
Möglichst viele Grundstücke und möglichst wenig Verkehrsflächen: Dieses Ziel für das neue Obervolkacher Baugebiet "An der Michaeliskapelle" bleibt bestehen. Der Volkacher Stadtrat hat am Montagabend bei seiner Sitzung in der Mainschleifenhalle beschlossen, die bisherige Planung ohne eigene Ausfahrt auf die Kreisstraße (KT 33) Richtung Gaibach voranzubringen. Anwohner hatten sich für diese Variante ausgesprochen und Unterschriften gesammelt, aus Sorge um mehr Verkehr in der Landsknechtstraße.
Die Planer Andreas Fischer und Klaus Neisser sprachen sich ebenso für das ursprüngliche Konzept aus, auch wenn sie in der Sitzung eine mögliche Alternative mit Ausfahrt vorstellten. "Der Landkreis ist auch nicht so begeistert von der Variante", erläuterte Fischer dazu. Dafür sei mehr Grunderwerb nötig, die Kosten steigen, es gebe weniger Bauplätze und man bekomme Durchgangsverkehr ins neue Wohngebiet. Dahingegen sei die Anzahl der Fahrzeuge in den Zufahrtsstraßen vertretbar – auch mit rund 30 Häusern mehr.
Kanalisation ist bereits überlastet
Das Problem der Entwässerung soll durch eine Trennung von Schmutzwasser und Regenwasser gelöst werden. Der Planer räumte ein, dass die Kanalisation im Ort teilweise schon überlastet sei, "aber wir verschlechtern an der Situation nichts". Am Rand des Baugebiets sei ein Regenrückhaltebecken vorgesehen. Das fange das Wasser von oben auf, um es dann gedrosselt weiterzuleiten. "In der Volkach haben wir dann nicht mehr Wasser als jetzt schon", versprach Fischer.
In der anschließenden Diskussion verwiesen mehrere Stadtratsmitglieder auf die hohe Nachfrage nach Bauland und die Notwendigkeit, das Baugebiet so schnell wie möglich zu erschließen. Den Grünen ging es ein wenig zu schnell, ihnen fehlte ein Klimaschutzkonzept. Nur die Schottergärten zu verbieten, sei zu wenig. Zudem sei "der Fokus zu stark auf das Einfamilienhaus", kritisierte Fraktionssprecherin Andrea Rauch. Moritz Hornung regte die Einbindung eines Energieberaters an: "Wir tun was fürs Klima und sparen allen noch Geld." Doch der Antrag der Grünen auf eine Verschiebung fand keine Mehrheit.
Baukosten steigen stark an
Stephan Dinkel (CSU) brachte auf den Punkt, was mehrere Stadträte angesichts stark steigender Baukosten ähnlich geäußert hatten: "Wir brauchen dieses Baugebiet jetzt, wir sollten es nicht weiter verzögern." Mehrfach zur Sprache gekommen war zudem die Einbindung der Anwohner, von der Bürgerversammlung im Herbst bis zum Bürgertreff vor Ort in Obervolkach vergangene Woche. "Die Bedenken der Anlieger haben wir aufgegriffen", betonte Bürgermeister Heiko Bäuerlein (CSU). Für den gestiegenen Verkehr wolle man durch die Dorferneuerung eine Lösung finden, kündigte Obervolkachs Ortssprecherin Gerlinde Martin an. Lieber noch früher möchte Cengiz Zarbo (FWG) das erreichen: Es brauche schnell ein Konzept, um die die Landsknecht- und Michaelisstraße zu entschleunigen.
Vom Ursprungsplan abweichen wird die Lage der Mehrfamilienhäuser, die einen größeren Abstand zur Michaelisstraße bekommen sollen. Auch das war ein von Anwohnern kritisierter Punkt. Nun kann es im sogenannten beschleunigten Verfahren weitergehen. Das bedeutet, dass die Pläne zügig öffentlich ausgelegt werden sollen und die Träger öffentlicher Belange wie Behörden, Energieversorger und Umweltverbände dazu Stellung nehmen. Doch selbst mit der Schnellversion brauchen die Häuslebauer noch Geduld. Von zweieinhalb Jahren bis die ersten Häuser gebaut werden, sprach der Bürgermeister in der Sitzung.