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Prichsenstadt
Bier trinken mit Markus Söder statt Haushaltsberatungen? Stadtratssitzung musste abgesagt werden
Als kurz vor Beginn der Prichsenstädter Stadtratssitzung die zehnte Entschuldigung kam, sagte René Schlehr diese ab. Was den Bürgermeister stutzig machte.
Blick auf das Rathaus (hinten Mitte) in Prichsenstadt, davor der Karlsbrunnen mit Alter Schmiede (rechts).
Foto: Guido Chuleck | Blick auf das Rathaus (hinten Mitte) in Prichsenstadt, davor der Karlsbrunnen mit Alter Schmiede (rechts).
Gerhard Krämer
 |  aktualisiert: 08.02.2024 11:13 Uhr

16 Stadträtinnen und Stadträte sitzen im Prichsenstädter Stadtrat, plus Bürgermeister sind das 17 Köpfe. Damit hätten am Donnerstagabend mindestens neun Mitglieder inklusive Bürgermeister anwesend sein müssen, damit der Stadtrat beschlussfähig gewesen wäre.

Krankheit, Urlaub oder Beruf seien die Gründe gewesen, die ihm genannt worden seien, sagte Bürgermeister René Schlehr gegenüber dieser Redaktion. Dass es dann am Ende zehn Entschuldigungen gegeben hat, stimmt den Bürgermeister nachdenklich. Die erste Entschuldigung sei seiner Erinnerung nach am Sonntag vor der dem Sitzungstag bei ihm eingegangen, die letzte so gegen 16.30 Uhr am Tag der Sitzung selbst.

Schild für mögliche Besucherinnen und Besucher aufgehängt

Damit hatten sich vier von sechs CSU-Ratsmitgliedern entschuldigt, alle drei Mitglieder der Lauber Wählerliste (LWL), die beiden Mitglieder der Stadelschwarzacher Ortsliste (STOL) und der Vertreter der Grünen. Von der Freie-Bürger-Gemeinschaft (FBG) hatte sich niemand entschuldigt.

Er habe die verbliebenen Sitzungsteilnehmer verständigt. Außen an der Türe des Rathauses habe er für mögliche Besucherinnen oder Besucher ein Schild hingehängt und auf den Ausfall der Sitzung verwiesen.

Drei Ratsmitglieder hatten um Verschiebung der Sitzung gebeten

Dass sich einmal fünf Mitglieder entschuldigen, könne er noch nachvollziehen. Aber gleich zehn – da wird Schlehr doch etwas stutzig. Zumal drei Ratsmitglieder im Vorfeld angefragt hätten, ob die Sitzung verschoben werden könne, weil zeitgleich Ministerpräsident Markus Söder beim "Politischen Ascherdonnerstag" in Wiesentheid sei.

Laut Schlehr sind die Sitzungstermine für 2023 allen Räten seit Ende vergangenen Jahres bekannt. Auch sei die Tagesordnung für die nun ausgefallene Sitzung keine unbedeutende. Auf der Tagesordnung stand in der Tat ein sehr wichtiger Punkt: die Genehmigung des Haushaltes 2023. Daneben hätte noch die Planung für die Außenanlagen für die Erweiterung des Hauses für Kinder in Prichsenstadt vorgestellt werden sollen. Zudem wäre es um den Stromliefervertrag für 2024 gegangen.

Wie es nun weitergeht, will Schlehr noch klären. Eventuell wird die Sitzung nachgeholt oder die Themen kommen in der nächsten regulären Sitzung am 16. März um 19 Uhr auf die Tagesordnung.

 
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  • S. M.
    Die selbsternannte Partei für Recht und Ordnung hat hier aber eine sehr lockere Pflichtauffassung.
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  • R. S.
    Wie wichtig ist der Haushaltsplan?
    Hätte der Stadtrat seine wichtigste Aufgabe, die Erstellung des Haushaltsplans für 2023, fristgerecht zum 30.11.2022 erledigt, wäre dieser Termindruck nicht entstanden und jeder der Stadträte hätte seinem privaten Vergnügen nachgehen können.

    "Art. 65 GO, Erlaß der Haushaltssatzung
    (1) Der Gemeinderat beschließt über die Haushaltssatzung samt ihren Anlagen in öffentlicher Sitzung.
    (2) Die Haushaltssatzung ist mit ihren Anlagen spätestens einen Monat vor Beginn des Haushaltsjahres der Rechtsaufsichtsbehörde vorzulegen. ..."

    Es ist schon auffallend, dass die Mehrzahl der Kommunen im Landkreis bis heute noch keinen Haushalt beschlossen hat. Wie sollen unter solchen Umständen z. B. Investitionen zeitgerecht geplant und ausgeführt werden?
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  • M. S.
    Da braucht niemand mehr auf Jugendliche zu schimpfen wenn selbst bei erfahrenen, erwachsenen CSU-Ratsherren der Spaß vor der Arbeit kommt.
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  • H. S.
    Kann schon verstehen das Herr Schlehr da etwas verärgert ist, wenn selbst der Vertreter der Grünen lieber zum Söder nach Wiesentheid geht und er als CSUler nicht hin kann weil er die Sitzung leiten muß zwinkern
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  • D. B.
    Herr Schlehr ist aus der CSU ausgetreten.
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  • E. H.
    typisch für die Mia san mia - Södergetreuen. Man sollte diese Leute mal fragen, ob sie von den Bürgern gewählt worden sind um die Belange der Ortschaft zu vertreten, oder um ihren Parteichef zu huldigen ??
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  • E. K.
    Sehr gut.
    Prichsenstadt wird den Ausnahmezustand überleben, genau so wie die Würzburger, als Michael Jackson ein Konzert gegeben hat.
    Unser Maggus ist nunmal ein politischer Superstar, der dem bayerischen Volk besser aufs Maul schaut, als jeder Zahnarzt.
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