Für die Landwirte war es bislang ein schwieriger Sommer. Nach dem Trockenjahr 2022 hatte es seit Mai im Raum Gerolzhofen schon wieder kaum geregnet. Wer seine Felder bestellt hatte, musste das Schlimmste für seine Ernte befürchten. Um den 20. Juli herum setzte endlich der Regen ein.
"Für uns war der Regen jetzt ideal", meint Fabian Burger auf Anfrage. Der Landwirt aus Frankenwinheim berichtet, dass er gerade noch rechtzeitig seinen Weizen und Dinkel ernten konnte. "Sonst wäre es wirklich blöd gelaufen für unser Getreide", so Burger.
Nur zwei Liter Regen von Mai bis Mitte Juli in Brünnstadt
Auch Christian Mauer aus Brünnstadt ist heilfroh, dass er die Getreideernte bis Mitte Juli von seinen Feldern einholte. "Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen", sagt Mauer erleichtert. Sein Blick auf die Wetter-App zeigt: Seit 20. Juli gab es in seinem Gebiet insgesamt 114 Liter Niederschläge. Davor kam fast kein Tropfen vom Himmel auf die Äcker – es waren gerade einmal mickrige zwei Liter, und das in mehr als zwei Monaten!
Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt (AELF) kann das bestätigen. Es hat an seiner Messstation bei Gut Wadenbrunn in Kolitzheim von 20. Juli bis 8. August gut 90 Millimeter Niederschläge registriert. Im Juni waren es lediglich 19,5 mm. Zusätzlich negativ ausgewirkt auf die Wasserbilanz hätten sich der Wind und die starke Verdunstung, teilt AELF-Pflanzenbauberater Heinz-Dieter Hofmann mit. Dennoch: "Der Regen hat für Entspannung in der Landwirtschaft gesorgt."
Einigermaßen zufrieden ist der Schallfelder Landwirt Arnold Bedenk, der seinen Winterweizen rechtzeitig gedroschen hat. Die Qualität des Getreides ist aufgrund der langen Trockenphase im Mai und Juni jedoch nicht die allerbeste. Für die befragten Landwirte ist sie durchschnittlich bis leicht unterdurchschnittlich ausgefallen.
Zudem variiert der Ertrag stark, je nach Qualität der Böden, auf denen es angebaut wurde. Mauer berichtet, dass er auf manchen Weizen-Feldern nur 42 Doppelzentner (dz) pro Hektar (ha) geerntet habe, auf anderen dafür bis zu 87 dz/ha. Ähnliche Größenangaben nennt Arnold Bedenk.
Noch steht einiges Getreide auf Feldern im Raum Steigerwald
Nach einer Schätzung des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) in Schweinfurt sind zum jetzigen Zeitpunkt erst rund 70 Prozent der Getreidefelder in der Steigerwald-Region abgeerntet. In Schweinfurt und im Maintal sieht es besser aus, hier geht der BBV von 80 bis 90 Prozent aus.
Kreisobmann Michael Reck sieht ein erhebliches Qualitätsproblem auf die betroffenen Landwirte zukommen. Wenn überhaupt noch gedroschen werden kann, wird dieses Getreide aus seiner Sicht bestenfalls als Viehfutter genutzt werden können.
Ob das Getreide teurer wird, können die Gesprächspartner nicht sagen. "Das Geld verdienen Spekulanten an der Börse", meint BBV-Kreisobmann Reck und steht mit dieser Einschätzung nicht alleine da. Spätestens seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, erleben die Getreidepreise eine Achterbahn.
Manche Landwirte verkaufen Teile ihrer Ernte schon im Vorjahr
Einige Bauern sind mittlerweile dazu übergegangen, Teile ihrer nächstjährigen Ernte bereits vorab zu veräußern. Arnold Bedenk führt beim Ortstermin in eine Halle, wo sein geernteter Winterweizen meterhoch eingelagert ist. Dabei handelt es sich nur um 80 Prozent seiner aktuellen Ernte. "Der Rest ist vielleicht schon in der Backröhre", sagt er mit einem Lächeln. Diesen Teil hatte er bereits im September verkauft, als die Preise besser waren.
Auch Christian Mauer handhabt den Ernteverkauf auf diese Weise. Er habe damals gepokert, so Mauer, und Glück gehabt. Man erziele zwar nicht immer die höchsten Preise. "Aber ich komme so gewinnbringender raus, ohne dass ich drauflege." Die Kosten für den Anbau sind in extreme Höhen gestiegen, beklagen die Landwirte. Christian Mauer spricht von der "teuersten Ernte unseres Lebens". Ob Diesel, Dünger oder Pflanzenschutzmittel, das alles belastet die Bauern sehr.
Für manche Anbausorten kam der Regen vermutlich zu spät
Und was hat der Regen für andere Anbaukulturen gebracht? Die Zuckerrüben profitieren am meisten. Nach dem miserablen Vorjahr befürchtete Arnold Bedenk bis vor drei Wochen erneut das Schlimmste. Der Regen habe den Rüben gut getan. Christian Mauer hofft auf eine durchschnittliche Ernte. Erfreut ist er über die Preiszusicherung des Abnehmers Südzucker von rund 60 Euro pro Tonne.
Allerdings ist für Rübenbauern mit dem SBR-Erreger eine neue Sorge hinzugekommen. Übertragen wird dieser von der Glasflügelzikade, die bislang nur in der Ochsenfurter Region aktiv war. Mauer spricht von massivem Auftreten. Die Folge: ein erheblich niedrigerer Zuckergehalt.
Zu spät kam der Regen wohl für Soja, Erbsen und Bohnen. Diese Früchte sind nach Auskunft von BBV-Kreisgeschäftsführer Klaus Pieroth zumeist vertrocknet. Für den Mais sieht es auch nicht zum Besten aus. Durch die lange Trockenheit konnte er nicht besonders hoch wachsen.
Immerhin könnten die jetzigen Niederschläge zu einer besseren Ausbildung der Kolben beitragen, hofft Fabian Burger. Gut sieht es dagegen für den Raps aus. Wenn die Böden zügig abtrocknen, könnte die Aussaat schon in 14 Tagen erfolgen, meint Michael Reck vom BBV.
Das wollen doch alle!!!
Nur noch Photovoltaik und unten drunter Artenvielfalt.
Dann können Sie schön das Zeug aus dem Ausland essen, das tausende Kilometer hergekarrt wird. Produziert mit Spritzmitteln, die bei uns verboten sind. Aber bei der Einfuhr ist der "Grenzwert" nicht überschritten, egal Hauptsache bei uns fahren alle mit grünem Strom. Hauptsache der Regenwald wird abgeholzt, aber bei uns summt und brummt es unter der Photovoltaik. Guten Appetit!
Letztendlich hat es sich so zugetragen:
Die hier zu Wort kommenden Landwirte wurden befragt und berichten unisono, dass man trotz Schwierigkeiten hier noch gut davongekommen ist.
Soll das "Jammern" sein?
Ich nenne es:
Wir hatten Glück im Unglück, stellen uns nun so gut es geht auf die Situation ein.
Fragen Sie sich lieber mal, was sich überregional FÜR DIE ERNÄHRUNG zusammenbraut:
Laut jüngsten Veröffentlichungen sind Gegenden wie unsere, wo die Getreideernte weitgehend abgeschlossen ist, eher die Ausnahme.
Bundesweit steht der Großteil des Weizens - nichts geringeres als der Grundpfeiler der Ernährung - noch auf den Feldern. Reif, aber seit Wochen zu nass zum Dreschen.
Dass die Qualität im Korn nicht mehr zum Backen taugt, führt dazu, dass es zu arger Unterversorgung mit backtauglichem Mehl kommen wird. Es fehlen Millionen Tonnen!
Wenn jetzt nicht massiv Importe einsetzen, leeren sich Regale und können Bäckereien etc nicht produzieren.
Mahlzeit !