Gumbrecht: Ja. Die war zwar etwas plattfüßig, aber es war das, was ein Präsident bei seiner ersten Rede in beiden Häusern sagt: Dass die Nation gespalten ist, dass man Einheit will, dass die Republikaner und Demokraten sich nicht andauernd schachmatt setzen sollen. Das war alles ganz richtig. Nur können Sie daraus keine Schlüsse ziehen. Zu sagen, wie es ja auch viele Kommentatoren in Europa getan haben, ah, jetzt wird Trump endlich doch noch ein Präsident – nein. Das war kein positiver Wendepunkt, Was ja schon die Twitternachricht am Wochenende über Obama und die Abhörungen belegte. Ich stelle mir das so vor: Er wacht sehr früh auf, rennt im Bademantel wie ein Derwisch durch die Gänge des Weißen Hauses und nachdem er auf dem Klo war, twittert er. Was er twittert, ist nicht vorauszusehen. Aber es soll immer maximale Resonanz erzeugen.
WÜRZBURG
Gumbrecht über Trump: „Selbst das Positive ist nur zufällig“
Gespräch über Donald Trump: Hans Ulrich Gumbrecht, gebürtiger Würzburger und Literaturwissenschaftler in Stanford, hat sich vorgenommen, den US-Präsidenten genau zu beobachten. Sein erstes Fazit: „Chaotisch“.
Das zweite Beispiel? Die gelobte Rede vor dem Kongress vor einer Woche?
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