Der anhaltende Regen der vergangenen Tage und Tauwetter in höheren Lagen haben an Weihnachten in Unterfranken vielerorts zu Überschwemmungen geführt. Sie erreichten teilweise die Meldestufe 3. Hier werden bebaute Grundstücke überflutet, Keller laufen voll und Straßen müssen gesperrt werden.
Saale-Hochwasser in Bad Kissingen geht weiter zurück
Besonders angespannt war die Lage über die Feiertage an der Fränkischen Saale. In Bad Kissingen standen an Heiligabend der Kurpark und die Saalewiesen in der Au unter Wasser, was etliche Schauslustige anzog. Die Stadt baute Absperrungen auf. Ihren Hochwasserscheitel erreichte die Saale am ersten Weihnachtsfeiertag gegen 3 Uhr früh mit 3,72 Meter (Meldestufe 3). Seitdem fällt der Pegel wieder.
Am Regentenbau in Bad Kissingen lag der Pegel am Dienstagnachmittag bei knapp über 3 Meter und damit am unteren Ende von Meldestufe 2. Diese bedeutet, dass land- und forstwirtschaftliche Flächen überflutet werden und es zu leichten Verkehrsbehinderungen kommen kann.
Im weiteren Verlauf Richtung Main stieg das Saale-Hochwasser zunächst weiter an. Am frühen Heiligabend hatte der Saale-Pegel in Wolfsmünster im Landkreis Main-Spessart bei 4,35 Meter gestanden, die Ortsdurchfahrt Gräfendorf war überflutet. Nach dem Höchststand in der Nacht auf den Zweiten Weihnachtsfeiertag sank der Pegel bis Dienstag, 16 Uhr, wieder auf 4,12 Meter. Das entspricht zwar gerade noch Meldestufe 3, die Tendenz war allerdings weiter fallend. Bis Mittwochvormittag könnte der Pegel in Wolfsmünster wieder unter die Meldestufe 2 sinken.
Auch an der Sinn entspannte sich am Dienstag die Lage. Der Pegel in Mittelsinn war am Zweiten Feiertag um 16.15 Uhr mit 3,44 wieder unter die Meldestufe 2 gefallen.
Hochwasser-Meldestufe 2 in Würzburg
Im Vergleich zu den Nebenflüssen kommt die Hochwasserwelle des Mains etwas verzögert an. Für Würzburg zeigt die Kurve in der Prognose des Hochwassernachrichtendienstes des Bayerischen Umweltministeriums weiterhin nach oben.
Bereits am Montagnachmittag hatten Mitarbeiter des Bereitschaftsdienstes der Würzburger Entwässerungsbetriebe einen Teil des Gehwegs am Oberen Mainkai zwischen der Alten Mainbrücke und der Wirsbergstraße und die Promenade zwischen der Alten Mainbrücke und dem Alten Kranen gesperrt und niedrige Wassersperren errichtet.
Meldestufe 2 war mit einem Pegelstand von 4 Meter am frühen Dienstag erreicht, um 16.15 Uhr waren es 4,19 Meter. Bis Mittwochmittag könnte der Pegel auf bis zu 4,50 Meter steigen und damit dann auch den Scheitelpunkt erreichen. Meldestufe 3 liegt hier bei 5,10 Meter und würde damit deutlich nicht erreicht.
Die Mainschifffahrt in Würzburg wird bereits bei einem Wasserstand von 3,40 Metern eingestellt. Davon seien auch die Kreuzfahrtschaffe betroffen, so Roland Grill vom Bereitschaftsdienst des Entwässerungsbetriebs der Stadt Würzburg: "Drei davon liegen im Alten Hafen, die fahren ihre Leute jetzt mit Bussen herum."
Main tritt in Main-Spessart über die Ufer
Auch im Landkreis Main-Spessart war es über die Feiertage zu Überschwemmungen gekommen. In Marktheidenfeld hatte der Main bereits am Morgen des Heiligabends den Parkplatz Mainkai überflutet. Morgens standen dort noch etliche Autos. Die Feuerwehr rief in den Sozialen Netzwerken dazu auf, diese zu entfernen. Wer sein Auto nicht rechtzeitig abgeholt hatte, dem wurde es abgeschleppt.
In Lohr waren die Radwege beidseitig des Mains komplett überflutet, in Karlstadt der Parkplatz unter der alten Mainbrücke. Der Campingplatz war schon am Ersten Feiertag vorsorglich geräumt worden.
Auch hier steht der Scheitelpunkt des Hochwassers noch bevor, der Höchststand mit bis zu 4,45 Meter könnte in Lohr am Mittwochmittag erreicht werden und läge dann über Meldestufe 2.
In Schweinfurt war der Hochwasserscheitel des Mains am Dienstagnachmittag mit 4,63 Meter (Meldestufe 2) schon fast erreicht, für die Nacht auf Mittwoch zeigte die prognostizierte Kurve schon wieder deutlich nach unten.
Wenig neuer Niederschlag: Hochwasserlage in Bayern beruhigt
Insgesamt hat sich die Hochwasserlage in Bayern etwas beruhigt. Der Hochwassernachrichtendienst spricht nicht mehr von einer angespannten Lage. "Wir werden das weiter beobachten, aber da es keinen maßgeblichen Niederschlagsinput gibt, ist relativ absehbar, wie die Hochwasserwellen ablaufen werden", sagte ein Sprecher. An allen Gewässern im Maineinzugsgebiet fielen die Pegelstände, ebenso an der Fränkischen Saale.
Im Regnitz- und Rednitz-Einzugsgebiet sollten die Wasserstände laut HND-Vorhersage bis Mittwochmittag wieder unter die Warnschwellen fallen, nur im Oberlauf der Pegnitz in Michelfeld gehen die Wasserstände demnach etwas langsamer zurück.
Weil es nur noch wenig regnete und für den Mittwoch ein Zwischenhoch erwartet wurde, rechnete der Hochwassernachrichtendienst damit, dass die Lage sich noch weiter entspannt.