Zum Artikel "Kritik von der CSU-Basis" vom 21. März erreichte die Redaktion folgende Zuschrift.
Herzlichen Dank an die Main-Post für diesen aufschlussreichen Artikel. Danach geht die Bayerische Gemeindeordnung davon aus, dass Öffentlichkeit und Ratsmitglieder die Stadt vor einer Vetternwirtschaft schützen. Aber in Würzburg haben Teile dieses "Schutzpatrons" Angst davor, sich öffentlich darüber zu äußern, dass Ehemann und Ehefrau Roth/Jörg ihre „Macht am Lengfelder Küchentisch“ bei Interessenskonflikten missbrauchen könnten: Der eine fürchtet sich davor, dass „die da oben“ nichts Negatives hören wollen; ein zweiter, dass er als „Nestbeschmutzer“ diffamiert werden könnte, und ein dritter schließlich, dass sein „Geschäft darunter leiden“ würde. So weit ist es also gekommen!
Aber es gibt auch Stimmen – vor allem die eigenen von Ehemann und Ehefrau Roth/Jörg – die beschwichtigen. Dabei fehlt es nicht an abstrusen Begründungen – beide seien „starke Persönlichkeiten“ (was hat das damit zu tun?), er habe keine Hemmungen sie zu kritisieren (anders als seine in dem Artikel zitierten Parteifreunde), und schließlich sogar, dass die Ehefrau (heute!) nicht am Unternehmen des Ehemanns beteiligt sei (obwohl doch klar ist, dass ein Vermögen jederzeit auf Ehepartner oder Kinder übertragbar ist).
Die Gefahr, die von einer Ämterhäufung ausgeht, wird kaum dadurch gemildert, dass ein Betroffener im Licht der Öffentlichkeit aus einer Sitzung herausgeht. Vielmehr entsteht die Gefahr im Dunkeln, zum Beispiel wenn man bei informellen Gesprächen Insiderinformationen aufsammeln und dann am Küchentisch verarbeiten kann. Warum verzichtet der Ehemann nicht auf sämtliche Ämter im Stadtrat und in seiner Partei, falls die Ehefrau tatsächlich ins Bürgermeisteramt gewählt werden sollte? Ansonsten würde man nicht nur den zu erwartenden öffentlichen Druck in Kauf nehmen, sondern auch die daraus resultierende Angreifbarkeit.
Zum Glück reden die Bürger/innen mit: sie können die Bayerische Gemeindeordnung beim Wort nehmen und dafür sorgen, dass die Vetternwirtschaft tatsächlich verhindert wird. Würzburg hat die Wahl!
Reinhard Seibold,
97074 Würzburg