
Das Anwesen der ehemaligen Bäckerei Will an der Ecke Falterstraße/Rosenstraße, mitten in der Kitzinger Innenstadt, ist ein markantes Gebäude, nicht nur wegen des Glasbaus zur Rosenstraße hin. Drinnen wird seit einigen Wochen sicht- und hörbar gearbeitet.
Der Besitzer der Immobilie, der Kitzinger Unternehmer Frank Pfeuffer, lässt gerade das gesamte Haus umbauen und komplett sanieren. Darin sollen in naher Zukunft zehn Wohnungen auf drei Etagen mit einer Größe zwischen 55 und 85 Quadratmetern entstehen. Läuft alles normal, werden die Wohnungen im Frühjahr 2026 bezugsfertig sein, schätzt der Würzburger Architekt Martin Eckert.
Zu den Wohnungen kommt eine Gewerbeeinheit im Erdgeschoss mit 126 Quadratmetern genau dort, wo über Jahrzehnte Brötchen verkauft wurden und ein Café seinen Platz hatte, bis 2022 Schluss war. Dass im Anwesen laut der Vorgabe der Stadt ein Gewerbe untergebracht werden muss, ist für Frank Pfeuffer das Hauptproblem. Die Stadt bestehe darauf, weil das Gebäude in der Hauptachse liege, wie er beim Termin vor Ort erläutert.
Stadt schreibt Gewerbefläche im Erdgeschoss vor

Bisher habe er aber noch keinen Interessenten, deswegen bietet Pfeuffer jetzt die Flächen in den einschlägigen Internet-Portalen verstärkt an. Ein "maßgeschneiderter" Ausbau der Räume sei bei Abschluss eines langfristigen Mietvertrages möglich. Das Erdgeschoss könnte auch für eine Praxis oder ein Büro geeignet sein. Zusätzlich ließe sich die Fläche des noch stehenden Pavillons zur Rosenstraße hin gastronomisch nutzen. Der Glasbau soll verschwinden; darüber ist sich der Bauherr mit der Stadt aber noch nicht einig.

Überhaupt hatte sich Frank Pfeuffer die Sanierung einfacher vorgestellt: Beinahe ein Jahr habe er mit sich gerungen, wie er sagt, was mit dem einstigen Geburtshaus von Paul Eber geschehen solle. Eber war ein bedeutender Wissenschaftler und Theologe zur Zeit der Reformation; in Kitzingen ist eine Mittelschule nach ihm benannt.
Pfeuffer entschied sich für den vollständigen Umbau und die Sanierung des Gebäudes. "Es ist eine sehr große Maßnahme, auch finanziell. Ich habe lange hin und her überlegt und mich doch durchgerungen, dass ich es mache", sagt er.

Einen Neubau an gleicher Stelle zu errichten, wäre deutlich teurer gekommen. Zudem gelte von Seiten der Stadt die Prämisse, dass Erhalt vor Abriss und Neubau gehe. Außerdem kam hinzu, dass im Falle eines Abrisses das Abstützen der Nachbargebäude nötig geworden wäre – alles in allem ein ziemlich aufwendiges Unterfangen.
Gemeinsam mit dem Architekturbüro Eckert und Partner aus Würzburg entwickelte Pfeuffer sein Nutzungskonzept. Als das stand, reichte der Bauherr im Dezember 2023 den Bauantrag ein, der nach einigen Modifikationen im Mai dieses Jahres die Genehmigung bekam. "Eine echte Herausforderung", nennt der Besitzer den Punkt Brandschutz. "Das Gutachten, das wir erstellen mussten, umfasst 85 Seiten", erklärt Pfeuffer.
Die Backstube und die Sozialräume wurden abgerissen

Zunächst wurde als einer der ersten Schritte im Zuge des Umbaus die zur Rosenstraße hin direkt angrenzende ehemalige Backstube samt Sozialräumen abgerissen. Die damit frei gewordenen Flächen werden nicht wieder bebaut. Auf ihr entstehen unter anderem Stellplätze für Autos und Fahrräder. Das Gelände werde luftiger; auch der Pavillon an der Ecke werde zurückgebaut, berichtet der Bauherr. Die gewonnenen Quadratmeter ließen sich, so Frank Pfeuffer, von einem Mieter für Außengastronomie oder ähnliches nutzen.
Laufe alles nach Plan, werde das Haus bis Ende des Jahrs komplett entkernt sein, meint Architekt Eckert. "Wir wollen möglichst viel erhalten", sagt der Planer. Tonnen von Bauschutt, wurden bereits herausbefördert, mit der erforderlichen Vorsicht. Bimssteine und Unmengen von Sand und Schlacke, mit der früher aufgefüllt worden war, mussten raus. Unter dem Putz an den Wänden kommt an manchen Stellen sogar wieder das Fachwerk zum Vorschein.
Altbau mit moderner Heizungsanlage

Verschwinden wird die teilweise sehr kleinteilige Aufteilung der drei Stockwerke. Der innen liegende Wintergarten soll weg. Auch die schmale Treppe verschwindet.
Im Frühjahr soll zunächst das alte Dach samt Dachstuhl einem neuen weichen. Es folgt die Dämmung. "Dann fangen wir im Keller beim Fundament an und arbeiten uns nach oben", erklärt Architekt Eckert, der das Haus als "sehr anspruchsvolles Objekt", bezeichnet. Das Gebäude werde im Bestand energetisch saniert, es erhält ein Wärmeverbundsystem an der Fassade.

Beheizt wird es dann mit einer Wärmepumpe in einem Hybridsystem, das auch zentral Warmwasser bereite. Fotovoltaik auf dem Dach erlaube die Stadt lediglich auf der Nordseite, was unrentabel sei. Architekt und Bauherr sind überzeugt, dass das fertige Gebäude das Stadtbild aufwerten werde. Auch wenn dann nicht mehr viel an die ehemalige Bäckerei erinnert.