Sportlich gesehen war der Hauptlauf über zehn Kilometer beim 23. Lebkuchenlauf des Laufteams der Turngemeinde Kitzingen fest in Würzburger und Ochsenfurter Hand. Platz eins und drei bei den Männern sowie die ersten fünf Plätze bei den Frauen gingen an Sportler und Sportlerinnen aus Würzburg.
Dass die Profi-Triathletin und Hawaii-Starterin Laura Zimmermann vom SV Würzburg 05 als mehrfache Siegerin des Kitzinger Lebkuchenlaufs auch die 23. Auflage des Breitensportlaufs gewinnen würde, stand am Veranstaltungstag selbst außer Frage. Noch am Samstag war jedoch nicht klar, dass sie überhaupt teilnehmen würde. Sie startete spontan und müsste dafür erst ihren Trainer überzeugen. Für die 32-Jährige war der Lauf eine Trainingseinheit.
Neue Gesichter stehen bei den Männern auf dem Siegerpodest
Wie stark Zimmermann auftrat, zeigte Platz elf in der Gesamtwertung, womit sie die meisten Männer hinter sich ließ. Sie führte auf dem ersten Drittel der Strecke das Feld vor Delia Schmitt an, die aber in der zweiten Runde Eleisa Haag vorbeiziehen lassen musste. "Ich bin zwar in der Schlussrunde noch rangekommen, doch es hat nicht ganz gereicht", sagte Schmitt.
Bei den Männern standen ausnahmslos neue Gesichter auf dem Siegerpodest – nicht nur Sieger Gabriel Lautenschlager vom Absolute Run Club in Würzburg feierte hier seine Premiere. Exakt 40 Sekunden nach ihm folgte Theodor Schell aus Höchststadt als Zweiter, vor dem Tauberbischofsheimer Philipp Karpeles, ein Teamkollege Lautenschlagers.
Zweieinhalb Runden lang war Schell dem Sieger noch auf den Fersen gewesen, doch Lautenschlager zog sein Tempo durch. Karpeles war mit Rang drei zufrieden: "Den musste ich gegen meine Verfolger hart erarbeiten." Mit vier Läufern in den Top Ten vertreten war der TV Ochsenfurt mit einem Quartett um Dominik Karl auf den Plätzen sechs bis neun.
Rund ein Drittel weniger Läuferinnen und Läufer bei Breitensportläufen
Routiniert organisierte das Laufteam der TG Kitzingen die Veranstaltung. Das Problem kleinerer Klubs, nicht genügend Helferinnen und Helfer zu finden, stellt sich hier nicht. Kenner der Laufszene stellen fest, dass sich rund ein Drittel weniger Läuferinnen und Läufer bei Breitensportläufen anmelden. "Ich bin besorgt, wie sich die Lauflandschaft in den nächsten Monaten und Jahren entwickeln wird", sagt Laufszene-Kenner Günther Felbinger aus Gemünden.
Vor allem die Hobby- und Freizeitläufer würden bei den Läufen fehlen, stellt der Leiter des Leichtathletik-Stützpunktes Main-Spessart in Karlstadt fest. Den Veranstaltungen treu geblieben sei die Gruppe der "klassischen Zeit-Läufer, die von Lauf zu Lauf tingeln".
Mit 217 Teilnehmenden war im Hauptlauf nicht einmal die Hälfte der maximal 500 vorgegebenen Startplätze besetzt. In den letzten beiden Jahren, 2018 und 2019, bevor das Coronavirus ab Anfang 2020 die Welt heimsuchte, waren es 404 und 368. Felbinger vermutet einerseits eine noch anhaltende Zurückhaltung vor größeren Veranstaltungen, andererseits habe sich möglicherweise auch hier das Interesse zuungunsten des Sports verlagert.
Nur mit einem Sponsor können die Fixkosten noch gedeckt werden
Laufteam-Abteilungsleiter Sebastian Apfelbacher wollte aber nach den in den vergangenen Wochen trotz Werbung nur schleppend eingegangenen Anmeldungen am Veranstaltungstag zufrieden sein. An den Wettbewerben – zwei Schülerläufe, Hobbylauf über fünf und Hauptlauf über zehn Kilometer – nahmen zusammen rund 450 Läuferinnen und Läufer teil.
Was die Kitzinger Organisatoren weit mehr beschäftigt, sind die Kosten. Diese zu decken, wird bei geringeren Teilnehmerzahlen zunehmend schwieriger. So kostet die automatische Zeitmessung alleine 1200 Euro. Auch die Betreuung durch das Rote Kreuz sei nicht mehr kostenlos. "Wenn wir nicht einen großen Sponsor hätten, könnten wir unsere Fixkosten nicht mehr abdecken", sagt Apfelbacher. Deshalb sei es zu überlegen, ob kleine Veranstalter die schnelle Ergebnis-Meldung im Internet überhaupt noch anbieten könnten.
Darüber werden sie wohl auch beim TV Ochsenfurt nachdenken. Am 4. Dezember richtet der laufbegeisterte Verein zum 40. Mal den Nikolauslauf aus, die Anmeldung ist bereits möglich. In Kitzingen holte er sich den Sonderpreis für die mit 23 Teilnehmenden größte Gruppe ab.
Alle Ergebnisse zum 23. Lebkuchenlauf im Internet unter www.sas-online.net