
Die Sanierung der Brücke von Sommerhausen nach Winterhausen und die Umsetzung des Kreisverkehrs in Winterhausen von einem Provisorium zu einer Dauerlösung wird doch nicht so schnell kommen, wie ursprünglich gedacht. Dies wurde in der Gemeinderatssitzung in Winterhausen deutlich. Geplant war, die genannten Arbeiten, die in die Zuständigkeit des Landkreises fallen, noch dieses Jahr zu beginnen. Doch eine Kanaluntersuchung habe ergeben, dass zunächst eine Kanalerneuerung durchgeführt werden müsse. Für die Gemeinde Winterhausen bedeutet dies, nun die Vorbereitungen für die Brückensanierung anzugehen und die nötigen Aufgaben schnellstmöglich zu lösen. Robert Rapp vom Ingenieurbüro Köhl machte es noch mal deutlicher: "Wir müssen heuer noch fertig werden, am besten bis Ende Oktober."
Rapp stellte dem Gemeinderat die Pläne für die Vorbereitungsmaßnahmen vor. Die Wasserleitungen seien mittlerweile über 100 Jahre alt und im Bereich des Kreisverkehrs müsse der Kanal erneuert und an der Heidingsfelder Straße aufdimensioniert werden.
Keine komplette Vollsperrung geplant
Eine komplette Vollsperrung sei wohl nicht notwendig, aber zumindest einzelne Zuwege müssten während der Maßnahme immer wieder gesperrt werden. Der Zugang zum Kindergarten sei aus einer Richtung aber jederzeit gegeben, erläutert Rapp auf Nachfrage aus dem Gemeinderat. Eltern müssten sich gegebenenfalls jedoch auf einen Umweg einstellen. Er rechne mit vier Monaten Dauer für die Umsetzung, die sich auf circa 440.000 Euro beziffern lässt. Die Beauftragung des Ingenieurbüros wurde einstimmig beschlossen.
Ein weiterer möglicher Invest von 136.000 Euro (brutto) für die Inwertsetzung der Mainlände mit historischem Fähranleger brachte dann eine gewisse Unruhe ins Gremium. So bat Markus Schäfer etwa darum: "Können wir mal über die finanzielle Situation in Winterhausen reden? Da kommt mittlerweile einiges zusammen, wenn ich auch an den Kindergarten denke." Sandro Nese pflichtet ihm bei und fasste das leichte Unbehagen wohl für alle Gemeinderäte zusammen: "Ich bin für die Maßnahme, aber wir sollten bei allen anderen Projekten darüber nachdenken, ob wir wirklich investieren". Er nannte als Beispiel den Dorftreff im ehemaligen Sparkassen-Gebäude.
Frühestens 2026 geht es mit der Mainlände los
Die angedachte Wiederherstellung der Mainlände mit einem historischen Fähranleger sei schon seit fünf Jahren in der Diskussion und auch in der Haushaltsplanung enthalten, entgegnete Bürgermeister Christian Luksch. Durch ein Förderprogramm der EU seien 60 Prozent des Nettobetrages förderfähig. Dies erspare der Gemeinde etwa 60.000 Euro. Die Unterlagen seien sehr aufwändig vorbereitet und bereits einem Lenkungskreis vorgestellt worden, der die Maßnahme als förderwürdig einstufte. Das Gremium beschloss mit einer Gegenstimme, die Fördermittel bei der EU zu beantragen. Ab Antragstellung dauere es üblicherweise sechs Monate bis zu einem Bescheid. Mit der Umsetzung sei also frühestens 2026 zu rechnen, so Luksch.

Eine weitere Fördermöglichkeit für Projekte könnte zukünftig die Städtebauförderung darstellen. Bisher hieß es, dass Winterhausen dafür zu klein sei. Auch die Gemeinde hätte zugegebenermaßen keine wirklichen Projekte auf der Agenda. Allein die diskutierten Maßnahmen, wie zum Beispiel die Mainlände, würden aber schon zeigen, dass sich die Situation geändert habe. Projektideen gäbe es mittlerweile ausreichend und auch die Nachbargemeinde Sommerhausen sei bereits in der Städtebauförderung. So will man in Winterhausen nun einen Versuch unternehmen, auch aufgenommen zu werden. Hierfür seien ein Expose und die Entwicklung eines innerstädtischen Entwicklungskonzeptes (kurz ISEK) notwendig. Das Vorhaben traf auf breite Zustimmung der Gemeinderäte.