumt, weil es um die Zukunft der Gemeinde gehe. Das Thema betreffe alle Bürgerinnen und Bürger. Für ihn als Winzer und Landwirt, wie auch für andere, böte die Photovoltaik auf freier Fläche eine Möglichkeit, sichere Einnahmen zu generieren und den Betrieb damit zu stützen. Jedoch sei das unter den von der Gemeinde vorgegebenen Bedingungen kaum möglich, wie Patrick Bloch und Michael Gundelmann, Fachleute des Kolitzheimer Solarunternehmens Belectric, erläuterten. Sie stellten die Sicht ihres Unternehmens dar.
Laut Patrick Bloch hat Belectric bereits 2020 eine Fläche für Photovoltaik von rund zwölf Hektar im Ortsteil Breitbach gepachtet. Es stellte sich aber als Hindernis des Stromversorgers Überlandzentrale (ÜZ) heraus, dass bei einem Bau eine Kabeltrasse von 18 Kilometer in Richtung Knetzgau zum Einspeisen nötig wäre, was unrentabel sei.

Daraufhin sei man auf die Suche nach weiteren Flächen im Raum Oberschwarzach gegangen und habe rund zehn Hektar von Andreas Groha bekommen. Das reiche immer noch nicht, denn um wirtschaftlich zu sein, benötige das Unternehmen etwa 40 Hektar Fläche, weil man ein Umspannwerk bauen müsse.

Der Kriterienkatalog der Gemeinde
Dass die Gemeinde in der Zwischenzeit einen Kriterienkatalog zur Photovoltaik erstellt habe, habe das Unternehmen zunächst nicht gewusst, so Bloch. Allerdings seien die darin festgelegten Flächen von rund zwölf Hektar auf dem Gemeindegebiet jedoch kaum geeignet, da sie weit auseinander lägen.

In der Versammlung gab es zwischendurch immer wieder Fragen und Wortmeldungen. Über 40 Hektar Fläche für Photovoltaik fand Armin Zehner, ein Gegner des Vorhabens, "schon einen massiven Eingriff in unser Leben." Georg Solf hielt den Bau eines Windrads für verträglicher. Er sehe die Landwirte unter Druck wegen der angeblich hohen Pachtpreise, die vom Energieunternehmen bezahlt würden. Dagegen hielt Jürgen Rebhann die eher durchschnittliche Qualität des Ackerbodens in Oberschwarzach.
Bürgermeister Schötz legte zunächst vor, seit wann und wie intensiv sich die Gemeinde mit dem Thema Photovoltaik beschäftigt habe. Der Katalog sei das Ergebnis. "Unser Hauptpunkt ist die Optik", führte Schötz an. Warum solle die Gemeinde 30 oder 40 Hektar Fläche ausweisen, um den Strom dann über viele Kilometer wegzuleiten, so seine Meinung. "Wir haben den Kriterienkatalog, und dann kommen die Leute, das verstehe ich nicht."

Ob erst die Anfrage, oder der Katalog bestand, darüber wurde debattiert. Das Ganze sei nicht transparent gemacht worden, kritisierte ein Bürger. Der Katalog gehe nicht weit genug, wand Michael Gundelmann von Belectric ein. Das Unternehmen habe nichts gegen eine Bürgergenossenschaft, die das Ganze betreibe, davon profitiere auch die Gemeinde mit bis zu 100.000 Euro.
Hin und her gingen die Argumente, ein konkretes Ergebnis wurde nicht erzielt. Claus Schilling fand es positiv, dass so viele Leute gekommen waren. Man solle eine Gesamtlösung mit der Gemeinde suchen. Es gelte, die Interessen zusammenzubringen, dazu setze man auf Dialog, meinten die Vertreter von Belectric.
Bürgermeister Schötz wünschte, dass mehr an Speichermöglichkeiten gearbeitet werde. Für die Initiatoren um Andreas Groha sei es wichtig gewesen, das Thema konstruktiv zu diskutieren. Es dürfte nicht das letzte Mal gewesen sein, dass man sich in Oberschwarzach mit Photovoltaik beschäftigt hat.
Quelle: Bundesinformationszentrum Landwirtschaft
https://www.praxis-agrar.de/service/infografiken/wie-viel-strom-kann-mit-erneuerbaren-energien-auf-einem-hektar-erzeugt-werden
Aufgrund von technischen Entwicklungen von Photovoltaik-Freiflächenanlagen konnte bis heute nach Herstellerangaben der Ertrag auf bis zu 1.100.000 kWh pro Hektar und Jahr gesteigert werden. Auch die Erträge von Windkraftanlagen haben sich nach Herstellerangaben seit der oben genannten Veröffentlichung erhöht.
Letztendlich ergibt sich aus den genannten Zahlen, dass der Ertrag von Windkraftanlagen auf gleicher Fläche 20 – 25-fach höher ist.
Windkraftanlagen liefern auch in der Nacht und in Sonnen schwachen Monaten Energie.
Der Flächenverbrauch eines Windrades ist gering. Man braucht grob 6 Ha PV Fläche, um die Leistung eines 6MW Onshore Windrades zu erreichen. Dazu kann das Windrad auch nachts Strom erzeugen. Darunter kann problemlos Ackerbau betrieben werden.
Für die Landwirte, die etwas Fläche verpachten würden, ein sehr lukratives Geschäft. Leider wird diese Möglichkeit oft "aus Prinzip", ideologisch motiviert, abgelehnt.
Leider ist es in Deutschland unmöglich, das Thema vorurteilsfrei an zu gehen. Da steht sofort die "Judäische Volksfront" gegen die "Volksfront von Judäa" (Frei nach Monty Python).
Ironie: Die selben Leute, die die WKAs u.a. wegen der "Verschandelung der Landschaft" bekämpfen wollen gerade nostalgisch verklärt die Kühltürme des AKWs vor der Sprengung retten!
Sicher ist: Weitermachen wie bisher zerstört langfristig den Wald. Ist das dann schöner als ein paar WKAs?
Da hat er aber total recht.
Wer das Geräusch nicht mag, kann sich gerne sein Haus- oder Firmendach mit Photozellen zupflastern.
In einem Bericht hier in der MainPost war jüngst zu lesen, dass tagsüber zu viel Strom produziert wird, der dann quasi "verschenkt" werden muss. Wozu also weitere Photovoltaik?
Speichertechnik wäre die Lösung und wird für Privatleute (m.W. bis ca. 20 kwh) bereits angeboten.
Mein Lob gilt den Gegnern weiteren Flächenfrasses. Getreu dem Slogan: "Wenn der letzte Acker mit Photovoltaik überdacht ist, werdet ihr merken, dass man Strom nicht essen kann"
Es wird Zeit, dem Photovoltaik-Aktionismus, verbunden mit offensichtlicher Gewinnsucht, Einhalt zu gebieten.
Umweltschutz darf nicht zur Last für die nachfolgenden Generationen werden.
Gerhard Fleischmann
Es gibt viele Ideen, so daß Felder zusätzlich genutzt werden könnten, wenn quasi Photovoltaik auf Stelzen gebaut wird, darunter dennoch durch dementsprechende Bauweise noch etwas angebaut werden
Irgendwann heißt es, es gibt nicht genug Lebensmittel.....