
Mit leuchtenden Augen erzählt Doris Bromberger vom Erfolg ihrer Aktion. "Die Mitarbeiter sind sehr motiviert und die Leute dankbar für das Essen", sagt die Pfarrerin der Gemeinde Repperndorf. Seit Anfang des Jahres kehren einmal im Monat zwischen 50 und 60 Bewohner des Kitzinger Stadtteils in das Gemeindehaus ein, um zusammen zu speisen. Am Donnerstag nahmen 75 bis 80 Hungrige das Angebot wahr. Sie alle ließen sich am Mittagstisch nieder und erfüllten das Motto "Gemeinsam schmeckt's besser" mit Leben, eine ehrenamtliche Aktion, die kürzlich sogar mit einem Preis geehrt wurde.
Das Besondere: Die Kinder des Kindergartens nebenan sind auch eingeladen und steuern fleißig einen Teil des Menüs bei, am Donnerstag eine Himbeer-Vanille- und Schoko-Creme zum Nachtisch. So entsteht ein generationsübergreifendes, befruchtendes Beisammensein. In der Küche des Gemeindehauses passiere sonst nichts, und die Besucherzahlen beim Gottesdienst seien "ziemlich mau", erklärt die Pfarrerin zu der Geburtsstunde des Projekts. Um das Miteinander der Gemeinde zu fördern, kam ihr die Idee des gemeinsamen Essens, denn sie findet: "Essen und Trinken geht immer."

Das Ziel der Initiative: die Mischung der Generationen und "Menschen, die sonst alleine am Tisch essen, in die Gemeinde holen". Durch eine Einladung im Briefkasten sei zum Beispiel Familie Drumm auf das Angebot gestoßen. Während der Pandemie seien sie hergezogen, erzählen die Großeltern, und der Mittagstisch sei eine gute Gelegenheit, Leute kennenzulernen. Da ihre Enkelin den örtlichen Kindergarten besucht, können sie das Angebot als ganze Familie wahrnehmen.
Für den dritten Preis des Diakonie-Wettbewerbs gibt es 1500 Euro
Die mit dem Projekt verbundene Mühe und Nächstenliebe wurde belohnt: Der Mittagstisch gewann Anfang November den dritten Preis des bayerischen Diakonie-Wettbewerbs. Laut Pressemitteilung der bayerischen Diakonie konnten sich innovative Ehrenamtsprojekte im sozialen Umfeld unter dem Motto "Wir lieben Nachbarschaft" bewerben.

Unter den Mitstreitern befanden sich auch andere Mittagstische. Das auschlaggebende Argument, das Repperndorf auf das Siegerpodest beförderte, sei der Generationenaustausch gewesen, sagt Pfarrerin Bromberger. 1500 Euro erhält das ehrenamtliche Projekt. Wofür sie das Geld verwenden werden? In erster Linie, um die hohen Energiekosten abzufedern. Auch springen dadurch das ein oder andere neue Küchengerät oder auch mal teurere Speisen wie Schweinshaxe heraus.
Inspiration bei der Preisverleihung in Nürnberg
Viele gute Projekte seien auf der Preisverleihung in Nürnberg vorgestellt worden, doch eins ist der Pfarrerin besonders im Gedächtnis geblieben: In Forchheim helfen Bürgerinnen durch einfache Bewegungsübungen, Kraft und Gleichgewicht mit Senioren zu trainieren. "Im Dorf wäre das auch gut möglich", überlegt die Pfarrerin. Doch das sind Gedanken für die Zukunft.
Auf die Frage, was sie beim Mittagstisch am schönsten finde, muss sie keine Sekunde überlegen: "Am Besten gefällt mir, dass alle so viel Spaß daran haben."