
So grau auch der Himmel war, so bunt war es in den Straßen der Würzburger Innenstadt. Der Würzburger Faschingszug, der größte seiner Art in Süddeutschland „rechts des Rheins“, lockte wieder einmal zahlreiche Närrinnen und Narren ins Zentrum der Residenzstadt. Unter dem Motto „11 is magic“ (zu deutsch: 11 ist Magie) bot die 1. Karnevalsgesellschaft Elferrat Würzburg einen abwechslungsreichen Zug, der die Strecke zwischen Semmelstraße und Sanderring in ein Tollhaus verwandelte.
Fast 130 Gruppen mit insgesamt 2500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren am Spektakel beteiligt. Nicht wenige von ihnen werden am Morgen besorgt zum Himmel geschaut haben. Die Zugaufstellung in der Ludwigstraße fand noch bei einem kühlen Regenschauer statt, pünktlich zum Start um kurz vor 12 Uhr hatte dann aber Petrus doch noch sein Einsehen mit den Menschen auf der Straße und mit Zugmarschall Michael Zinnhobel. So fand letztlich der gesamte Zug bei trockenen, wenn auch kalten Bedingungen statt.

Hocherfreut war Michael Zinnhobel auch über den reibungslosen Ablauf des Faschingszugs: „Es lief wirklich nahezu perfekt, das Zusammenspiel mit Polizei, BRK, Security, Straßenreinigung und den Zuschauerinnen und Zuschauern selbst. Auch die Absprache mit der Straßenbahn war optimal.“ Jüngste Meldungen von Unfällen bei anderen Umzügen habe er wahrgenommen und entsprechend ist er heilfroh, dass unter seiner Aufsicht alles glatt ging. „Es ist meine Verantwortung“, betonte er, kurz nachdem der letzte Wagen den Sanderring erreichte.
Insgesamt 70.011 Närrinnen und Narren seien am frühen Nachmittag entlang der Strecke gewesen, so Zinnhobel. Viele werden noch bis in die Abendstunden eine der zahlreichen After-Partys aufsuchen, wobei direkt im Anschluss Domstraße und Vierröhrenbrunnen als erste Anlaufstellen fungierten. Einen leichten Wermutstropfen gab es für den Zugmarschall dann doch: „Der mitgebrachte Alkohol macht so viel Arbeit für die Stadtreinigung. Die Scherben und der Müll sind nicht schön. Ich verstehe, dass es gemacht wird. Es ist halt billiger.“

Ebenfalls positive Meldung gab es von Seiten des Bayerischen Roten Kreuzes: „Erfreulich ruhig im Vergleich zu Vorjahren,“, lautete das knappe Fazit von Stefan Dietz und Jonathan Falk, die Einsatzleiter des BRK für den Faschingszug. 23 Personen mussten von den gut 100 ehrenamtlichen Helfern versorgt werden, meistens im Zusammenhang mit Alkohol oder Schnittverletzungen durch Scherben. Der Rettungsdienst verzeichnete sieben Einsätze im Zusammenhang mit dem bunten Treiben in der Innenstadt, fünf davon führten ins Krankenhaus. Stefan Dietz betonte jedoch, dass der Fasching 2024 von ernsthaften Verletzungen oder lebensgefährlichen Erkrankungen verschont blieb.
Fotos vom Würzburger Faschingszug 2024
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