
Plastik ist allgegenwärtig – in unseren Haushalten, in der Natur und leider auch in den Ozeanen. Die steigende Umweltbelastung durch Plastikmüll zeigt, wie dringend nachhaltige Lösungen gebraucht werden. Mit der "Woche ohne Plastik" setzt die Phillipuskirche in Eisingen ein Zeichen für mehr Bewusstsein und einen bewussteren Umgang mit Ressourcen.
Wer organisiert die "Woche ohne Plastik" und wie ist die Idee dazu entstanden?
"Eine Woche ohne Plastik" wird hauptsächlich von ehrenamtlichen Mitgliedern des Umwelt-Teams der evangelischen Philippuskirche in Eisingen organisiert. Die Aktionswoche findet vom 30. März bis zum 6. April statt. "Den Anstoß gab die Organisation Mission EineWelt", sagt Heinrich Kilian vom Umwelt-Team der evangelischen Gemeinde. Mission EineWelt richtet sich mit ihrer Initiative an Einzelpersonen, Familien, Vereine, Gruppen, Schulen und Kirchengemeinden. Inspiriert durch die Aktion entwickelte das Umwelt-Team gemeinsam mit der Gemeinde ein Konzept für die Woche. "Wir sind gespannt, ob unser Angebot angenommen wird", so Kilian.

Welche Veranstaltungen sind während der Aktionswoche geplant und wie können Menschen daran teilnehmen?
Um den Einstieg ins Thema zu erleichtern, beginnt die Initiative bereits am 25. März mit einem Vortrag von Nadine Schubert zum Thema "Besser leben ohne Plastik". Die Autorin beschäftigt sich schon länger mit dem Thema der Plastikvermeidung.
Offiziell startet die Aktionswoche am 30. März mit einem Schöpfungsgottesdienst. "Im Anschluss an den Gottesdienst laden wir alle Interessierten zu einem Kirchencafe ein, um sich auszutauschen", sagt Kilian. Zudem würden die Teilnehmenden kleine Hefte bekommen, in denen sie ihre Beobachtungen während der Woche festhalten können. "Zum Beispiel können Erfahrungen wie das plastikfreie Einkaufen über die Woche gesammelt werden", sagt Kilian.
Kinder werden vor allem über die Grundschule Eisingen-Waldbrunn einbezogen, die sich aktiv an der Aktion beteiligt. "Alle Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse nehmen an einer Mitmachaktion von Nadine Schubert teil", sagt Kilian. Zusätzlich gibt es am Donnerstag, 3. April, eine offene Kindergruppe der Kirchenmäuse, die von 16 bis 17 Uhr für Kinder der ersten bis vierten Klasse mit Bastelaktionen zum Mitmachen anregen. Alles unter dem Motto: Plastik reduzieren.
Was soll mit der Aktion erreicht werden?
"Auch mir fällt es nicht immer leicht, meine eigenen Ziele zur Plastikvermeidung konsequent umzusetzen", sagt Kilian. Daher möchte die Gemeinde vor allem ein Bewusstsein bei den Menschen wecken. Kilian ist dabei wichtig: "Wir wollen nicht mit erhobenem Zeigefinger auftreten. Wir wollen anregen, dass die Menschen bewusst auf ihr eigenes Verhalten schauen. Jeder soll für sich selbst überlegen, wo er seinen Plastikkonsum reduzieren kann. Vermeiden kann man es nicht. Aber jeder Schritt ist ein Weg in die richtige Richtung", so Kilian.
Wie steht die Aktionswoche im Zusammenhang mit der Kirche und dem Glauben?
"Die Bewahrung der Schöpfung ist eine zentrale theologische Aufgabe unserer Gemeinde", sagt Kilian. Dabei spiele es keine Rolle, ob es um Energie, Abfall oder nachhaltigen Konsum gehe. "Gott hat uns Menschen diesen Auftrag gegeben", ergänzt Pfarrerin Kirsten Müller-Oldenburg. "In unserer Gemeinde nehmen wir dieses Thema sehr ernst und setzen uns aktiv dafür ein." Auch jetzt schon würde die Gemeinde einen Blick auf das Thema Nachhaltigkeit haben. Für ihr Engagement hat die Kirche im Jahr 2021 erneut die Zertifizierung "Grüner Gockel" bekommen und damit eine Auszeichnung für ein ökologisch nachhaltiges Handeln. Für Müller-Oldenburg ist die "Woche ohne Plastik" ein konkreter Beitrag der Kirche zur Gesellschaft: "Wir wollen unseren Glauben leben und Gutes tun in der Welt."