
Eigentlich wollte sich Michael Werner, Bürgermeister von Bad Neustadt und seines Zeichens Herschfelder, am 1. Mai gegen sechs Uhr morgens nur einen Kaffee machen. Dann fiel ihm das Malheur auf, das sich in der Nacht vor seinem Küchenfenster zugetragen hat: Irgendjemand hatte den Maibaum des Stadtteils umgesägt. Getroffen hat es im Landkreis Rhön-Grabfeld aber nicht nur Herschfeld. Auch in einem Nachbardorf und einem weiteren Bad Neustädter Stadtteil wurden jeweils die Maibäume gekappt.
In Herschfeld machte Werner kurzerhand ein Foto des gefällten Maibaums und schickte es in die Feuerwehr-WhatsApp-Gruppe mit dem Beisatz "Schande wurde unserem Dorf angetan", wie der Bürgermeister selbst berichtete. Es habe nicht lange gedauert, bis sich ein paar Leute gefunden haben, um den Vorfall zu beheben. Vier Leute haben laut Werner schnell angepackt und den Baum wieder aufgestellt. "Bis um acht Uhr stand der Baum wieder", berichtet Werner.

Neben Herschfeld hat es aber noch einen weiteren Stadtteil von Bad Neustadt erwischt: Lebenhan. Das bestätigte neben Bürgermeister Werner auch die Polizeiinspektion Bad Neustadt. Aber nicht nur Stadtteile waren betroffen.
Bei Tagesanbruch festgestellt: Maibaum liegt auf Straße
Nach der Mitteilung über einen umgesägten Maibaum in Lebenhan traf die Polizeistreife auf zwei Männer der Maibaumwache, heißt es in der Mitteilung, die ihnen zu verstehen gegeben hätten, dass sie ihrer nächtlichen Pflicht nur bis drei Uhr nachgekommen seien. Bei Tagesanbruch sei der abgesägte Maibaum auf der Straße liegend festgestellt worden.
Der Maibaum selbst war entsprechend geschmückt und stellte aufgrund der Straßenbeleuchtung keine Verkehrsgefahr dar, so die Polizei. "Augenscheinlich ließ man die sportliche Rivalität mit dem Nachbardorf Wollbach aufleben und sägte dort kurzerhand deren Maibaum ebenfalls ab, was durch einen gänzlichen Verzicht einer dortigen Maibaumwache erleichtert wurde", schreibt die Polizei. Und weiter: Augenzwinkernd wurde die Bedeutung einer Maibaumwache nochmals hervorgehoben. Beide Vorfälle seien sportlich genommen worden.
Ein staatliches Einschreiten sei weder gewollt noch geboten gewesen. "Trotzdem halfen die eingesetzten Beamten bei der Neuaufstellung der Bäume, die dann schließlich beide wieder standen – nur eben jeweils einen Meter kürzer", so die Polizei. Wie ein Beamter der Polizeiinspektion Bad Neustadt auf Nachfrage dieser Redaktion erklärt, sei bei den Vorfällen in Lebenhan und Wollbach nichts passiert. Außerdem bestehe kein Verfolgungsinteresse.
Das waren nicht alle gefällten Maibäume im Landkreis Rhön-Grabfeld? Dann schicken Sie uns gerne einen Hinweis an michael.endres@mainpost.de
Liebe Maigrüsse! Heidrun Mauder
Mit freundlichen Grüßen
Ralf Zimmermann, Main-Post Digitales Management