
Auch wenn die blinden Erdbewohner niedlich aussehen, empfinden sie viele Menschen im eigenen Garten als lästig. Erdhügel auf der Rasenfläche und beschädigte Pflanzenwurzeln können Hobbygärtner zur Weißglut treiben. Den Maulwurf zu töten, zu fangen und ihm Schaden zuzufügen ist verboten. Doch wie schließt man Frieden mit dem Tier oder hält dieses zumindest fern vom heimischen Garten?
Gerüche: Maulwurf mag keinen Alkohol
Der Maulwurf hat ausgeprägte Sinnesorgane und reagiert empfindlich auf äußere Reize. Aus diesem Grund meidet er unter anderem starke Gerüche. Es gibt einfache und bewährte Hausmittel, um ihn fernzuhalten.

- Alkohol: es reichen schon leere Alkoholflaschen, die mit der Öffnung nach unten in die Gänge gesteckt werden. Der starke Geruch breitet sich schnell aus, und je höher der Alkoholgehalt, desto empfindlicher reagiert der Maulwurf darauf.
- Knoblauch: hält nicht nur Vampire fern. Die Knoblauchzehen werden einfach zerdrückt und tief in die Maulwurfshügel gesteckt.
- Saure Milch: auf alte Stofflappen träufeln und in den Gängen auslegen.
- Pflanzenjauchen: aus Wermut oder Brenneseln können einfach selbst hergestellt werden.
- Hunde- oder Katzenhaare: die nach dem Bürsten übrigbleiben, können als Maulwurfschreck weiter verwertet werden.
Wichtig ist, die stark riechenden Mittel gleichmäßig zu verteilen und wöchentlich zu erneuern, bis der Maulwurf keine Anzeichen mehr von sich gibt. Neben den Hausmitteln gibt es auch spezielle Produkte aus dem Fachhandel, die ebenfalls helfen, Maulwürfe aus dem Garten zu vertreiben. Weiterer Vorteil: auch die Wühlmaus mag keine starken Gerüche und hält sich fern vom Garten.
Geräusche: Spielende Kinder nerven nicht nur die Nachbarn
Schallende Geräusche empfindet der kleine Bodenwühler als störend. Laut spielende Kinder, bellende Hunde oder Vorrichtungen, die Geräusche erzeugen, bringen den Maulwurf dazu, das Weite zu suchen. Eine gängige Methode ist das Vergraben von geöffneten Flaschen, die schräg in den Boden gesteckt werden. Der Wind lässt sie einen Pfeifton erzeugen, der angeblich die Maulwürfe vertreibt. Auch andere kreative Methoden, wie an Schnüren aufgehängte alte Löffel, die an einen Metallständer schlagen, oder das Schlagen auf Eisenstangen in der Nähe von Erdhaufen, können hilfreich sein. Das kann die Tiere dazu motivieren, den Garten zu verlassen.

Die Wirksamkeit von Ultraschallgeräten ist umstritten. Dennoch berichten viele von positiven Erfahrungen, da diese Methode, wenn Ultraschall auf den richtigen Frequenzbereich eingestellt und ausreichend laut ist, tatsächlich hilft, die Tiere fernzuhalten.
Geschüttelt, nicht gerührt gilt auch für den Maulwurf
Die Erschütterungen und Vibrationen sind den Maulwürfen nicht geheuer. Ein weiterer Grund, warum Kinder und Hunde im Garten viel spielen sollten. Wer eine Katze besitzt, muss sich in der Regel keine Sorgen um Maulwürfe im Garten machen: entweder werden sie von der Katze „auf frischer Tat“ ertappt oder fühlen sich bedroht und ziehen von selbst in andere Bereiche weiter. Wer keine solchen Helfer hat, kann auf technische Mittel zurückgreifen. Auch ein Rasenmäher erzeugt Geräusche und lässt den Boden vibrieren. So wird nicht nur der Rasen regelmäßig gepflegt, sondern auch der kleine Plagegeist ferngehalten.
Mensch und Maulwurf: wie aus Feinden Freunde werden
Wenn keine der genannten Tipps hilft, bleibt noch eine letzte Möglichkeit. Sich zurückzulehnen und den Maulwurf als Nachbarn zu akzeptieren, denn dieser auch positive Seiten an sich hat. Die Tiere graben die Erde lockerer, was die Belüftung fördert und gut für die Wurzeln der Pflanzen ist. Es ist illegal die Hügel platt zu drücken. Alternativ können Sie auch etwas Wasser auf den Erdhügel gießen, sodass eine weiche Schlammmasse entsteht, die sich glattstreichen lässt. Die fein krümelige Erde aus dem Hügel kann als Anzuchterde verwendet werden. Außerdem stehen beim Maulwurf als Insektenfresser neben anderen Schädlingen auch Nacktschnecken auf dem Speiseplan, die oft lästig sind. Da der Bodenbewohner unter Naturschutz steht und wichtig für das Ökosystem ist, entscheiden sich viele Menschen freiwillig Frieden mit diesem zu schließen.