Die Vorzeichen hätten für das bisherige Fußball-Landesliga-Tabellenschlusslicht FC Sand kaum schlechter sein können: Ohne elf Mann musste die Truppe um Spielertrainer Maximilian Zang im heimischen Seestadion gegen den SV Friesen, gegen den es im Hinspiel eine heftige 1:8-Schlape gesetzt hatte, diesmal ran. Nach dem 4:2 durfte sich die Zang-Elf über drei Punkte freuen – und darüber, die rote Laterne an die TG Höchberg weitergegeben zu haben.
Im ersten Durchgang konnte Sand allerdings noch nicht an seine über weite Strecken starke Leistungen gegen die Spitzenteams aus Fuchsstadt (0:2) und Schwebenried/Schwemmelsbach (2:4) anknüpfen. Kurz nach Anpfiff hatte der SV Friesen, der aus den letzten acht Spielen nur sieben Punkte holte, durch Thomas Gerold gleich die Chance auf die Führung. FC-Keeper Nils Nigbur parierte stark. Die erste bessere Sander Chance hatte Fabio Herrmann mit einem abgefälschten Distanzschuss, der knapp vorbei ging (21.). Nach 25 Minuten brachte Tobias Burger die Heimelf nach einer Vorlage von Christian Knoblach etwas unverhofft in Führung. Der Gast aus Oberfranken reagierte mit einem Doppelschlag vor der Pause. Gerold sorgte auf Zuspiel von Louis Bachinger erst für das 1:1 (32.) und vier Minuten später für das 1:2.
Friesen drückt auf die Vorentscheidung und wird vom FC Sand bestraft
Nach dem Seitenwechsel drückte Friesen zunächst auf die Vorentscheidung. Sands Keeper Nigbur verhinderte Gegentreffer Nummer drei – mit Paraden gegen Noah Schorn und Louis Bachinger zum Start der zweiten Hälfte. Nach etwas mehr als einer Stunde nahm die Partie vor 125 Zuschauenden eine unerwartete Wendung, als Schiedsrichter Peter Haas den Friesener Innenverteidiger Maximilian Gräf mit Gelb-Rot vom Feld schickte. Die Korbmacher-Elf nutzte die Überzahl und drückte offensiv nun mit viel Wucht auf den Ausgleich. Lange sah es aber so aus, als würde das Sander Anrennen zu nichts führen.
Der Friesener Schlussmann Tobias Bauerschmidt sorgte dafür, dass die Zeichen auf drei Punkte für die Gäste standen. Bis es dann in der Schlussphase aus Sander Sicht furios zuging: Tobias Düring drückte nach Flanke von André Lörzer den Ball zum 2:2-Ausgleich über die Linie. Die Friesener Reaktion – in Form der Chance von Tim Hergenröther, scheiterte an FC-Torhüter Nigbur. In der Nachspielzeit schlug dann die Stunde des eingewechselten Pit Panzer, der mit einem Doppelpack für den 4:2-Sieg des FC Sand sorgte.
Bei seinem zweiten Treffer sprintete er spektakulär vom eigenen Sechzehner unaufhaltsam los in Richtung gegnerisches Tor. Peter Reichel, Trainer des SV Friesen, haderte hinterher mit der Schiedsrichterentscheidung bei der Gelb-Roten Karte, aber auch mit dem Umgang seiner Elf mit der Führung in Unterzahl. "Die zweite Halbzeit war top", freute sich der Sander Spielertrainer Zang, der sich durch den Erfolg bestätigt fühlt, dass der Bayernliga-Absteiger sich jetzt auf dem richtigen Weg befindet.