
300 Beamte des Finanzamts München sollen in den nächsten Jahren ihren Dienst in Schweinfurt verrichten. Finanzminister Albert Füracker (CSU) gab Einzelheiten des Umzugs des Behördenteils am Donnerstag persönlich im Rathaus bekannt. In der Stadt soll eine neue Bearbeitungsstelle für Steuererklärungen von Selbstständigen und Gewerbetreibenden entstehen und in zwei bis drei Jahren sukzessive die Arbeit aufnehmen. Die Ausbaustufe soll laut Füracker in etwa zehn Jahren mit 300 Jobs beendet sein. Bereits im Januar hatte Ministerpräsident Markus Söder Behördenverlagerungen nach Schweinfurt und Bad Kissingen in Aussicht gestellt. Dies ist Teil des Konzepts, Verwaltungsstellen des Freistaats zu dezentralisieren.
Remelé macht dem Freistaat Angebote
Offen ist der Standort für den auszulagernden Teil des Münchner Finanzamts: Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU) brachte am Donnerstag erneut das Areal der ehemaligen Ledward-Kaserne ins Spiel, auf dem die Stadt und der Freistaat Flächen besitzen: "Ich kann Angebote auf städtischem Grund machen", sagte Remelé. Zwar lassen die Pläne der Staatsregierung auch Optionen für bestehende Immobilien offen, doch die Tendenz scheint zu einem Neubau zu gehen. Zunächst müsse man die funktionalen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ausloten, so der Minister.

Mit der Bekanntgabe in Schweinfurt scheinen Gerolzhofen und Werneck aus dem Rennen zu sein, die nach der Ankündigung Söders im Januar Landrat Florian Töpper (SPD) und Grünen-Kreisräte als Standort-Optionen genannt hatten. Dennoch werde auch der Landkreis von der Verlagerung profitieren, sagte am Donnerstag am Rande von Fürackers Pressekonferenz die CSU-Fraktionschefin im Kreistag, Gabriele Jakob. Sie hatte ebenso wie ihr Stadtrats-Pendant Stefan Funk und Bundestagsabgeordnete Anja Weisgerber (CSU) an einer Besprechung mit Füracker, Remelé und Innen-Staatssekretär Gerhard Eck (CSU) teilgenommen.
Keine Versetzungen unter Zwang
Wie Füracker sagte, sollen in zwei bis drei Jahren 80 Mitarbeiter beginnen. Der Endausbau der Abteilung mit 300 Beschäftigten soll in fünf bis zehn Jahren erreicht sein. Damit würden zehn Prozent der Belegschaft des "größten Finanzamtes in Europa" (Füracker) in Schweinfurt arbeiten. Dieser lange Zeitraum des Aufbaus sei notwendig, weil man niemanden unter Zwang aus München wegversetzen wolle. Sondern die Stellen sollen ausgeschrieben werden, damit hauptsächlich Fachkräfte in der Region Main-Rhön bleiben oder dorthin zurückkehren können. Letztlich solle damit der ländliche Raum gestärkt werden.
Insofern äußerte sich auch OB Remelé positiv über die Entscheidung der Staatsregierung, qualifizierte Arbeitsplätze als "Anker in schwerer Zeit" bereitzustellen: "Es ist ein schönes Geschenk an meinem Geburtstag." Auch wenn die derzeitige wirtschaftliche Ausgangssituation nicht ganz vergleichbar ist, so zogen Remelé und Eck Parallelen zur Krise bei den Schweinfurter Automobilzulieferern in den 1990-er Jahren, als die Arbeitslosenquote in der Stadt auf 20 Prozent geschnellt sei. Auch damals habe die Staatsregierung Schweinfurt mit der Verlagerung des Statistischen Landesamtes und des Landessozialgerichts sowie der Förderung des Museumsbaus Georg Schäfer unterstützt. Damit seien "Monostrukturen" beseitigt worden, sagte Eck.
Bahnlinie war wichtiger Faktor
Mehrere Faktoren, so Minister Füracker, habe für die jetzige Entscheidung zu Gunsten Schweinfurts gesorgt: unter anderem die gute Erreichbarkeit per Bahn. Und nicht zuletzt die aktive Lobbyarbeit Ecks, der Ministerpräsident Söder überzeugt habe, auf Schweinfurt zu setzen.
Füracker war am Donnerstag auch in Bad Neustadt, um dort die neue Außenstelle des Landesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) zu eröffnen. Diese Verlagerung brachte 15 Stellen in das nördliche Unterfranken.
"...unter anderem die gute Erreichbarkeit per Bahn".
Man könnte zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und zudem einen SWer Schandfleck beseitigen, mit dem die Stadt ausgerechnet Fremde "begrüßt", ab 2028 mit dem Intercity! Das hässliche, tief provinzielle Empfangsgebäude SW-Hbf könnte man durch einen Neubau ersetzen. Im Sockel mit großstädtischem DB-Empfangsbereich und darüber mit dem Finanzamt.
Neben DB & Freistaat könnte das vielleicht auch ein privater Investor errichten, der sich wohl die Finger danach schlecken würde. Da ein Hauptbahnhof die beste Lage für Büros ist, für Arbeitnehmer & Kunden, könnte der Investor noch zusätzliche Büros bauen, zum vermieten/verpachten/verkaufen. Ein schickes Burohochhaus der neuen Generation, als städtebauliches Pendant zum FAG-Hochhaus, würde den tristen Bahnhofsplatz und die ganze SWer Skyline aufwerten!
Das überfällige Parkhaus (auch für Arbeitnehmer) könnte westlich des Empfangsgebäudes entstehen.
Parkhaus daneben
Man sollte deshalb auch hier die größeren Mühen gegenüber einem einfacheren Neubau in Ledward nicht scheuen. Natürlich gäbe es vorrübergehend Probleme, die es aber bei jedem Großprojekt gibt. Es ergibt sich eine riesige, stadtbildprägende(!) Chance für Schweinfurt - wo eine Wille ist, ist auch ein Weg.
Zudem wäre der SWer Hbf von München am schnellsten & trockenen Fußes erreichbar, via ICE München-BA und IC BA-SW ab 2028. Für zusätzliche Büros (Dienstleister) wäre das natürlich ebenso eine erstklassige(!) Lage, in Bayerns Deutscher Mitte und in der Mitte Mainfrankens.
Wenn in zwei bis drei Jahren sukzessive die Finanz-Arbeit aufgenommen wird, könnte das vorrübergehend vielleicht in Kaseren in Ledward oder den Bürogebäuden im Südosten der Conn Barracks passieren.
300 neue Stellen ergibt mit Angehörigen viele Neubürger! Wo sollen sie ihre EFH bauen? Nach dem NEIN der schwarz-grünen Vereinbarung zu Mönchskutten müssen sie ggf. widerwillen täglich von der Arbeit in der Stadt zu ihrem neuen Heim im Landkreis pendeln! Was für ein ökologischer Unsinn! Zudem verschenkt die Stadt, die zu einseitig von der Gewerbesteuer abhängt, Schlüsselzuweisungen & Einkommensteuer! Unsinn zum Zweiten!
Da sieht man, wohin ökologische Parolen der Grünen & Ulrike Schneider führen! Zur unnötigen Umweltbelastung & Zementierung der finanziellen Krisenanfälligkeit der Stadt!
Warum hat Stefan Funk diese Vereinbarung unterschrieben? In der sich offensichtlich die CSU grünem Ökopopulismus anbiederte.
Schweinfurt wird derzeit schwach & schlecht regiert!
Besser wäre es gewesen, das Finanzamt tatsächlich in den Landkreis zu Platzieren.
Wie sie sagen, ist die Stadt mangels eigener Fläche nicht geeignet für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen.
Da fällt mir ein Werbespruch ein, wie war der noch einmal?
Ach ja, wohnst Du noch oder lebst Du schon?
Da nun einmal entschieden ist das Finanzamt nach SW zu bauen, wäre es doch regional gedacht und auch gerecht, für die Beschäftigten den Wohnraum in den Landkreisdörfern zur Verfügung zu stellen!
Oder denken Sie nur an sich?
Anstelle des bestehenden Empfangsgebäudes ein multifunktionales Bauwerk mit wesentlich größerer Grundfläche (zweigeschossige Unterkellerung für PKW-Stellplätze wie beim Finanzamt in der Schrammstraße), EG für den Bahnbetrieb [Fahrkartenverkauf DB bzw. EB plus zugehöriger Dienstleistungen, Imbiss, Mietwagenbetreiber u.ä., 1. OG für die Bahnverwaltung usw.], darüber mehrere Stockwerke für die ausgelagerte Dienststelle des Finanzamts München) - das müsste doch in ein paar Jahren in einer Form hinzukriegen sein!
Das Stadtmarketing ist aufgerufen, umgehend entsprechende Ideen zu entwickeln.
Wenn ich als umworbene, junge Fachkraft, mit guten Angeboten aus Regensburg, Leipzig & Schweinfurt, hier mit der Bahn ankäme, würde ich sofort kehrtmachen und (fälschlicherweise) denken: SW ist genauso wie ich es mir vorstellte.
Das trifft für die Anbindung aus den Richtungen Bad Kissingen/Bad Neustadt, Würzburg und Bamberg voll zu. Aus Richtung des südlichen Landkreises (Gerolzhofen) sieht es indes mau aus. Füracker sollte seinem Kabinettskollegen Gerhard Eck klar machen, dass eine schnelle Reaktivierung der Steigerwaldbahn den künftigen Bediensteten aus diesem Raum sehr zugute käme.
Mehrere Faktoren, so Minister Füracker, habe für die jetzige Entscheidung zu Gunsten Schweinfurts gesorgt: unter anderem die gute Erreichbarkeit per Bahn. Und nicht zuletzt die aktive Lobbyarbeit Ecks, der Ministerpräsident Söder überzeugt habe, auf Schweinfurt zu setzen.
Uffh, da hat der Hr. Staatssekretär aber nochmal Glück gehabt.
Wie gut das die Strecke Wü - BA von keine autonomen Bussen bedient wird, sondern von der Bahn.
Was für ein Treppenwitz der Geschichte.
Ich wünsche den Leuten in Gerolzhofen viel Glück für eine Reaktivierung der Steigerwaldbahn, und das sie sich vom Hr. Staatssekretär nicht weiter "abhängen" lassen.
Das dürfte auch den ' Dorfbürgermeistern "an der Strecke SW-KT jetzt langsam klar werden
Dieses ignorante und unfaire Handeln unterstreicht einmal mehr den Charakter der CSU und des Herren im Vordergrund des zweiten Fotos.
Jetzt zeigt sich die KURZSICHTIGKEIT der Steigerwaldbahngegner!
Gerolzhofen ohne Bahnhof steht auf der Stufe eines Dorfs! "Landrat Töpper offenbar schwer verärgert ist." Er kennt sich offensichtlich in Regionalentwicklung nicht aus. Zur Steigerwaldbahn zeigte er kein eigenes Engagement, i. Ggs. zu seiner Kollegin im Kreis KT. Aber ohne Bahnhalte ist man heute abgehängt! Dann muss man eben die Konsequenzen tragen - Auch Werneck hat keinen direkten Bahnanschluss.
Zudem passt eine Großbehörde nicht in den ländlichen Raum, da das die Zersiedelung fördert. Deshalb gibt es die Raumordnung, die Großstrukturen in Oberzentren bündelt. Damit man mit einer Fahrt zur Arbeit auch noch andere Sachen an einem Ort erledigen kann, auch mit ÖBNV, Carsharing, etc.