
Die seit zwei Jahren für die LG Main-Spessart startende Würzburger Medizinstudentin Viviane Heilmann bringt es auf einen einfachen Nenner: "Gewinnen im Team, das macht einfach mehr Spaß!" Die Sprinterin mit Langsprint- und Langhürden-Erfahrung als Jugendliche und Juniorin im Trikot des TV/DJK Hammelburg, des SC Magdeburg und der Nationalmannschaft freut sich deshalb auf die bayerischen Langstaffelmeisterschaften, die die LG Main-Spessart am Sonntag, 6. April, in Marktheidenfeld ausrichtet: "Staffel ist immer etwas Besonderes, man läuft nicht alleine, sondern wir laufen zusammen", wird Heilmann in einer Mitteilung ihres Vereins zitiert.
Nach dem bayerischen Titelgewinn im Vorjahr ist die 4-x-400 Meter-Mixed-Staffel der LG auch diesmal favorisiert, wenngleich die Vorzeichen andere sind als 2024 in Unterschleißheim. "Wir laufen dieses Mal in einer komplett anderen Besetzung. Und zu dem sehr frühen Zeitpunkt Anfang April ist es schwer, Prognosen abzugeben", schätzt Heilmann die Chancen für eine Titelverteidigung als schwer kalkulierbar ein. "Wenn jeder sein Bestes gibt, haben wir auf jeden Fall gute Chancen, in die Medaillenränge reinzulaufen. Ob es für Gold reicht, entscheidet sich am Sonntag.“ Dazu müssen sie sowie ihre Teamkollegen Jonas Babinsky, Elisa Eich und Fabian Ehehalt vor allem das mitfavorisierte Quartett des TSV Gräfelfing auf Distanz halten
Für den Startschuss der diesjährigen Leichtathletik-Freiluftsaison auf Landesebene in Marktheidenfeld wäre ein erfolgreiches Abschneiden der Mixed-Staffel für die ausrichtende LG Main-Spessart ein Auftakt nach Maß. Denn die Titelkämpfe starten um 11.50 Uhr im Stadion am Äußeren Ring genau mit den Mixed-Staffeln. "Eine Medaille oder gar der Titelgewinn würden unseren gesamten Sportlern und unseren insgesamt zwölf startenden Staffeln natürlich einen besonderen Kick geben", so LG-Chef Alfred Maasz zu den bis 16 Uhr andauernden Wettkämpfen.
Ein Erfolgsrezept
Gehören doch gute Staffelresultate quasi zur DNA der erfolgreichsten unterfränkischen Leichtathletikgemeinschaft der vergangenen Jahre. Aus einem Pool von rund 30 aktiven Teilnehmerinnen und Teilnehmern an nahezu jeder bayerischen Meisterschaft lassen sich in der Regel immer aussichtsreiche MSP-Staffel-Teams bilden. "Als ländlich strukturierte LG sind Staffeln für uns enorm wichtig, weil wir damit viele Sportlerinnen und Sportler aus der zweiten und dritten Reihe binden können", nennt Maasz das Erfolgsrezept.
Für Viviane Heilmann sind Erfolge mit den LG-Staffelkolleginnen und -kollegen ohnehin eine Art Comeback. Denn nach ihrem abrupten Karriereende 2021/22 in Magdeburg trainiert sie seit 2024 in Würzburg unter Trainer Bernhard Schäfers wieder mit Spaß und vor allem wegen des Staffellaufs. "Ich habe damals vor allem wegen den Staffelmöglichkeiten wieder angefangen und Blut geleckt", so die 23-Jährige. Der bayerische 4-x-100 Meter-Titel mit Maria Heuft, Johanna Büchs und Sina Stein sowie der zehnte Platz bei der deutschen Meisterschaft waren 2024 erste zählbare Erfolge.
Prägendes Erlebnis
Wie prägend Staffelergebnisse in der vermeintlichen Individualsportart Leichtathletik sein können, davon weiß die angehende Medizinerin Viviane Heilmann aber auch ein unschönes Lied zu singen, wenn sie sich an ihre eigene U20-Europameisterschaft erinnert: Obwohl sie auf dem Papier die viertschnellste Läuferin gewesen sei, habe sie im Finale nicht über 4 x 400 Meter für Deutschland starten dürfen, "weil es persönliche Differenzen zwischen den Disziplin-Bundestrainern gab. Das ist mein prägendstes Erlebnis in der Leichtathletik bis heute." Und sie bekennt: "Das hat mich lange beschäftigt und ärgert mich heute noch ab und zu."