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Würzburg
Würzburger CSU-Ergebnis: "Net so schlimm wie befürchtet."
Freude will im Würzburger Ratskeller bei der Wahlparty der CSU keine so recht aufkommen. Erst um 21 Uhr werden die blau-weißen CSU-Fähnchen geschwenkt. Der Grund: Paul Lehrieder.
Große Freude bei Paul Lehrieder und Ehefrau Christiane. Er zieht zum fünften Mal für den Wahlkreis in den Bundestag ein. 
Foto: Silvia Gralla | Große Freude bei Paul Lehrieder und Ehefrau Christiane. Er zieht zum fünften Mal für den Wahlkreis in den Bundestag ein. 
Thomas Fritz
 |  aktualisiert: 10.05.2023 10:09 Uhr

18 Uhr. Im Ratskeller starren die Spitzen der Würzburger CSU gebannt auf den Bildschirm. Wie fällt die Prognose aus? Ist sie ein erstes Stimmungsbild für den Wahlausgang? Ein Blick in die Gesichter verrät nicht viel. Aufregung, beim Kandidaten Paul Lehrieder. Zuversicht, bei den CSU Kreisvorsitzenden von Stadt und Landkreis Würzburg und ganz viel Hoffnung bei den rund 60 CSU-Anhängern und Funktionären.

Betretenes Schweigen bei der Prognose 

Dann kommt der schwarze Balken ins Bild. Bei 24,5 bleibt er stehen. Keine Reaktion. Denn auch die SPD liegt in dieser ersten Prognose gleichauf. Betretenes Schweigen trifft diesen Moment am besten. In der ersten Reihe, hier sitzt Paul Lehrieder zusammen mit seinen engen Parteifreunden, bemühen sich alle darum, sich nichts anmerken zu lassen. Denn die Kameras sind in diesem Moment auf sie gerichtet. CSU-Kreisvorsitzender und Landrat Thomas Eberth bringt es dann auf den Punkt: "Net so schlimm wie befürchtet, net so gut wie erhofft."

27 Prozent hatte Paul Lehrieder als Gesamtergebnis für die CDU getippt, ein Prozent weniger für die SPD. "Wir brauchen doch einen klaren Regierungsauftrag", sagt er und schaut wieder auf den Bildschirm. Dann die Nachricht, dass es für eine Koalition aus SPD, Grüne und Linke wohl nicht reichen wird. Zaghafter Applaus kommt auf. "Das schlimmste Szenario ist ausgeblieben", sagt der Landtagsabgeordnete Manfred Ländner. Aber Zeit, die blau-weißen CSU-Fähnchen zu schwenken, ist noch nicht. 

Würzburger CSU-Ergebnis: 'Net so schlimm wie befürchtet.'

Warum um 21 Uhr im Ratskeller gejubelt wird 

Gegen 19.30 Uhr zeichnet sich auch für Paul Lehrieder langsam ab, dass er gute Chancen hat, zum fünften Mal in den Bundestag einzuziehen. Ein Viertel der Wahlkreise in Stadt und Landkreis Würzburg sind da schon ausgezählt und der 61-Jährige aus Gaukönigshofen liegt mit zehn Prozent vor seinem wohl größten Herausforderer, dem Grünen Sebastian Hansen. "Der Drops ist gelutscht", freut sich Eberth. Und Lehrieder ist zufrieden: "Das ist ein solides Ergebnis", kommentiert der 61-Jährige und glaubt, dass er am Ende dieses spannenden Abends vielleicht mit etwa 35 Prozent nach Hause geht – freilich deutlich weniger als 2017, wo er mit 42,2 Prozent den Wahlkreis holte. 

Er hat es wieder geschafft: Paul Lehrieder gewinnt den Wahlkreis Würzburg und freut sich zusammen mit gut 60 Parteifreunden im Würzburger Ratskeller über sein 'solides' Ergebnis. 
Foto: Silvia Gralla | Er hat es wieder geschafft: Paul Lehrieder gewinnt den Wahlkreis Würzburg und freut sich zusammen mit gut 60 Parteifreunden im Würzburger Ratskeller über sein "solides" Ergebnis. 

20.58 Uhr. In Berlin ist noch nicht klar, wie es weitergeht. In Würzburg brandet aber Jubel auf, Fähnchen werden geschwenkt.  Lehrieder hat den Wahlkreis gewonnen. Zwar fehlen noch 28 Stimmbezirke, aber mit gut 36 Prozent liegt er mittlerweile deutlich vorne. Und kaum hat er das Wort, hört er nicht mehr auf zu reden. Fleißig wie im Wahlkampf hält er fast schon wieder eine Wahlkampfrede. "Du sprudelst richtig", stupst ihn Thomas Eberth an. 

Danach ist Zeit für Glückwünsche und Gruppenbilder. Die Junge Union will ein Foto mit dem Sieger. Was sagt der Parteinachwuchs zum Lehrieder-Ergebnis: "Wie erwartet", kommentiert Stadträtin Rena Schimmer und Würzburgs JU-Vorsitzende. "Ein Drama", sagt ein anderer junger Mann mit Blick auf das bundesweite Abschneiden der Union. 

Wie Paul Lehrieder sein Ergebnis sieht

Lehrieders Analyse fällt sachlich aus: "Das Ergebnis habe ich so erwartet." Enttäuscht sei er nicht, denn landauf landab haben alle CSU-Kandidaten im Erststimmenergebnis Einbußen hinnehmen müssen. Weil er einen Prozentpunkt über dem CSU-Ergebnis liegt, haben sich die 104 Wahlveranstaltungen gelohnt, sagt er. "Durch persönliche Ansprache habe ich das Vertrauen der Menschen versucht zu gewinnen, was in vielen Fällen gelungen ist." 

 
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