Das Logistik-Unternehmen Schäflein AG aus Röthlein will im Industriegebiet "An der Mönchstockheimer Straße" in Gerolzhofen ein Lager- und Logistikzentrum errichten. Im Dezember hatte der Stadtrat mehrheitlich die Weichen für das Projekt gestellt und die Änderung des Bebauungsplans in Angriff genommen. In seiner jüngsten Sitzung im Alten Rathaus musste der Bau- und Umweltausschuss über weitere Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans im Zusammenhang mit dem Neubau des Dienstleistungszentrums entscheiden.
Bei der Debatte ging es hauptsächlich um Überschreitungen der südlichen Baugrenze, die Stadtbaumeisterin Maria Hoffmann erläuterte. Die bisher beschlossene Grundfläche für alle Gebäude beträgt knapp 24.000 Quadratmeter. Weitere 330 Quadratmeter werden nun für das Aufstellen von Abfallpresscontainern, eine Winkelstützwand mit Treppe sowie Stellplätze für Autos und Lastwagen benötigt. Hinzu kommen drei Feuerwehraufstellflächen teilweise im öffentlichen Grünbereich entlang der nördlichen Grundstücksgrenze mit einer Fläche von 200 Quadratmeter.
Photovoltaikanlage auf zwei Hallen
Neu ist die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf zwei Hallen anstelle der ursprünglichen Dachbegrünung. Als Einzäunung soll eine zu pflanzende Hecke dienen. Bürgermeister Thorsten Wozniak betonte, dass der Bauherr möglichst bald loslegen möchte. Deshalb soll der endgültige Ratsbeschluss am 8. oder 22. Mai gefasst werden.
Thomas Vizl befürchtete mit den Befreiungen, dass die Grundflächenzahl höher ist als ursprünglich beantragt und mutmaßte "Salamitaktik". Er rät, die von der Stadt zum Beispiel für die Feuerwehr zur Verfügung gestellten Flächen an den Bauherren zu verkaufen. Wozniak sagte zu, dieses Thema "städtebaulich zu verhandeln". Bei der Abstimmung (8:2) stimmten Vizl und Stefanie Döpfner (beide Geo-net) gegen die Befreiungen.
Mehrfamilienhaus: Bauantrag befindet sich beim Landratsamt
Vizl und Döpfner waren auch gegen einen weiteren Antrag auf Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes "Am Nützelbach II" in Gerolzhofen. In der Rodewischer Straße 10 soll ein Mehrfamilienwohnhaus mit neun Wohneinheiten und 18 Stellplätzen entstehen. Mehrheitlich genehmigt wurde die Überschreitung der zulässigen Grundflächenzahl (GRZ) von 0,40 auf 0,84. Der ursprüngliche Bauantrag erhielt bereits im Ferienausschuss im August 2022 grünes Licht. Aktuell befindet sich der Bauantrag im Landratsamt Schweinfurt zur weiteren Prüfung.
Einstimmig genehmigt wurde der Bauantrag zum Neubau einer Hausgruppe mit drei Reihenhäusern und zwölf Stellplätzen in der Rodewischer Straße 5, 7 und 9. Stadtbaumeisterin Hoffmann teilte mit, dass drei Bauabschnitte geplant sind. "Es fügt sich gut in das Ortsbild ein", lautete ihre Einschätzung, der das Gremium folgte. Weil auch hier die Grundflächenzahl deutlich überschritten wurde, fragte sich Vizl: "Warum machen wir so schlechte Bebauungspläne, für die wir ständig Ausnahmengenehmigungen erteilen müssen? Irgendwie passen unsere Bebauungspläne nicht mehr in die Zeit." Er bedauerte: "Wir lassen uns jedes Mal breitschlagen."
Reicht nicht schon das Trumm vom Norma? Furchtbar, wie hier wertvolles Land verschleudert wird!