
Etwa 50 Fans des TSV Bad Königshofen nahmen am Wochenende die Reise in die fast 400 Kilometer entfernte Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen auf sich. Eine Reise, die sich lohnen sollte. Der Tischtennis-Bundesligist schlug den Rekordmeister Borussia Düsseldorf im Schlussdoppel, die Partie endete 3:2.
Um 10 Uhr früh hatte sich der TSV-Tross am Sonntag mit Zustiegen in Saal und Bad Neustadt auf den Weg in Richtung Düsseldorf gemacht. Nach einer etwas zähen Busfahrt wurde der Arag-Center-Court allerdings erst eine knappe halbe Stunde vor Spielbeginn erreicht. Doch die späte Ankunftszeit sollte der Stimmung keinen Abbruch tun. Angeführt von den "Ping-Pong-Ultras" wurden die ersten Königshofen-Fangesänge angestimmt und Schals gewedelt. Dazu sollten die Fans auch während der Begegnung mit Borussia Düsseldorf noch reichlich Gelegenheit haben.

Ein starker Jin Ueda sorgte gleich im ersten Einzel der Partie dafür, dass die Fangesänge quasi gar nicht mehr aufzuhören schienen. Der Königshofen-Anhang, der in der ausverkauften Düsseldorfer Halle auf zwei Blöcke verteilt war, stimmte im Wechselgesang den Namen des japanischen Neuzugangs an. "Jin! – Ueda!" hallte es lautstark durch die Halle. 50 Königshöfer mussten sich in Sachen Stimmung gegenüber den über 1000 Düsseldorf-Anhängern in keiner Weise verstecken.
Und auch am Tisch bot der TSV Bad Königshofen ordentlich Paroli. Trotz seiner knappen Niederlage im fünften Satz gegen Kay Stumper zollten die eingefleischten Königshofen-Anhänger dem Tischtennis-Oldie Bastian Steger ihren Respekt. Grund zum Feiern und zum Singen gab es dann wieder bei Filip Zeljko, der den deutschen Nationalspieler Dang Qiu in die Schranken wies.

Wie von den "Ping-Pong-Ultras" gewohnt, durfte der Klassiker "Sierra Madre", ersetzt durch den Namen des kroatischen Nationalspielers, natürlich nicht fehlen. Bastian Steger betonte im Interview mit Streaming-Sender Dyn im Anschluss die erstklassige Unterstützung des Anhangs. Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass sie diese Reisen immer auf sich nehmen. Auch CFO Matthias Braun, lobte den Königshofen-Anhang: "Es war toll, dass 50 Verrückte diese Reise auf sich genommen haben. Die Unterstützung der Fans war unser Schlüssel zum Sieg. Auch wenn sie vielleicht ein bisschen übermüdet waren, ist und bleibt Düsseldorf immer noch eine Weltklasse-Mannschaft."
Nachdem die Mannschaft für ihren Coup mit La-Ola-Wellen gebührend gefeiert wurde, brachen die TSV-Anhänger wieder zügig auf. Aber auch im Bus kann natürlich gefeiert werden. Feuchtfröhlich wurde ein TSV-Gesang nach dem nächsten angestimmt. Bei all der Feier-Laune merkte man dem mitgereisten Anhang aber auch an, wie sehr der Tag geschlaucht hatte.

Gegen halb zwei in Bad Königshofen angekommen, überwog bei den meisten die Freude über die Erschöpfung. Das Ehepaar Heckenlauer bereut die Mitfahrt im Mannschaftsbus keine Sekunde. Daniela Heckenlauer: "Erstmal ist es großartig, dass so kurzfristig überhaupt ein Fanbus zustande gekommen ist. Das macht das Reisen angenehm und stärkt zudem das Gemeinschaftsgefühl unter uns Fans. Immer wenn es möglich ist, unterstützen wir den TSV auch auswärts. Dafür habe ich mir vermehrt auch schon Urlaub genommen." Auch ihr Ehegatte Bernhard Heckenlauer findet nur positive Worte: "Es ist nicht selbstverständlich, dass so viele Fans eine so weite Strecke auf sich nehmen. So eine Fankultur sucht in der Tischtennis-Bundesliga ihresgleichen. Gerade jetzt, im Kampf um die Play-offs, ist es klar, dass wir unsere Jungs überall unterstützen."
Auch zum Auswärtsspiel in Grenzau (Montag, 25. März, 19 Uhr) wird der TSV Bad Königshofen einen Fanbus organisieren. Interessierte können sich telefonisch oder persönlich in der Geschäftsstelle anmelden (Tel.: 09761/82 03 000).