
Mittwochnachmittag am Biebelrieder Kreuz. Die A3 in Richtung Frankfurt. Im Abzweig der A7 steht ein verunfallter Sprinter – hinter einer Leitplanke. Wie er da hinkam? Ein Rätsel. Andererseits erinnern wir uns: Zuletzt ging es an dieser Stelle darum, wie Raser-Autos den Repperndorfer Berg als Abschussrampe nutzen, um ein wenig umherfliegen zu können. Sollte der Sprinter also tatsächlich...?
Nein, Sprinter haben so etwas nicht nötig. Über Rampen können sie nur lachen. Sie besitzen als Werkseinstellung einen eingebauten Flugmodus. Wenn sie nicht rasen, fliegen sie. Und so kommen sie an Stellen, an die sonst keiner gelangt, selbst hinter Leitplanken.
Wie Verstopfungen in Buchbrunn aussehen
Zur gleichen Zeit in Kitzingen. Nichts geht mehr. Die B8 nach Würzburg ist wegen eines Auffahrunfalls gesperrt. Wie so oft in jüngster Zeit. Umleitung über Buchbrunn. So sehen Verstopfungen aus. Zweifel, ob man jemals ankommen wird. Man steht herum, wird trübsinnig und beginnt, komische Dinge zu sehen. Zum Beispiel einen grünen Hahn auf einem Podest. Direkt am Ortseingang Buchbrunn.
Angeblich laufen sofort lachende Hühner herbei, wenn man sich vor den Hahn stellt und laut "Kikeriki" ruft. Was eine mögliche Eier-Knappheit an Ostern gar nicht erst aufkommen lässt.
Kitzingen sagt es durch die Blume
Zu bestaunen gab es diese Woche auch in Kitzingen einiges. Keine grünen Hähne, dafür aber 7000 Stiefmütterchen sowie je 500 Goldlack und Primeln. Über Nacht waren sie da. Wobei die fleißigen Stadtgärtner schon nachgeholfen haben. Außerdem werden bald 10.000 Blumenzwiebeln austreiben, die im Herbst gepflanzt wurden. Ab sofort kann man in Kitzingen also wieder alles durch die Blume sagen.
Beim Aufblühen und bei bestem Badewetter stellte sich die Frage, ob das jetzt der Frühlingsanfang war – oder schon der Start in den Sommer? 100 dröhnende Autos in der Luitpoldstraße können schon einen Sommer machen. Auch kehrten die ersten Rasenmäher aus dem Süden zurück. Erste Spargel-Buden schossen aus dem Boden. Gleichzeitig verschwanden 2622 Menschen. Schuld ist das Bayerische Landesamt für Statistik.
Dort hat man genau nachgerechnet – und siehe da: Statt wie angenommen bei 93.818 liegt die Einwohnerzahl im Landkreis bei 91.196. Natürlich gibt es eine Erklärung dafür, was mit den 2622 Verschwundenen passiert ist: Das ist ziemlich exakt die Zahl der Menschen, die immerzu im Dauerstau auf der B8 stehen. Und der Rest ist unterwegs, um endlich das Geheimnis der grünen Hähne zu lösen.