Der ASV Rimpar kommt in der Fußball-Landesliga Nordwest nicht so recht vom Fleck. Zwar kann man das 2:2 (1:0) vom Sonntagnachmittag gegen den Tabellenfünften Aschaffenburg-Leider als Punktgewinn sehen, doch der einzig verbliebene Landesligist aus dem Spielkreis Würzburg muss weiterhin um den Verbleib in der sechsten Liga zittern, denn nach 22 Spieltagen haben die Rimparer nur 25 Punkte auf dem Konto, zwei mehr als Mönchröden auf dem Relegationsplatz.
"Definitiv, wir haben nicht genug Punkte", bestätigte Trainer Claudiu Bozesan. Seit fast zwei Monaten ist der ehemalige rumänische Erstliga-Kicker, der bis zum Sommer noch den Bayernligisten TSV Abtswind trainierte, nun als Nachfolger von Henry Stenzinger und Marcel Heck im Amt. Mit der Entwicklung ist der Ex-Profi nicht zufrieden, weil seinem Team die Konstanz fehlt, mal über 90 Minuten eine gute Leistung zu zeigen.
Rimpar durch Kopfbälle gefährlich
Am Sonntag gelang das beispielsweise nur in der ersten Stunde. Auf dem Rimparer Kunstrasenplatz entwickelte sich ein Spiel, das von Zweikämpfen und vielen Kopfballduellen geprägt war. Bezeichnend gleich die erste Szene, als nach dem Anstoß Louis Reinhart einen langen Flugball auf Sandro Kramosch spielte, der mit seinem Kopf gegen den Kopf eines Gegenspielers stieß. Beide blieben zunächst verletzt liegen, konnten nach einer kurzen Behandlung aber weitermachen.
Die Gastgeber betrieben das Spiel in der ersten Halbzeit deutlich aktiver und kamen auch durch drei Kopfbälle zu Chancen. Zunächst war es Innenverteidiger Louis Reinhart nach einer Ecke, dann Lukas Behringer nach einer perfekt getimten Flanke von Tim Budemann und schließlich Christian Kuhn, der fast artistisch den Ball von der Strafraumkante über den Gästekeeper heben wollte, aber knapp scheiterte.
Helds Schuss möglicherweise hinter der Linie
Die beste Chance der ersten Halbzeit hatte aber Stürmer Vincent Held, als er nach einem Ballgewinn von Behringer im Strafraum am glänzend reagierenden Aschaffenburger Keeper scheiterte. Der Ball prallte nach dessen Parade noch an den Innenpfosten und möglicherweise sogar ins Tor, doch das Schiedsrichtertrio entschied, dass die Rettungsaktion des zurückgeeilten Keepers noch rechtzeitig kam. Da auch der Einsatz von Behringer bei der Balleroberung zumindest grenzwertig war, war es vielleicht eine gerechte Entscheidung.
Der Führungstreffer des ASV vor der Pause war dann, wie so häufig auf engen Kunstrasenplätzen, ein ziemliches Zufallsprodukt. Nach einer abgewehrten Ecke probierte es Kramosch aus der Distanz. Der abgefälschte Ball landete vor den Füßen von Sven Kemmerzell, der am schnellsten schaltete und zur Führung traf. Dass die Rimparer nachdem Sven Burkard aus 30 Metern Distanz ein Traumtor erzielt hatte, mit 2:0 führten, nicht dreifach punkteten, war dem von Bozesan angesprochenen Einbruch nach 60 Minuten geschuldet.
"Ich hoffe, wir können uns diese Konstanz erarbeiten, wenn wir eine sechswöchige Vorbereitung haben", meinte er und fügte hinzu, dass es auch manchmal eine Frage der Qualität sei. So leiste sich seine Mannschaft zu viele individuelle Fehler, wie auch vor beiden Gegentoren und zu viele Ballverluste gerade im Spiel nach vorne.
Fußball: Landesliga Nordwest, Männer
ASV Rimpar – TuS Aschaffenburg-Leider 2:2 (1:0)
Rimpar: Michel – Budemann, Reinhart, Hagen, Burkard (60. Weisenseel) – Kuhn (79. Flores Vega), Kemmerzell, Wiederer, S. Kramosch – Held (79. Loew), Behringer (87. Göbel).
Aschaffenburg: Pfaff – Matko (70. Kiesel), Schäfer, Eckstein – Philipp, Kulla, Sauerwein, Bolze (82. Zschirpe), Trasoruk, – Bußmann, Kellner.
Schiedsrichter: Marcel Geuß (Sylbach). Zuschauende: 80. Tore: 1:0 Sven Kemmerzell (39.), 2:0 Sven Burkad (50.), 2:1 Sven Bolze (53.), 2:2 Bastian Kiesel (73.).