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Röttingen
Personalkarussell im Taubertal: Drei Bürgermeister räumen ihren Stuhl
Die Kommunalwahlen in der Verwaltungsgemeinschaft Röttingen sind reich an Kuriositäten. Für die Wahl 2026 werden drei neue Bürgermeister gesucht.
Drei der vier Bürgermeister aus der Verwaltungsgemeinschaft Röttingen treten bei der Kommunalwahl 2026 nicht mehr an: von links Edwin Fries aus Riedenheim, Karin Fries aus Tauberrettersheim und Engelbert Zobel aus Bieberehren.
Foto: Markhard Brunecker | Drei der vier Bürgermeister aus der Verwaltungsgemeinschaft Röttingen treten bei der Kommunalwahl 2026 nicht mehr an: von links Edwin Fries aus Riedenheim, Karin Fries aus Tauberrettersheim und Engelbert Zobel aus ...
Markhard Brunecker
 |  aktualisiert: 03.04.2025 04:00 Uhr

Die bayerischen Kommunalwahlen am 8. März 2026 werfen schon jetzt ihre Schatten voraus. In der Verwaltungsgemeinschaft Röttingen beginnt sich – nach der Stadt Röttingen im Jahr 2024 - das Bürgermeisterkarussell erneut zu drehen. In diesem Fall sind es die Gemeindeoberhäupter der Mitgliedsgemeinden Bieberehren, Riedenheim und Tauberrettersheim. Alle drei wollen bei der Kommunalwahl nicht mehr antreten. 

Diese Konstellation in einer Verwaltungsgemeinschaft (VG) ist außergewöhnlich, zumal wenn man bedenkt, dass der VG-Vorsitzende, Röttingens Bürgermeister Steffen Romstöck, erst seit dem 15. September vergangenen Jahres im Amt ist. Romstöck wurde gewählt, ohne vorher offiziell als Kandidat nominiert worden zu sein. Es ist nicht das einzige kommunalpolitische Kuriosum aus den vier Kommunen im äußersten Süden des Landkreises.

Karin Fries aus Tauberrettersheim will ihr Rentnerdasein genießen

Karin Fries ist die bisher einzige Bürgermeisterin im Altlandkreis Ochsenfurt. Seit dem 1. Februar 2019 führt sie die Amtsgeschäfte im Rathaus von Tauberrettersheim. Als Grund für ihr Ausscheiden gibt sie das Alter an. Ihr Mann sei inzwischen im Ruhestand, mit ihm zusammen wolle sie das Rentnerdasein genießen, sagt sie im Gespräch mit der Redaktion. In den 13 Monaten bis dahin stünden aber noch wichtige Aufgaben vor ihr, etwa die Erschließung des Baugebiets "40 Gärten", die Kanalsanierung und der Glasfaserausbau.

Seit 1. Mai 2008 und somit seit drei Amtsperioden lenkt Edwin Fries als Nachfolge von Edgar Roth die Geschicke von Riedenheim, trotz ihrer drei Ortsteile Lenzenbrunn, Oberhausen und Stalldorf die kleinste Gemeinde des Landkreises. Vor Roth war Hermann "Fernando" Gabel Bürgermeister seiner Heimatgemeinde, bevor er nach einer politischen Auszeit im Jahr 2020 zum Bürgermeister von Röttingen gewählt wurde. Aus gesundheitlichen Gründen legte er sein Amt im vergangenen Jahr nieder.

Nach drei Wahlperioden ist für Edwin Fries aus Riedenheim Schluss

Edwin Fries wäre am Beginn einer weiteren Amtszeit 73 Jahre alt. Da sei es höchste Zeit, mehr Zeit für sich und die Familie zu nutzen, sagt der ehemalige Polizeibeamte. Als die wichtigsten Projekte, die ihm bis dahin noch bevorstehen, nennt er die Vollendung des Anschlusses an den Abwasserzweckverband Ochsenfurt, den Beginn der Kanalsanierung und die Erschließung eines neuen Baugebiets. 

Auch Bieberehrens Bürgermeister Engelbert Zobel kandidiert aus Altersgründen nicht mehr. Er wäre am Beginn einer neuen Amtszeit 66 und wolle seinen Lebensabend noch etwas genießen können und vermehrt seinen Hobbys nachgehen. Dazu zählt unter anderem die Jagd. Zobel nimmt seit dem 1. Mai 2014 in Bieberehren - mit den Ortsteilen Buch und Klingen - auf dem Bürgermeisterstuhl Platz. Die bereits von seinem Vorgänger Michael Volkert begonnene Flurneuordnung von Bieberehren steht auf seiner Prioritätenliste ganz oben, auch wenn er sie nicht mehr zum Abschluss bringen kann. Weitere Aufgaben seien der Glasfaserausbau und die Sanierung des Kinderspielplatzes, die mit sehr viel Engagement der Bürger unterstützt wird.

Eine kuriose Wahl brachte Engelbert Zobel aus Bieberehren ins Rathaus

Die erste Wahl von Engelbert Zobel ging ebenfalls mit einem Kuriosum einher. Weil sich vor Ablauf der Nominierungsfrist kein Bürgermeisterkandidat gefunden hatte, blieb der Stimmzettel leer. Kurz vor der Wahl erst entschied sich Zobel, das Amt anzustreben. Die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler schrieben seinen Namen auf den Zettel.

In Tauberrettersheim hat man Erfahrung mit diesen ungewöhnlichen Wahlverfahren. Seit Jahrzehnten werden Bürgermeister und Gemeinderat dort mit "Weißer Liste" gewählt. Wer die jeweils meisten Stimmen erhält und wählbar ist, wird Bürgermeister oder erhält einen Sitz im achtköpfigen Ratsgremium.

Wer ihr nachfolgen wird, steht also auch für Karin Fries in den Sternen, ebenso wie für ihre beiden Kollegen. Weder in Bieberehren und noch Riedenheim seien bisher Interessenten für das Bürgermeisteramt gefunden worden, sagen sie. Ihr gemeinsamer Wunsch: Eine Jüngere oder ein Jüngerer sollen an, die oder der neue Ideen einbringt.

Dass das Amt kein Zuckerschlecken ist, weiß Karin Fries. "So viel Schmerzensgeld wie nötig wäre, kann die Gemeinde gar nicht bezahlen", sagt sie mit einem Augenzwinkern. Einer, der dem Wahltag ganz entspannt entgegensehen kann, ist der Röttinger Bürgermeister Steffen Romstöck. Weil er sein Amt weniger als zwei Jahre vor dem landesweiten Wahltermin angetreten hat, muss er sich erst 2032 wieder dem Votum der Röttinger stellen. 

 
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