Die Asphaltschicht auf der Wiesenfelder Ortsumgehung hört momentan noch abprupt auf: "Heute war geplant, dass asphaltiert wird – das wird aber noch einmal verschoben", sagte Bürgermeister Michael Hombach (CSU). Zusammen mit dem Bauausschuss der Stadt Karlstadt besichtigte er vor der jüngsten Sitzung mehrere Bauprojekte im Stadtgebiet.
1. Station: Ortsumgehung Wiesenfeld soll bis Ende des Jahres stehen
Grund der Verzögerung beim Aufbringen des Asphalts sind Frostschutzuntersuchungen. Die ergaben schlechte Werte, sodass die ersten 15 Zentimeter des Straßenbelags in bestimmten Bereichen noch einmal ausgetauscht werden müssen, wie Bauabteilungsleiter Marco Amrhein erläutert. Für die Stadt Karlstadt entstehen keine Kosten, betonte Hombach, nachdem sich die Kosten in den vergangenen Monaten um knapp eine Million Euro erhöht hatten. Kämmerer Ralf Liebl äußerte trotzdem kürzlich, dass die Stadt mit den kalkulierten Gesamtkosten von 21 Millionen Euro gut hinkommen werde.
Im Juni soll auf der Straße aus Richtung Lohr eine halbseitige Sperrung mit Ampelschaltung eingerichtet werden, um die Umgehungsstraße anzubinden. Für den Durchgangs- und Schwerlastverkehr soll die Straße komplett gesperrt werden. Etwa im August, schätzt Amrhein, soll der Anschluss an die Straße Richtung Hausen eingerichtet werden. Damit liege der Bau im Zeitplan und soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.
Eine Unterführung für den landwirtschaftlichen Verkehr sowie ein Tunnel für Fußgänger und Radfahrerinnen sind bereits zu sehen, außerdem mehrere Regenrückhaltebecken. Auf Ausgleichsflächen stehen bereits Obstbäume: "Da werden noch ein paar hundert Bäume gepflanzt", sagte Amrhein. Theo Dittmaier (CSU) fragte danach, wer sich um die Bäume kümmern würde. Nach einer vierjährigen Aufziehphase liege die Verantwortung bei der Stadt Karlstadt, so Amrhein.
Bis zum Kreisverkehr nahe der Straße nach Hausen wird ein Radweg mitgeführt, ansonsten ist kein Radverkehr auf der Umgehung vorgesehen. "Das Thema Radfahren wurde mitgedacht in der Form, in der es möglich ist", sagte Hombach. Edgar Ehrenfels (FW) merkte angesichts der Pläne an, dass eine besonders unfallreiche Stelle nun gerade gezogen sei und zeigte sich erfreut.
2. Station: Das Dach der Synagoge Laudenbach steht bereits
"Die Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten sind hervorragend gelaufen", freute sich Architekt Karl Gruber beim Besuch der Synagoge Laudenbach. Der Brandschutz zum Giebel hin sei auch abgeschlossen, derzeit seien Verputzer und Restauratoren am Werk.
Ein schwarzer Sockel am unteren Teil der Hauswände im Innenbereich wurde freigelegt und muss nun von außen abgedichtet werden. Dazu wird der Gehweg aufgemacht, erläutert der Architekt. Ansonsten werde im Inneren recht wenig gemacht, die Wände sollen unverputzt bleiben, Kabel werden in Leitungen auf Putz verlegt. In der Synagoge in Veitshöchheim sei ähnlich vorgegangen worden. "Gewisse Dinge bleiben eben zu sehen", sagte Gruber dazu.
Bürgermeister Hombach sprach in diesem Zusammenhang den Begriff "demütige Sanierung" an, der als Art Anweisung des Landesamts für Denkmalpflege das Projekt geprägt hatte. "Man muss sich als Besucher darauf einlassen und es auf sich wirken lassen", fand Wolfgang Tröster (Bündnis 90/ Die Grünen). Die Fassade wird allerdings verputzt und gestrichen. Zum Kostenrahmen äußerte Gruber, dass er sich derzeit noch keine Sorgen mache.
3. Station: Beim Altstadtpflaster sollen die Arbeiten von vorn beginnen
"Wir haben einen Sanierungsstau im Bereich des Altstadtpflasters von 1,5 Millionen Euro", sagt Hombach. Markus Bauer von der Fachabteilung Bau der Stadt zeigte dem Ausschuss zunächst ein kleines Stück von etwa 80 Quadratmetern in der Hauptstraße, dessen Sanierung 40.000 Euro kostete.
In der Hofriethgasse demonstrierte er den Ausschussmitgliedern ein "Musterbeispiel, wie eine Straße kaputtgeht". Die Steine stehen teilweise nach oben und müssen entfernt werden. Wie ein Flickenteppich sind die Löcher mit Asphalt aufgefüllt und es sind dunkle Stellen im Pflaster zu sehen.
Die Gasse war der erste Ort der Altstadtsanierung in den 1980er Jahren, erzählt Bürgermeister Michael Hombach. "Wir sind mit dem letzten Teil noch nicht fertig und müssen hier schon wieder anfangen", sagt er. Florian Burkard (CSU) merkte an, dass es wichtig sei, für eine erneute Altstadtsanierung keine Dorferneuerungen zurückzustellen. Das werde nicht passieren, versicherte Hombach. "Wichtig ist, dass wir dafür weiter Gelder bereitstellen", wandte er sich an den Ausschuss.