
Die Frage "Kämen Sie damit zurecht, wenn Geschäfte wegen der Energiekrise früher schließen?" wurde auf mainpost.de von den allermeisten der bisher fast 4000 Teilnehmer mit einem Ja beantwortet. Nicht viel anders fielen die Reaktionen bei einer kleinen Umfrage auf dem Marktplatz von Bad Königshofen aus. Dazu äußerten die Befragten noch, wie sie selbst Energie einsparen wollen.
1. Wolfgang Berwind, Bad Königshofen: "Ich bin Rentner, ich hab' Zeit."

Wolfgang Berwind, vielen Bad Königshofern bekannt als Gastättenwirt und musikalischer Alleinunterhalter, hätte mit kürzeren Öffnungszeiten als den derzeit üblichen kein Problem. "Ich bin Rentner, ich hab' den ganzen Tag Zeit, um einkaufen zu gehen." Wenn zum Beispiel Supermärkte unter der Woche bis 18 Uhr offen wären und an den Samstagen bis 14 Uhr statt der jetzt üblichen 20 Uhr, würde er das für völlig ausreichend halten.
Denn dann hätten die Beschäftigten in den Geschäften auch noch etwas vom Wochenende. Die fußläufige Erledigung der Einkäufe ist für Berwind auch ein Beitrag der persönlichen Energieeinsparung. Dazu kommt, dass nur noch die Heizung im Wohnzimmer und Bad läuft.
2. Georg Klopf, Trappstadt: "Nach 18 Uhr kauft niemand ein, da schauen doch alle Fernsehen."

Georg Klopf aus Trappstadt sieht die Sache ganz ähnlich, auch wenn er mit einem Lächeln ganz unumwunden zugibt, dass ihn das Thema nicht sonderlich tangiert, denn: "Meine Frau kauft immer ein." Er glaubt eh nicht, dass so viele nach 18 Uhr noch einkaufen gehen. "Da schauen doch alle Fernsehen." Künftig ganz auf fossile Brennstoffe verzichten will Klopf und damit auch seinen Teil zur Einsparung beitragen. "Die Raubritter", womit er die Ölproduzenten meint, "können ihr Öl selber trinken."
3. Sonja Weisensee, Kleinbardorf: "Ich bin da sehr flexibel."

Sonja Weisensee aus Kleinbardorf würden kürzere Öffnungszeiten auch nicht stören. "Ich arbeite halbtags, da bin ich sehr flexibel", sagt die junge Frau, die es zudem auch für unnötig hält, dass die Discounter und Supermärkte auch an den Samstagen noch bis 20 Uhr geöffnet haben. "16 Uhr würde mir völlig reichen". Der Energieverzicht bezieht sich bei ihr vor allem auf die Nutzung des Autos.
4. Jeanette Baumann, Eicha: "Wir sind alle zu verwöhnt."

"Wir sind alle viel zu verwöhnt", glaubt Jeanette Baumann aus dem thüringischen Grenzort Eicha. "Warum soll man bis 20 Uhr einkaufen?", fragt sie und erinnert daran, dass früher alle Geschäfte doch viel früher geschlossen hätten. Allerdings gibt sie zu bedenken, dass Geschäfte auch wegen anderer Gründe ihre Öffnungszeiten reduzieren. In vielen fehle das Personal. Auch sie spart beim Auto ein.
5. Isabel Steinruck, Kleinbardorf: "Vielleicht könnten die Läden über Mittag schließen?"

"Vielleicht könnte man ja auch mittags zu machen", sagt Isabel Steinruck aus Kleinbardorf. Sie selbst ist halbtags beschäftigt und kann sich die Zeit gut einteilen. "Wenn man aber den ganzen Tag arbeitet, dann sieht die Sache aber schon etwas anders aus", gibt sie zu bedenken. Die Leute seien schon darauf angewiesen, am Abend einzukaufen. An Samstagen würde sie aber auch kürzere Öffnungszeiten befürworten. In Zimmern konsequent das Licht löschen, wenn man es verlässt, hat sich Isabel Steinruck vorgenommen.
6. Rolf Starzinowsky, Bad Königshofen: "Ich kaufe auch abends ein."

Zumindest einer der Angesprochenen, die sich bereit erklärt hatten, bei der Umfrage auf dem Marktplatz mitzumachen, war anderer Meinung. Rolf Starzinowsky aus Bad Königshofen möchte nämlich, dass alles so bleibt, wie es jetzt ist. "Ich kaufe zu unterschiedlichen Tageszeiten ein, auch abends", sagt er, "das bin ich so gewohnt." Strom sparen will er unter anderem durch die zeitweise Abschaltung seines Kühlschranks.
Ich würde auch kürzere Einkaufszeiten begrüßen, vor allem wegen des Personals. Das ist sicher auch froh früher am Abend zur Familie nach Hause zu kommen!