
Das wird viele in Wiesentheid und Umgebung freuen: In der Kultkneipe "Goldener Adler" sollen bald die Lichter wieder angehen. So wünscht es sich der neue Besitzer Adrian Tomaszewski, der das beliebte Lokal in der Wiesentheider Ortsmitte am liebsten schon im Frühjahr wieder öffnen möchte. Im Moment ist er auf der Suche nach einem Pächter, der dort einziehen will. Die dazu passende Wohnung befindet sich Obergeschoss des Gebäudes; sie steht leer und gehört jetzt ebenfalls dem neuen Eigentümer.

2020 wurde im "Adler" das letzte Bier gezapft. Dann hörte der langjährige Pächter auf und suchte sich an anderer Stelle ein Lokal – auch eine leidliche Folge der Corona-Pandemie. Seitdem stand die Gastwirtschaft leer. Betritt man sie fast vier Jahre später, kommt es einem vor, als wäre dort gestern erst zugesperrt worden. Die markante eckige Theke mit den Barhockern, die Tische und Bänke im gemütlichen Gastraum, der Holzofen, das Nebenzimmer, die typische Adler-Einrichtung – alles ist unverändert und sichtlich gut in Schuss.
Mit dem Kauf des Lokals erfüllt sich Tomaszewski einen Wunsch
Adrian Tomaszewski, der aus Rüdenhausen stammt und zuvor selbst gerne in dem Lokal verkehrte, überlegte nicht lange, als er die Anzeige vom Verkauf der Immobilie im Internet las. Mit seiner Frau Julia entschloss er sich, die Gelegenheit zu nutzen. "Wir waren früher regelmäßig im Adler, ich war bestimmt schon 1000 Mal zuvor dort", sagt er. Eine Kneipe zu führen, das habe ihn schon länger gereizt. Trotzdem will er dort weder selbst ausschenken, noch kochen, das sei schon wegen seiner beruflichen Tätigkeit kaum möglich. Tomaszewski ist als Selbstständiger im Bereich Einrichtung und Verkauf von Großküchen tätig. Er hat sich entschieden, das Lokal zu verpachten, auch wegen seines Geschäfts.

Gut 60 Plätze bietet die Gastwirtschaft in den beiden Räumen, im Sommer lädt noch ein gemütlicher Biergarten die Gäste ein. An der Einrichtung wie auch am Konzept der Gaststätte müsse man nicht viel ändern, meint der neue Besitzer. Ein Treffpunkt in der Gemeinde soll es wieder werden, ein gemütliches Speiselokal, das sich vom aktuellen Angebot in Wiesentheid etwas unterscheidet und abhebt.
Die Wohnung im Obergeschoss wird gerade renoviert
In den unteren Räumen seien kleinere Ausbesserungen zu erledigen, "nichts Großes, vielleicht neu streichen, hier und da mal was", so Tomaszewski. Küche und Toiletten stünden bereit. Die dazu gehörende Wohnung im Obergeschoss werde dieser Tage noch renoviert. Ein Interessent könnte in absehbarer Zeit auch dort einziehen. Wenn es ins Frühjahr geht, soll der "Adler" wieder Flügel bekommen – das wäre ganz nach dem Geschmack des Besitzers und wohl auch vieler in Wiesentheid und Umgebung.
Dann bräuchte es zunächst "nur" Köche und Servicepersonal unter ihrer Leitung.
Wichtig jedenfalls für Wiesentheid, die kleine Barockresidenz am Steigerwald.