
Burkhard Wachenbrönner hat mit dem TSV Aubstadt schon einiges erlebt. Er spielte für den Verein viele Jahre in der Landesliga, kann selbst auf Highlight-Spiele in Bayreuth oder im Pokal gegen den FC 05 Schweinfurt zurückblicken. Noch 2011 kickte er für die dritte Mannschaft in der B-Klasse. Seit 2014 ist Wachenbrönner Bürgermeister der Gemeinde Aubstadt. Und packt für den TSV an, wenn es nötig ist.
"Ich helfe, wo auch immer ich gebraucht werde", sagt er und hält eine Grillzange hoch. Vor ihm brutzeln Bratwürste an einer der vier Grillstationen, die der TSV zum Pokal-Halbfinale gegen den TSV 1860 München betreibt. Diese eine, direkt an der Anzeigetafel, ist mit Sicherheit die am prominentesten besetzte. Neben Wachenbrönner stehen der Sulzfelder Bürgermeister Jürgen Heusinger, Margit Schlembach von der Gemeinde – und an der Kasse Pfarrer Florian Mucha.
Wie viel vom Spiel die vier mitbekommen haben? Ungewiss. Gerd Köhler hat Aubstadts 4:3-Sieg nach Elfmeterschießen genau beobachtet, drüben am Gästeblock, wo er als Kartenkontrolleur eingeteilt war. Er, der Löwen-Anhänger, dessen Herz in diesem Spiel aber nur für den TSV Aubstadt geschlagen hat, liefert die perfekte Zusammenfassung der 90 Minuten und des Elfmeterschießens: "Wir haben nicht unverdient gewonnen. In der ersten Halbzeit kam von Sechzig gar nichts, das Tor war reiner Zufall. Zum Schluss hatten sie ein paar Chancen, aber unser Tormann Lukas Wenzel hat überragend gehalten. Und Elfmeterschießen ist halt immer Nervensache."

Wie Köhler ist auch Oliver Merkl eine Stürmer-Legende beim TSV Aubstadt, wie Köhler sprach auch er von "überragenden Aubstädtern" und "enttäuschenden Löwen". Bis zum 1:1, danach "hat 1860 die besseren Chancen gehabt. Im Endeffekt hat Aubstadt aber verdient gewonnen."
Das Löwen-Herz von Harry Ruck blutet, aber: "Aubstadt war die überzeugendere Mannschaft"
Harry Ruck aus Saal, wie so oft mit einem blauen 1860-Polo-Shirt bekleidet, mochte da nicht widersprechen. "Ich habe vor dem Spiel gesagt: Der Bessere möge gewinnen. Und das ist auch so eingetreten. Aubstadt war für mich die überzeugendere Mannschaft." Sein Löwen-Herz, blutet es nach dieser Niederlage? "Ja, ein bisschen. Aber die sollen in der Runde jetzt ordentlich weiterspielen, gegen Saarbrücken am Samstag haben sie ein Riesenspiel vor der Brust."
Die Bilanz von Thomas Reubelt, dem Leiter der Polizeistation Bad Königshofen, fällt "zufriedenstellend" aus. Ein Zuschauer habe nach einer Rangelei eine leichte Verletzung unterhalb des Auges erlitten. Wie es dazu kam, wird ermittelt. Das Verkehrskonzept in und um Aubstadt habe sich bewährt, sagt Reubelt und ergänzt: "Die Zusammenarbeit mit dem Verein war sehr harmonisch und hat gut funktioniert."

Burkhard Wachenbrönner war derweil nicht nur als Bratwurstbrater im Einsatz, sondern auch in offizieller Mission als Bürgermeister von Aubstadt. Im Namen des Ortes überreichte er den Gästen aus der Landeshauptstadt unter anderem ein Buch mit Rezepten aus dem Grabfeld. Im Goldenen Buch hatte er 1860-Präsident Robert Reisinger und Trainer Michael Köllner die zweite Seite reserviert. Direkt hinter dem Eintrag der TSV-Meistermannschaft von 2019.
Das hat 1860-Präsident Reisinger ins Goldene Buch geschrieben
"Viel Erfolg und alles Gute der Gemeinde Aubstadt und dem TSV Aubstadt", schrieben die Löwen-Vertreter. Nicht ahnend, dass die TSV-Fußballer sie direkt beim Wort nehmen würden.