Auf den Ochsenfurter Durchgangsverkehr, aber auch auf viele Bewohnerinnen und Bewohner vor allem Bereich der Klinge, kommen in diesem Jahr erhebliche Einschränkungen zu. Die Brücke der Südtangente über die Brunnenstraße, direkt bei der Oechsner-Brauerei, wird ab Montag, 4. März, voraussichtlich bis Dezember gesperrt. Wie das Staatliche Bauamt Würzburg mitteilt, sei das Bauwerk inzwischen so marode, dass ein Ersatzneubau günstiger ist als die Sanierung. Die Brücke wird deshalb abgerissen und neu gebaut.
Wann werden welche Bereiche der Südtangente abgesperrt?
Montagmittag zwölf Uhr werde mit der Sperrung und Umleitung des Verkehrs begonnen, sagt Jan Momberg. Er ist einer der Verantwortlichen für das Projekt rund um die Brücke. Er erklärt, dass dann die Abrissarbeiten vorbereitet würden. Während dieser Zeit und bis zur Fertigstellung der neuen Brücke sollen die Einschränkungen für Verkehrsteilnehmer und Bewohner der Altstadt und der Siedlung südlich der Brücke möglichst gering bleiben.
Dazu sollen die vier Auf- und Abfahrten von der Brunnenstraße zur Südtangente genutzt werden. Zwei dieser vier Auffahrten sollen während der Bauzeit befahrbar bleiben. Welche zwei Rampen das zu jedem Zeitpunkt sein werden, hänge aber von der jeweiligen Bauphase ab. Auf diese Weise seien auch die Firmen entlang der Tückelhäuser Straße weiterhin vom Lkw-Lieferverkehr zu erreichen.
Was ist geplant, wenn die Zufahrten während des Abrisses komplett gesperrt werde?
Von Freitag, 15. März 20 Uhr, bis Sonntag, 17. März 6 Uhr, wird die Brücke endgültig abgerissen. In diesem Zeitraum wird keine der Rampen befahrbar sein. Das Bauamt informiert darüber zurzeit auch die Unternehmen im angrenzenden Gewerbegebiet sowie die Bewohnerinnen und Bewohner südlich der Brücke.
Das Problem hier: Der Knotenpunkt an der Brücke ist der einzig gut ausgebaute Eingang in das Wohngebiet an der Klinge, sagt Daniela Baumgärtner-Kerlin, Pressesprecherin des Bauamts. Damit das Wohnviertel während der 34 Stunden dauernden Sperrung nicht von der Außenwelt abgeschnitten werde, plane das Bauamt eine Verkehrsleitung über den Wirtschaftsweg, der im Süden in die Staatsstraße 2269 nach Hopferstadt und in die B 13 mündet. Weil der Wirtschaftsweg jedoch an einer wenige hundert Meter langen Strecke nicht breit genug für zwei Autos nebeneinander sei, werde dort eine Ampelanlage aufgestellt.
Welche Umleitungen in und um Ochsenfurt gibt es und wird es zu Stau kommen?
Der Durchgangsverkehr, insbesondere die Lastwagen, müssen während der Bauzeit auf die B13 auf der anderen Mainseite ausweichen. Für die Anwohner in Kleinochsenfurt und entlang der Würzburger Straße steigt die Verkehrsbelastung also. Der Verkehr von und nach Würzburg laufe allerdings schon jetzt vor allem dort entlang, sagt Mombach. Das Bauamt rechne daher auf der Umleitungsstrecke nicht mit viel mehr Verkehr.
Wie viel kostet der Abriss und Neubau der Brücke und warum jetzt?
Insgesamt ist der Abriss und Neubau der Brücke auf Kosten von etwa 4,4 Millionen Euro veranschlagt, sagt Alexander Müller, Abteilungsleiter Brückenbau im Staatlichen Bauamt. Aufgefallen seien die Schäden an der 1977 gebauten Brücke bei der letzten turnusgemäßen Brückenprüfung vor zwei Jahren. Seit etwa einem Jahr nun liefen die Planungen für das Projekt. Der jetzige Zeitpunkt der Arbeiten wurde auch mit anderen Projekten, wie etwa der anstehenden Sanierung der angrenzenden Bahnbrücke, abgestimmt.
Warum der Neubau und keine Sanierung?
Müller zufolge ist ein Neubau nötig, weil eine Sanierung nicht wirtschaftlich sei. "Der Spannstahl ist korrodiert, also durch eindringendes Wasser angegriffen", sagt er. Weil es um die innere und tragende Struktur der Brücke gehe, sei eine Reparatur schlichtweg zu aufwendig und damit zu teuer.
Die neue Brücke werde ebenfalls aus Stahlbeton gebaut werden. Sie werde der alten sehr ähnlich sehen. "Das ist die konventionelle Bauweise", sagt Müller, die habe sich bewährt. Insgesamt sei er optimistisch, dass die Bauzeit bis Dezember eingehalten wird, weil rund um die Baustelle "optimale Bedingungen" herrschten: "Keine Bahn, kein Wasser, kein Naturschutz und einfache Umleitungen."