"Es ist das erste Mal, dass Warema als Marke so sichtbar wird", sagte Vorstandsvorsitzende Angelique Renkhoff-Mücke am Freitag bei der Eröffnung des "Sun Forum", des neuen Warema-Ausstellungsgebäudes in Wertheim. Sichtbarkeit wird wohl der entscheidende Faktor bei der Standortwahl gewesen sein: Die neue Adresse am Almosenberg befindet sich unweit des Einkaufszentrums Wertheim Village und fällt schon bei der Anfahrt über die Autobahn ins Auge. Große Logos an den Außenwänden des dahinter liegenden Produktionsgebäudes sollen diesen Effekt künftig noch verstärken.
2,8 Millionen Gäste im Jahr zieht das Wertheim Village nach eigenen Angaben an. "Ich bin sicher, dass gerade in diesen Zeiten viele dieser Besucher damit beschäftigt sind, ihr Haus schön zu machen", so die Hoffnung von Renkhoff-Mücke. Direkt verkaufen will das Unternehmen hier nicht, jedoch sollen Architekten, Planer und Bauherren hier die Warema-Produkte anschauen und sich an einen Fachhändler vermitteln lassen können.
Warema will "Endkunden mehr begleiten"
Auf den 1000 Quadratmetern Fläche hat Warema etwas konzipiert, das Renkhoff-Mücke "Erlebnisdorf" nennt. "Baut mir bitte kein Autohaus", habe sie zu den Architekten gesagt. Stattdessen besteht das "Dorf" aus mehreren kleinen Häusern, die zur Raummitte geschlossen sind und die Warema-Produkte wie Jalousien, Markisen und Rollos zeigen. Nach außen, zur Glasfront des Gebäudes hin, sind die Hauselemente offen und beispielsweise als Büro oder Spielzimmer eingerichtet. Weitere 1400 Quadratmeter Ausstellungsfläche gibt es auf dem Außengelände. Im Gebäude befindet sich auch der Vertriebsstandort mit knapp 50 Mitarbeitern.
"Wir haben festgestellt, dass wir unseren Endkunden mehr begleiten müssen", erklärte Renkhoff-Mücke zur Idee hinter dem Bau. Die Warema-Produkte passend zu präsentieren sei nicht einfach, so die Vorstandsvorsitzende, auch nicht für einen Fachhändler.
Sieben Millionen Euro wollte Warema in das Prestige-Objekt investieren, so der Plan 2018. Rund zehn Millionen hat das Projekt mit Ausstellungsflächen drinnen und draußen, Büros für den Vertriebsstandort und Lagerflächen nun gekostet. Ursprünglich sollte das Gebäude bereits im Frühjahr fertig werden. "Das war sportlich geplant", so Renkhoff-Mücke. "Als Corona kam, haben wir uns dann entschlossen, das Projekt lieber in Ruhe zu beenden." Im März habe es Momente gegeben, in denen sie dachte "Oh je, was machen wir da?", nun sei sie aber froh, das "Sun Forum" eröffnen zu können.