Normalerweise bereiten die Weinerlebnis-Gästeführer - wie es der Name besagt - ihren Gästen Erlebnisse beim oder mit Wein. Der Wernfelder Robert Lampert aber, der seit 2016 zertifizierter Gästeführer ist, gönnt sich zurzeit selbst jede Menge Weinerlebnisse: Er befindet sich mit 33 Kollegen aus ganz Unterfranken auf einer zwölftägigen Lehrfahrt in Südafrika. Die monatelange Vorfreude des 66-Jährigen darauf findet sich jetzt in einigen Nachrichten und Fotos, die er per E-Mail an die Redaktion geschickt hat, bestätigt.
Nach dem 17,5-stündigen Flug via Istanbul nach Kapstadt erwartete die Teilnehmer der Lehrfahrt ein dicht gedrängtes Programm mit dem Besuch von etwa 20 Weingütern, bis zu drei am Tag. Dazu bekamen die Unterfranken auch touristische Angebote wie den Besuch des weltberühmten Tafelbergs über der 3,7-Millionen-Einwohner-Metropole Kapstadt, eine Fahrt mit der Flying-Dutchman-Standseilbahn am Kap der Guten Hoffnung oder auch die Pinguinkolonie Boulders Beach.
Weinbau hat in den Küstenregionen am Kap eine große Tradition
Aufgrund der klimatischen Vorzüge hat der Weinbau in den Küstenregionen am Kap eine lange und große Tradition. Sie nahm Mitte des 17. Jahrhunderts ihren Anfang, und heute gehört Südafrika zu den großen Weinbau-Nationen der Welt. Nach Angaben des Verbandes "Wines of South Africa" produziert das Land rund 1200 Millionen Liter im Jahr (Deutschland 1000 Millionen Liter, Italien 4000 Millionen Liter).
Robert Lampert, der vormalige Stadtkämmerer Gemündens, hat sich vor drei Jahren in Vorbereitung auf seinen Ruhestand an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim zum Weinerlebnis-Gästeführer ausbilden lassen. Nach der intensiven Beschäftigung mit den hiesigen Grundlagen des Weins - dem Zusammenspiel von Boden, Klima, Geologie, Topographie und Kellerei - freute er sich besonders, einmal den Weinbau und die Weinwirtschaft auf einem anderen Kontinent intensiv kennenzulernen. Am Mittwoch, 15. Januar, kehrt er heim.